Fourcade: "Wir wollen bei WM & Olympia abräumen"

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Vier Weltcupbewerbe hat er in der laufenden Saison bereits gewonnen, die Gesamtwertung führt er überlegen an.

Zudem tritt Martin Fourcade bei der Weltmeisterschaft in Nove Mesto in gleich drei Disziplinen – Sprint, Verfolgung und Massenstart – als Titelverteidiger an.

Der Franzose ist im Biathlon derzeit das Maß aller Dinge. Trotz seiner Erfolge lässt der 24-Jährige keine Starallüren aufkommen und gibt sich stets bescheiden.

„Jeder Sieg ist anders, jeder Sieg ist besonders“, erklärte er im Gespräch mit LAOLA1.

Schon im ersten Rennen der Saison – dem Einzel in Östersund – ließ er die Konkurrenz mit seinem Sieg wissen, dass der Kampf um die große Kristallkugel erneut nur über ihnen führen wird.

„Im läuferischen Bereich etwas drauflegen“

Mit konstant guten Leistungen hat er seine Vormachtstellung untermauert, wobei er am Ort seines bislang größten Erfolges ein spezielles Kunststück vollbrachte.

„In Ruhpolding war es etwas Besonderes, weil ich dort alle drei Rennen (inklusive Staffel, Anm.) gewonnen habe, nachdem ich im letzten Jahr dort Weltmeister wurde.“

Damit nicht genug – er feierte den Sieg-Hattrick, ohne auch nur eine der 40 Scheiben verfehlt zu haben. Entsprechend ging er die Vorbereitung für die Titelkämpfe in Nove Mesto an.

„Es ist schwer, sich im Schießen noch groß zu verbessern. Ich musste meine Form konservieren und sollte nach Möglichkeit noch etwas drauflegen im läuferischen Bereich.“

Fourcade ohne Angst vor der Konkurrenz

Das Ziel bei der WM ist klar: „Ich möchte dort gewinnen.“ Am besten in gleich mehreren Bewerben. Die Zahl der Medaillenanwärter ist zwar aufgrund der immensen Leistungsdichte groß wie selten zuvor, doch Fourcade hat inzwischen oft genug bewiesen, dass er sich vor niemandem verstecken muss.

Auch nicht vor Emil Hegle Svendsen, dem erfolgreichsten Biathleten der letzten Jahre. „Ich fürchte niemanden. Emil ist ein Top-Athlet, das hat er in der Vergangenheit oft genug gezeigt. Du musst aber auf dich selbst schauen, um stark zu sein.“

Den Fokus auf einen Rivalen zu richten, wäre der falsche Ansatz. „Man kann immer nur sein eigenes Rennen beeinflussen. Der Rest ergibt sich bis zur Ziellinie.“

Zum Spielverderber könnte indes der Wettergott mutieren. Fourcade rechnet in Tschechien damit, dass nicht alles nach Plan verläuft. „Der Schießstand ist doch recht windig, sodass einige Überraschungen auf uns zukommen könnten.“

Grenzgänger Martin Fourcade: Der Franzose sucht stets die Herausforderung

Bruder Simon auf dem Weg zu alter Stärke

Mentale Unterstützung bekommt der Modellathlet derweil aus der eigenen Familie. Bruder Simon zählt ebenfalls zur Weltelite, hatte zu Saisonbeginn allerdings eine schwere Zeit zu überstehen.

Der 28-Jährige litt unter dem Kompartmentsyndrom und war gezwungen, sich auf den OP-Tisch zu legen. Erst in Oberhof kehrte er zurück, seither sucht er den Anschluss an die Spitze.

„Es geht ihm immer besser“, so Martin. „Simon braucht jedes Rennen, um wieder in Form zu kommen. Er ist ein toller Athlet und trainiert hart, um bei der WM und vor allem nächstes Jahr bei den Olympischen Spielen voll da zu sein.“

Die Staffel als Biathlon-Königsdisziplin

Generell sollte man die Franzosen auf der Rechnung haben. Gemeinsam mit Bruder Simon, Jean-Guillaume Beatrix und Alexis Boeuf gewann Martin die letzten beiden Staffeln in Antholz und Ruhpolding.

„Es ist wichtig, so ein starkes Team zu haben. In der Staffel zählt einfach nur der Sieg“, sieht der Mann im „Gelben Trikot“ darin die Königsdisziplin. „Am Tag danach kann man sich nur noch an das Gewinner-Team erinnern. Dieses Rennen ist wichtiger als ein Einzelbewerb.“

Der Teamplayer vertraut seinen Kollegen voll und ganz, warnt aber auch vor der internationalen Konkurrenz. „Russland und Norwegen sind die stärksten Gegner, aber auch Österreich hat ein gutes Team. Dasselbe gilt für Deutschland.“

Die „Equipe Tricolore“ sieht sich aber gerüstet, denn abschließend hält Fourcade fest: „Wir wollen bei der WM und bei Olympia abräumen.“

 

Henriette Werner/Christoph Nister

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