ÖSV-Ladies überzeugen, "Meso" als großer Gewinner

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Auch das zweite Saisondrittel der Biathlon-Saison ist vorüber.

Am letzten Rennwochenende vor Beginn der Weltmeisterschaft in Nove Mesto ging es für die Teilnehmer in Antholz noch einmal darum, sich für ein Ticket nach Tschechien zu empfehlen oder die bisher gezeigten Leistungen zu bestätigen.

Mesotitsch nutzte seine Chance

Einer nutzte seine Chance besonders: Daniel Mesotitsch, der zuletzt nicht zum Weltcup-Team des ÖSV zählte, empfahl sich nachdrücklich für die Titelkämpfe.

Der Rückblick auf sechs spannende Wettkämpfe in Südtirol:

 

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+ + + Seit der Weihnachtspause haben die russischen Herren vier von sechs Einzelrennen gewonnen und neun von 18 Podiumsplätzen geholt. Die WM kann für Anton Shipulin und Co. also kommen. + + +

 

+ + + Die Italienerin Karin Oberhofer schaffte vor heimischer Kulisse im Sprint mit Platz acht ihre beste Platzierung: „Es ist ein Wahnsinn, dass ich mein bestes Weltcupergebnis vor eigenem Publikum geschafft habe. Es ist für mich wie ein Sieg, einfach gewaltig." + + +

 

+ + + Für die Einstellung eines nationalen Bestwertes sorgte die Schweizer Staffel. Ivan Joller, Benjamin Weger, Claudio Böckli und Mario Dolder fuhren den starken fünften Rang ein. Derart weit vorne landeten die Eidgenossen erst einmal: Im Dezember 2007, als sie in Hochfilzen ebenfalls Fünfte wurden. + + +

+ + + Der Gewinner des Wochenendes - und das nicht nur aus heimischer Sicht - ist Daniel Mesotitsch. In der Vorwoche noch im IBU-Cup in Russland im Einsatz, bekam er kurz vor der WM eine Chance in der Beletage und wusste diese bestens zu nutzen. Rang acht im Sprint - bester Österreicher, Platz drei in der Verfolgung - bester Österreicher, erneut Rang drei mit der Staffel - mit einer weiteren überzeugenden Leistung. Der Kärntner unterstrich mit Nachdruck seine Ambitionen auf Einsätze in Nove Mesto und dürfte sich sein Ticket - spät, aber doch - gesichert haben. + + +

 

+ + + Ganz große Klasse bewies auch das rot-weiß-rote Damen-Team um Iris Schwabl. Zunächst glänzte die Steirerin als 27. in der Verfolgung, ehe sie in der Staffel noch eins drauflegte. Nach dem ersten Schießen sogar kurzfristig in Führung, übergab die 25-Jährige als Sechste. Romana Schrempf, Katharina Innerhofer und Lisa Theresa Hauser wussten ebenfalls zu überzeugen, sodass mit Rennende der neunte Platz zu Buche stand. Damit stellte das ÖSV-Quartett einen neuen Rekord auf. Nie zuvor war eine österreichische Damen-Staffel besser klassiert. + + +

 

+ + + Schwacher Trost nach schwachem Sprint-Resultat: Miriam Gössner (62.) stellte ebenfalls einen neuen Rekord auft und luchste Freundin Magdalena Neuner einen ab. Die Garmischerin gab am Donnerstag zum neunten Mal en suite in der Loipe den Ton an und löschte damit die bisherige Bestmarke Neuners aus. Dieser waren in der Saison 2007/08 acht Lauf-Bestzeiten in Folge gelungen. Besonders bemerkenswert: Gössner lief trotz eines Sturzes schneller als die versammelte Weltelite. + + +

 

Flop


+ + + In den letzten Wochen lieferte sie Spitzenleistungen en masse ab, in Süditirol gehörte Miriam Gössner zu den klaren Verlierern. Sieben Fahrkarten im Sprint waren einer dreifachen Saisonsiegerin unwürdig - keine andere Teilnehmerin verfehlte die Scheiben derart oft. + + +

 + + + Simon Fourcade schoss im Sprint fünfmal daneben. Als wäre dies nicht schon ärgerlich genug, verzählte er sich anschließend bei den Strafrunden und fuhr die Schleife nur viermal. Dafür bekam er eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt und verfehlte mit dem drittletzten Platz (99.) klar die Verfolgung. + + +

 

+ + + In der Verfolgung lief es für die deutschen Herren alles andere als gut: Insgesamt 34 (von 100) Fehlschüsse leisteten sich Florian Graf, Simon Schempp, Erik Lesser, Arnd Peiffer und Johannes Kühn. Peiffer allein schoss neunmal daneben und belegte den letzten Platz - mit über einer Minute Rückstand auf den Vorletzten. Keiner der deutschen Herren konnte sich gegenüber dem Sprint verbessern. + + +

 

+ + + In der Staffel sollte es nicht wirklich besser werden - zumindest bei Erik Lesser. Der handelte sich im Stehendanschlag vier (!) Strafrunden ein und kostete den DSV einen möglichen Podestplatz. Im Interview nach dem Rennen bewies er Galgenhumor: "Wenn man sich das Positive rausholen will: Es waren drei Rennen ohne Sturz."

 

+ + + Johannes Thingnes Boe gilt als aktuell größtes Talent im norwegischen Biathlon. In Antholz wurde der 19-Jährige ins kalte (Staffel-)Wasser geworfen und dabei Opfer seiner Nerven. Stehend leistete er sich eine Strafrunde. Die "Wikinger" kamen mit zusätzlich 15 Nachladern nicht über einen enttäuschenden zehnten Rang hinaus. + + +

 Kurioses


+ + + Neben Boes Strafrunde spielte auch die Besetzung an sich eine Rolle für die mäßige Leistung Norwegens, das neben Emil Hegle Svendsen auch Ole Einar Björndalen nicht im Aufgebot hatte. Das gab es zuletzt am 15. März 2009, als der Weltcup bei der Olympia-Generalprobe in Vancouver Station machte. + + +

 

+ + + Zum zweiten Mal in der Historie des Biathlon-Weltcups gelang es einem Geschwisterpaar, hintereinander je ein Rennen zu gewinnen. Im Gegensatz zu Lars und Tora Berger, denen die Premiere im Jänner 2011 in Ruhpolding gelang, starten Anastasiya Kuzmina (Slowakei) und Anton Shipulin (Russland) für zwei unterschiedliche Verbände. Die Olympiasiegerin (Sprint 2010) verdiente sich ihre ersten Sporen noch unter russischer Flagge. Seit 2008 geht sie allerdings für die Slowakei auf die Jagd, jenem Land, in dem sie inzwischen ihren Lebensmittelpunkt hat. + + +


+ + + Arnd Peiffer stieg nach fehlerfreiem ersten Schießen im Sprint auf seinen Skistock, dieser zerbrach und er musste ohne ihn weiterlaufen. Dies schien den Deutschen derart aus dem Rhythmus gebracht zu haben, dass danach nichts mehr zusammenlief. Zwei Scheiben blieben stehend stehen, dazu büßte er auch in der Loipe jede Menge Zeit ein und landete nur auf Platz 57. + + +

 

Rücktritte

 

+ + + Der Schweizer Cheftrainer Steffen Hauswald verlässt zum Saisonende den Verband. Der 49-jährige Deutsche zieht sich aus dem Weltcup zurück, um mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können. Seine Frau ist keine Geringere als Ex-Weltklasse-Biathletin Simone Hauswald. + + +

+ + + In Hochfilzen trat sie noch im Weltcup an, nun trat sie zurück: Juliane Döll. Die 26-jährige Deutsche hat ihre Biathlon-Karriere mit sofortiger Wirkung beendet. Ihren größten Erfolg feierte sie 2011, als sie bei den Europameisterschaften in Ridnaun dreimal Gold und einmal Silber gewann.  + + +

 

Spruch des Wochenendes


+ + + "Ich war heute keine Null, sondern habe nur Null geschossen. Es war super", erklärte die Deutsche Nadine Horchler nach dem Sprint, in dem sie als Fünfte ihre bislang beste Weltcup-Platzierung einfuhr. + + +

 

Henriette Werner/Christoph Nister

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