Sorgenkinder zurück am Ort ihres ersten Erfolges

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Pokljuka ist ein idyllisches Hochplateau im Nordwesten Sloweniens, am Bleder See gelegen und damit nur unweit der Grenze zu Kärnten.

Einmal pro Winter weicht diese Idylle jedoch der Begeisterung für den Sport, denn in jeder Weltcup-Saison gastiert der Biathlon-Zirkus für ein paar Tage im Triglav Nationalpark.

Dann wird scharf geschossen und gelaufen bis zum Umfallen. Am Donnerstag erfolgt der Startschuss für die Damen, im Sprint (ab 14:25 Uhr) geht es darum, sich eine glänzende Ausgangsposition für den Verfolger am Samstag zu erarbeiten.

Für Katharina Innerhofer, Gabriela Soukalova und Miriam Gössner kommt der Abstecher in den Süden gerade recht, denn bislang lief die Saison nicht nach ihren Wünschen.

Trotz durchwachsener Ergebnisse reisten die drei Sorgenkinder mit einem Strahlen nach Pokljuka, gelang ihnen doch jeweils in Slowenien ihr erster Weltcupsieg. Finden die drei auch just an jenem Ort zurück in die Erfolgsspur?

Katharina Innerhofer

Es war der 6. März 2014, der ihr Leben auf den Kopf stellte. „Innerhofer schießt den Vogel ab“, titelte LAOLA1, wobei es genauer gesagt alle zehn Scheiben war, die die Salzburgerin traf. Eine exzellente Laufleistung kam hinzu, sodass Katharina Innerhofer für den ersten österreichen Weltcup-Sieg im Damen-Biathlon überhaupt sorgte.

In dieser Saison läuft es noch nicht nach Wunsch, dank einer starken Staffel in Hochfilzen ist sie jedoch wieder guter Dinge. „Ich war verzweifelt, aber die Staffel war ein Schub und ein echter Lichtblick, der mich wieder motiviert“, erklärte sie gegenüber LAOLA1.

Die Rückkehr an den Ort ihres historischen Sieges freut sie „wahnsinnig“. Das Gefühl, zurückzukehren, sei außergewöhnlich und wecke positive Erinnerungen. Diese Stimmung will sie nutzen, um ihr Leistungspotenzial abzurufen. „Ich weiß ja, dass es geht, wenn ich locker bleibe. In der Staffel in Hochfilzen habe ich es genossen. Das will ich wiederholen.“

Gabriela Soukalova

Etwas mehr als zwei Jahre sind vergangen, als der Stern der Tschechin in Pokljuka aufging. Die damals 23-Jährige gewann den Sprint und sorgt seither in ihrer Heimat für einen nie für möglich gehaltenen Biathlon-Boom. Aktuell läuft Gabriela Soukalova jedoch den eigenen Ansprüchen hinterher.

„Ich war in den Wochen vor dem Saisonstart immer krank“, erläutert sie bei LAOLA1 die Ursachen für den verkorksten Start. Schnelle Trainingseinheiten waren unmöglich, nachdem sie sich halbwegs erfing, erwischte sie der nächste Virus. „Es war ein ständiges Auf und Ab, ich musste zweimal Antibiotika nehmen, weil es mir so schlecht ging.“ Hinzu kamen „unzählige Veränderungen in meinem Privatleben. Jetzt ist aber alles perfekt.“

Der Staffelpodestplatz in Hochfilzen („Die größte Motivation, die man nur haben kann“) war ein Anfang, Pokljuka soll ihr endgültig zur Rückkehr in die Weltspitze verhelfen. „Wann immer ich dort bin, schwelge ich in Erinnerungen. Als ich das letzte Mal nach Slowenien kam, kamen mir vor Freude die Tränen“, gesteht die immer lächelnde 25-Jährige. „Ich glaube ganz fest daran, dass ich Schritt für Schritt wieder nach oben komme.“

Miriam Gössner

Das größte Sorgenkind ist derzeit zweifelsohne die 24-jährige Deutsche. Seit ihrem schweren Mountainbikeunfall im vergangenen Jahr, bei dem sie nur hauchdünn dem Rollstuhl entging, konnte sie nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen. Pokljuka, wo sie am 15. Dezember 2012 und damit nur einen Tag nach Soukalova ihren Premierensieg feierte, soll die Wende einleiten.

Ihre Nominierung kam angesichts enttäuschender Resultate – die Lebensgefährtin von Ski-Star Felix Neureuther wartet noch auf ihre ersten Punkte in der laufenden Saison – überraschend, macht aber durchaus Sinn. Und das nicht nur aufgrund vergangener Erfolge.

„Sie braucht die Wettkämpfe, um weiter an ihrer Form zu arbeiten“, weiß Bundestrainer Gerald Hönig wohl am besten, was für seine Athleten derzeit das Richtige ist. Läuferisch ist „Miri“ schon wieder konkurrenzfähig, am Schießstand haperte es allerdings zuletzt. „Die komplexe Wettkampfbelastung“ fehle ihr derzeit noch, Gössner und ihr Stab sind allerdings guter Dinge, das schnell in den Griff zu kriegen. „Ihre Leistungen im Training waren gut. Das stimmt uns zuversichtlich.“


Christoph Nister

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