Ich muss es wie Vanek machen

Die WM neigt sich dem Ende zu. Wehmut macht sich breit, dennoch ging mir gestern das Herz auf.

Und zwar nicht aufgrund irgendwelcher Ski-Ergebnisse, sondern wegen Thomas Vanek. Der NHL-Legionär lieferte in der Nacht auf Sonntag beim 6:3-Sieg Minnesotas gegen Carolina eine regelrechte Show ab.

Während es in Österreich hart ist, die ganze Nacht wach zu bleiben und Spiele der besten Eishockey-Liga der Welt zu verfolgen (vor allem wenn man am nächsten Tag früh arbeiten muss), ist es hier ganz easy.

Um sechs Uhr am Abend startete das Spiel mit dem Grazer im Wild-Dress. Da ich bereits vom Berg runter war und aus meinem Hotel-Zimmer arbeitete, beobachtete ich das Spiel natürlich live. Und ich sollte nicht enttäuscht werden.

Bereits nach zwei Minuten traf der ÖEHV-Legionär zum 1:0. Abstauber – typisch eben. Nach neun Minuten schnürte er den Doppelpack. Wieder musste er nicht viel mehr machen, als den Schläger hinzuhalten. Dennoch brachte er sich perfekt in die Position, das kann nicht jeder Spieler.

Sehenswert sein Assist zu Prossers 4:1. Er verzögerte im gegnerischen Drittel in gewohnter Manier, spielte dann einen Pass über das ganze Eis, genau auf den Stock seinen Mitspielers. Ein toller Assist, der einmal mehr beweist, dass sich Österreichs wohl bester Eishockey-Crack in den letzten Jahren zu einem versierten Stürmer entwickelt hat, der auch durch tolle Pässe glänzt.

Irgendwie waren seine zwei Treffer und seine Vorlage auch eine Genugtuung. Von vielen wird Vanek kritisiert. Er arbeite nicht hart genug. Er sei nicht schnell genug auf den Beinen. Na und? Das ist eben nicht er. Sein Spiel basiert nicht auf Defensiv-Arbeit.

Seine Linie mit Granlund und Fontaine war die beste des Spiels. Immer wieder wurde das Trio gefährlich, woran Vanek großen Anteil hatte. Es scheint, als komme er rechtzeitig zur entscheidenden Phase im Saisonfinish in Bestform.

Das machte auch die Arbeit an meinen Ski-Berichten einfacher. Leider sind die zwei Wochen schon so gut wie vorbei. Ich hoffe, jetzt noch die letzte Hürde zu nehmen.

Nein, nicht den Herren-Slalom. Ich spreche meinen Koffer an. Diesen zu packen und ihn dann noch verschließen zu können, wird wohl die größte Herausforderung der letzten 14 Tage.

Aber vielleicht mache ich es wie Thomas Vanek und laufe in der entscheidenden Phase zur Hochform auf. Drückt mir bitte die Daumen!

 

Euer Matthias

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