"Alles andere als g'mahde Wiesn"

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"Teambewerb wird ein harter Fight der Nationen"

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Wenn Österreich das Real Madrid des Ski-Sport ist, ist Marcel Hirscher Cristiano Ronaldo. Dieser Vergleich fällt bei der Pressekonferenz des Salzburgers vor dem Teambewerb.

"Habe ich etwa eine Kapitänsschleife? Ich finde es toll, dass wir das bestmögliche Team zur Verfügung haben", will der Kombinations-Weltmeister nichts von diesem Vergleich wissen und lobt viel lieber die starke Mannschaft.

Christoph Nösig, Philipp Schörghofer, Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser und Eva-Maria Brem sind jene fünf Athleten, die neben Hirscher im ÖSV-Aufgebot stehen.

Gelingt die Titelverteidigung?

Vor zwei Jahren konnte Österreich den WM-Teambewerb gewinnen. Hirscher, Schörghofer, Hosp und Kirchgasser waren bereits damals dabei.

"Ich freue mich riesig darauf, in Schladming war es eine sehr spannende Geschichte", kann sich Österreichs Nummer eins noch gut an den Heimsieg auf der Planai erinnern.

Für Journalisten, Buchmacher und Medienvertreter sei alles andere als eine Titelverteidigung eine Enttäuschung. Er selbst sieht dies anders: "Ich habe etwas über die Konstellationen der verschiedenen Nationen nachgedacht. Deutschland hat ein fast unschlagbares Herren-Team, wie sie bei den Damen aufstellen, weiß ich nicht. Auch Italien und Schweden schätze ich sehr stark ein. Es gibt sicher viele Teams, die Chancen haben."

"Keine g'mahde Wiesn"

Er geht sogar noch weiter. "Sieg und Niederlage liegen bei diesem Bewerb knapp beisammen. Es ist auch immer etwas Taktik dabei. Es ist alles möglich – vom letzten Platz bis zur Goldmedaille."

Von Tiefstapeln ist dabei keine Rede. Es ist nicht Hirschers Art, durch große Worte im Vorfeld eines Bewerbs Druck aufzubauen. "Es ist nicht mein Ding, zu sagen, man muss unbedingt Gold holen muss. Es kann sich ergeben, die Chance lebt. Wir sind mit der besten Mannschaft vertreten, die Österreich stellen kann. Wenn wir unsere Leistung bringen, haben wir gute Möglichkeiten."

"Es gibt aber sehr viele Teams, die irrsinnig gut fahren können. Es ist alles andere, als eine g'mahde Wiesn. Es wird ein harter Fight der Nationen. Ich freue ich darauf, das Gelände sieht sehr ansprechend aus. Nicht allzu steil, dementsprechend kann man Gas geben", hält Hirscher den Ball absichtlich flach.

Weltmeister ist Weltmeister

Die Tatsache, dass der Teambewerb bei Fans und manchen Athleten nicht das höchste Ansehen genießt, kann der Annaberger nicht nachvollziehen.

Gelingt Hirscher und Co. die Titelverteidigung im Teambewerb?

Auch die Angst, einen Trainingstag für Riesentorlauf oder Slalom zu verpassen, hat er nicht. "Ich sehe es nicht als Rennen, das man herschenkt – im Vergleich zu einem Trainingstag. Es ist eine riesige Möglichkeit. Es ist toll, im Team Österreich dabei zu sein."

"Wenn man dann, wie 2013 Gold holt, darf man sich Weltmeister nennen. Das ist Ansporn genug", misst er einer möglichen Team-Medaille genau so viel Bedeutung bei, wie Einzel-Edelmetall.

"Fühle mich frei und zufrieden"

Zu verlieren habe er nach seiner überraschenden Goldmedaille in der Kombination ohnehin nichts. Sein Ziel – eine Medaille, egal in welcher Farbe – hat er bereits erfüllt. Alles andere ist Draufgabe.

"Mental hat es mir sehr gut getan, ich fühle mich frei und zufrieden Den Druck, den ich mir selber auferlegt habe, ist um vieles kleiner geworden", beschreibt Hirscher den Stein, der ihm vom Herzen gefallen ist.

Schneller mache ihn der fehlende Stein aber nicht. "Auch der Druck der Öffentlichkeit ist geringer geworden. Ich glaube aber nicht, dass ich deswegen auch nur eine Hundertstel schneller fahren werde."

Solange Hirscher so schnell den Berg hinunterrast wie in der Kombination, muss er ja auch nicht schneller fahren.

 

Aus Vail/Beaver Creek berichtet Matthias Nemetz

Setz Team Läufer
1 AUT Brem, Hosp, Kirchgasser; Hirscher, Nösig, Schörghofer
16 ARG Bancora, Gastaldi; Birkner de Miguel, Gastaldi
8 NOR Loeseth, Mowinckel; Solevagg, Haugen
9 SLO Bucik, Drev, Lavtar; Kosi, Kranjec, Skube
5 FRA Baud, Marmottan, Worley; Faivre, Fanara, Mermillod-Blondin
12 RUS Alopina, Romanova; Andrienko, Khoroshilov, Trikhichev
4 SUI Chable, M. Gisin, Holdener; G. Caviezel, Murisier, Zurbriggen
13 CRO Komsic, Novoselic, Popovic; Kostelic, Zrncic-Dim, Zubcic
3 USA Mancuso, Moltzan, Shiffrin; Brandenburg, Chodounsky, Ligety
14 FIN Rove, Soppela; Pirinen, Rasanen, Sandell, Torsti
6 SWE Hector, Pietilae-Holmner, Swenn-Larsson; Hargin, Larsson, Myhrer
11 CZE Capova, Dubovska, Paulathova, Strachova; Kryzl, Vrablik
7 GER L. Dürr, Hronek, Rebensburg; Neureuther, Schmid, Strasser
10 CAN Crawford, Mielzysnski, Prefontaine; Brown, Philip, Read
2 ITA Costazza, F. Marsaglia, Manu Mölgg; Borsotti, M. Marsaglia, Simoncelli
15 GBR Guest, Tilley; Raposo, Ryding

Auslosung Teambewerb:

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