Tops & Flops der Alpinen Ski-WM in Vail/Beaver Creek

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Die 43. Alpine Ski-Weltmeisterschaft ist Geschichte.

Wie bei jeder Großveranstaltung wird auch nach dieser WM Bilanz gezogen. Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer? Wir lassen die zwei Wochen im US-Bundesstaat Colorado noch einmal Revue passieren:

LAOLA1 kürt die Tops und Flops der WM:

 

DIE ÖSV-STARS

Krise? Welche Krise? Österreich gewann den Medaillenspiegel der WM souverän. 5 Mal Gold, 3 Mal Silber und 1 Mal Bronze kürten die Alpenrepublik zur erfolgreichsten Nation der Titelkämpfe. Die Aushängeschilder Anna Fenninger (2 Gold, 1 Silber) und Marcel Hirscher (2 Gold, 1 Silber) stachen dabei heraus. Doch auch Hannes Reichelt hat sich mit seiner Goldmedaille im Super-G in die Geschichtsbücher eingetragen.

STÜRZE

Sie gehören zum Skisport, sehen will sie im Prinzip aber niemand: Schwere Stürze. In Beaver Creek erwischte es zunächst Bode Miller im Super-G, der ein tiefes Cut und einen Sehnenriss erlitt. Möglich, dass dies der letzte Auftritt des US-Amerikaners war. In der Kombi-Abfahrt zerlegte es dann auch noch Ondrej Bank, der gar regungslos im Schnee liegen blieb und ins Krankenhaus musste. Der Tscheche hatte Glück im Unglück und durfte das Spital nach einem Tag verlassen. Zum Abschluss erwischte es auch noch Kurier-Kollegin Christina Pertl, die sich beim Ski fahren am rennfreien Mittwoch einen Kreuzbandausriss zuzog.

DAS WETTER

Der Wind, der Wind, das teuflische Kind – hieß es zu Beginn des Großevents. Nach den ersten stürmischen Tagen legte sich dieser jedoch, die Sonne kam heraus und lachte bis einen Tag vor dem WM-Ende mit den ÖSV-Stars um die Wette. Wolkenloser blauer Himmel und angenehme Temperaturen versüßten sowohl Fans, als auch Athleten die zwei Wochen. Auch die Temperaturen von 0 bis 5 Grad Celsius kamen überraschend. Normalerweise hat es in Vail und Beaver Creek um diese Jahreszeit zwischen 0 und -15 Grad. Glück gehabt!

TV-ÜBERTRAGUNG

Groß wurde angekündigt, dass die Ski-WM erstmals live im amerikanischen TV zu sehen sein wird. Ganz wurde dieses Versprechen aber nicht gehalten. Während die ersten Rennen noch live übertragen wurden, bekam man nach wenigen Tagen nur noch Zusammenfassung bzw. "Re-Live"-Rennen am Nachmittag und Abend zu sehen.

ZUSEHER UND STIMMUNG

„Was soll eine WM in Beaver Creek – dort sind doch keine Zuseher?“ - „Das werden Geister-Rennen vor leeren Rängen“ - war die gängige Meinung. Von wegen. Die Tribünen waren jeden Tag prall gefüllt, die Stimmung war ausgezeichnet. Speziell wenn Amerikaner ins Ziel kamen, explodierte der Zielbereich regelmäßig. Geschätzte 130.000 Zuseher fanden über die zwei Wochen den Weg ins hoch gelegene Beaver Creek. Rechnet man die rennfreien Tage und Trainings weg, sind das im Schnitt über 10.000 Zuseher pro Rennen. Nicht schlecht, für Ski-Rennen in den USA.

DIE FALSCHE HYMNE

Die fehlenden "Töchter" in der österreichischen Bundeshymne sorgten in den letzten Tagen für viel Aufregung. Ein offener Brief von Grünen-Chefin Eva Glawischnig hier, eine offener Antwort-Brief von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel dort. Fakt ist, die Hymne wurde falsch gesungen. Die "Töchter" wurden bei der Siegerehrung weggelassen und die gehören nun einmal zur gesetzlich abgesegneten, offiziellen "Bundeshymne der Republik Österreich". Nur die Tatsache, dass man in der Schule eine andere Version gelernt hat, rechtfertigt nicht, diese falsche Version zu singen (oder Andreas Gabalier?). Natürlich haben wir in unserem Land größere Sorgen, und die Frauen fühlen sich nicht weniger gleichberechtigt, weil das Wort "Töchter" nicht in der Hymne gesungen wird. Dennoch wäre es ein schönes Zeichen, diese Passage richtig und nicht falsch zu singen. Vor allem, da es seit über drei Jahren geändert ist. Was ist so schlimm daran, die Töchter mit einzubeziehen? Schließlich sorgten eben unsere Töchter für eine der erfolgreichsten Weltmeisterschaften aller Zeiten.

ORGANISATION

Man kann den Amis in Punkto Organisation wenig vormachen. Alles ist genau durchgeplant. Minutengenaue Shuttle-Busse, die noch dazu für jedermann gratis zur Verfügung gestellt wurden. Den Athleten und Teams ist jeder Wunsch von den Lippen abgelesen und erfüllt worden. Alles lief reibungslos ab. Bei 10.000 Zuseher pro Tag, zahlreichen Journalisten, Athleten und Verantwortlichen keine Selbstverständlichkeit. Ein Lob an die Veranstalter.

ITALIEN

Für unseren südlichen Nachbarn war es eine WM zum Vergessen. Keine einzige Medaille schaute für die Italiener heraus. Damit bleiben die USA für die Nummer zwei im Nationencup ein schlechter Boden. Weder 1980 in Lake Placid noch 1989 und 1999 bei den Weltmeisterschaften in Vail und Beaver Creek hat es für die Azzurri Edelmetall gegeben.

 

Aus Vail/Beaver Creek berichtet Matthias Nemetz

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