Wer verteidigt Gold?

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Das sind die Titelverteidiger in Vail/Beaver Creek

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So lange hatten wir darauf hingefiebert, nun liegt die Ski-WM in Schladming schon wieder zwei Jahre zurück und die nächste Weltmeisterschaft steht vor der Tür.

In Vail und Beaver Creek kämpfen die Ski-Asse ab Dienstag um Gold, Silber und Bronze.

LAOLA1 wirft einen Blick auf die Titelverteidiger und ihre Chancen auf erneutes Edelmetall.

 

Herren:

ABFAHRT: AKSEL LUND SVINDAL

Der Norweger ist das große Fragezeichen vor der WM. Der 32-Jährige stand Mitte Jänner erstmals nach seinem Achillessehnenriss wieder auf Skiern und machte schnell gute Fortschritte. Svindal, der in dieser Saison noch kein einziges Rennen bestritt, wurde daraufhin in das WM-Aufgebot der Norweger bestellt. Ob es für einen Einsatz in Beaver Creek reichen wird, bleibt aber offen. Die Entscheidung wird erst vor Ort nach weiteren Trainingseinheiten getroffen. Dass Svindal seinen Titel in der Abfahrt verteidigen kann, ist unwahrscheinlich, aber bereits eine Teilnahme an der WM wäre ein Sieg für ihn.

 

SUPER-G: TED LIGETY

Es war eine Überraschung, als Ted Ligety am 6. Februar 2013 zu Gold im Super-G fuhr. Genauso wäre es eine Überraschung, wenn er seinen Titel in Beaver Creek verteidigen könnte. Es war ein einmaliger Coup, denn seither schaffte es Ligety bei neun Weltcup-Starts nie aufs Podium. In dieser Saison verzichtete der Amerikaner verzichtete aufgrund seines gebrochenen Handgelenks auf einen Start in Lake Louise, den Weltcup-Super-G in Beaver Creek beendete der 30-Jährige auf Rang elf. In Gröden sowie zuletzt in Kitzbühel sah er nicht das Ziel. Aufgrund der bisherigen Saisonleistungen gehört er somit nicht zum engeren Favoritenkreis, das war 2013 allerdings nicht anders.

 

RIESENSLALOM: TED LIGETY

Wesentlich besser sind Ligetys Chancen auf einen erneuten Titelgewinn im Riesentorlauf, auch wenn er seine Vormacht-Stellung der letzten Jahre verloren hat. Der erste Verfolger von Marcel Hirscher im Disziplinen-Weltcup war in den bisherigen fünf Saison-Rennen nie schlechter als Zehnter, davon landete er drei Mal auf dem Podest. Den einzigen Sieg feierte er ausgerechnet im WM-Ort Beaver Creek. Die restlichen vier Siege gingen allerdings auf das Konto von Hirscher. Ein spannender Kampf ist vorprogrammiert.

 

SLALOM: MARCEL HIRSCHER

2013 erlöste er mit seinem WM-Titel eine ganze Nation. 2015 ist er wieder die Hoffnung einer ganzen Nation. In Zeiten der vieldiskutierten „Nachwuchskrise“ lastet der gesamte Druck auf dem 25-Jährigen. Doch ausgerechnet vor dem wichtigsten Rennen der Saison fährt Hirscher im Slalom seiner Top-Form hinterher, spricht sogar von einer Krise. Die bisherigen Saison-Ergebnisse können sich dennoch sehen lassen. Einem zweiten Platz zu Saison-Beginn in Levi folgte ein Sieg in Are. In Madonna di Campiglio musste sich der Salzburger mit Rang sieben begnügen, in Zagreb stand er wieder auf dem obersten Treppchen. Beim Hundertstelkrimi von Adelboden belegte er Rang drei, in Wengen fädelte er nach klarer Zwischen-Bestzeit im ersten Durchgang ein. Auch der Klassiker in Kitzbühel endete für Hirscher nicht nach Wunsch, der Halbzeit-Führende musste sich nach einem verpatzten zweiten Lauf mit Rang zwei zufrieden geben. Beim Nightrace in Schladming landete der Gesamtweltcup-Führende nach einem der „schlechtesten zweiten Durchgänge meiner Karriere“ nur auf Rang 14. Dennoch ist Hirscher in Beaver Creek einer der Top-Favoriten.

 

SUPER-KOMBINATION: TED LIGETY

Carlo Janka, Victor Muffat-Jeandet, Ivica Kostelic, Alexis Pinturault, Marcel Hirscher, Ondrej Bank. Diese Herren standen bei den einzigen beiden Kombinationen in dieser Saison auf dem Podest. Der Favoritenkreis ist dementsprechend groß. Titelverteidiger Ted Ligety hat Platz fünf in Wengen und einen Ausfall in Kitzbühel zu Buche stehen, zählt aber dennoch dazu.

 

 

Damen:

ABFAHRT: MARION ROLLAND

Marion Rolland wird ihren Titel in Beaver Creek nicht verteidigen können. Die Französin zog sich beim Super-G in Cortina d'Ampezzo einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu und wird in Amerika nicht am Start stehen. Im Herbst 2013 – nach ihrem überraschenden Triumph in Schladming – erlitt sie die gleiche Verletzung und verpasste dadurch die Olympischen Spiele in Sotschi. Nun droht der 32-Jährigen nach ihrer insgesamt dritten Knieverletzung sogar das Karriereende. Die Favoritinnen auf Edelmetall in Beaver Creek sind somit die „üblichen Verdächtigen“, allen voran Lindsey Vonn.

 

SUPER-G: TINA MAZE

Tina Maze konnte in der bisherigen Saison zwar keinen Super-G gewinnen, die Slowenin präsentierte sich dennoch stark. Zwei dritten Plätzen in Lake Louise und Val d’Isere folgte ein vierter Rang in Cortina d'Ampezzo. Beim bisher letzten Rennen vor der WM in St. Moritz schied die 31-Jährige hingegen aus. Dennoch ist Maze in Übersee die Titelverteidigung zuzutrauen.

 

RIESENSLALOM: TESSA WORLEY

Platz sieben in Sölden, Ausfall in Aspen, Rang 15 in Are, Platz 28 im Kühtai. Die bisherige Riesentorlauf-Saison verlief für Tessa Worley alles andere als nach Wunsch. Die Französin fand nach ihrem Kreuzbandriss im Dezember 2013 nicht wieder zurück in die Spur. Die Chancen auf erneutes Edelmetall in Beaver Creek stehen demnach eher schlecht.

 

 

SLALOM: MIKAELA SHIFFRIN

Mikaela Shiffrin hat ohne Zweifel das Zeug dazu, ihren WM-Titel zu verteidigen. Hatte die US-Amerikanerin zu Saisonbeginn noch mit Abstimmungsproblemen zu kämpfen, fährt sie spätestens seit ihrem Sieg im Kühtai Ende des Jahres wieder auf Top-Niveau. Dem Triumph in Österreich folgte ein weiterer Sieg in Zagreb sowie ein dritter Rang in Flachau. Die 19-Jährige zählt in ihrer Heimat also zu den ganz großen Medaillenanwärterinnen.

 

SUPER-KOMBINATION: MARIA HÖFL-RIESCH

Ohne eine Super-Kombination im Weltcup bestritten zu haben, reisen die Damen zur WM nach Beaver Creek. Eines steht dennoch fest: Maria Höfl-Riesch wird ihren Titel nicht verteidigen. Die Deutsche beendete ihre aktive Karriere bekanntlich nach Ende der abgelaufenen Saison. Die besten Chancen auf ihre Nachfolge hat wohl Tina Maze, die 2013 die "Kronprinzessin" war.

 

 

MANNSCHAFTSBEWERB: ÖSTERREICH

Im meist wenig beachteten Mannschaftsbewerb hat das rot-weiß-rote Team den Titel zu verteidigen. Im Kampf um Gold wird es Österreich wohl mit Schweden, Norwegen, der Schweiz und Deutschland zu tun bekommen. Die härteste Konkurrenz kommt aber aus dem Lager der Hausherren. Die US-Amerikaner, die laut eigenen Angaben „das stärkste Team aller Zeiten bei einem Großereignis“ stellen, werden alles daran legen, sich vor eigenem Publikum Gold im Mannschaftsbewerb zu sichern.

 

Daniela Kulovits

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