Die letzte große Chance

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Die letzte große Chance für die Altstars

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„Am Höhepunkt sollte man aufhören“, heißt es allgemein.

Doch nicht vielen Sportlern gelingt es, ihre Karrieren an der Spitze zu beenden. Die WM in Vail und Beaver Creek könnte für einige Athleten die letzte Chance sein, eine Medaille zu holen.

In der nächsten Saison steht kein Großereignis an. Gut möglich, dass zahlreiche Läufer dies zum Anlass nehmen, im Sommer ihre aktive Laufbahn zu beenden.

LAOLA1 hat einen Überblick über die „Oldies“, für die die WM das letzte Großereignis sein könnte:

Bode Miller:

Der US-Amerikaner ist mittlerweile 37 Jahre alt. Als 21-Jähriger war er bereits 1999 bei der WM in Vail und Beaver Creek dabei. In dieser Saison bestritt er aufgrund seiner Rücken-OP kein einziges Weltcup-Rennen. Trainings in Wengen und Kitzbühel sind bislang das höchste der Gefühle. Gut möglich, dass Miller alles für die WM in seinem Heimatland riskiert. Geht es auf, kann er seine glorreiche Karriere mit einer Medaille beenden. Geht es nicht auf, muss er sich wenigstens nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben. Bei einem Bode Miller weiß man aber nie. Vielleicht packt ihn der Ehrgeiz und er hängt noch ein paar Jahre dran. Zuzutrauen wäre es ihm.

Benjamin Raich:

Was wäre es für eine Geschichte, wenn Benjamin Raich 16 Jahre nach seiner ersten WM in Vail und Beaver Creek bei der heurigen Großveranstaltung eine Medaille holt. Im Riesentorlauf, wo er in dieser Saison in Beaver Creek mit Laufbestzeit im ersten Durchgang aufzeigen konnte, sind seine Chancen auf einen Podestplatz gegeben. Mit 36 Jahren ist der Tiroler ebenfalls seit längerem ein Routinier. Letztes Jahr beendete Freundin Marlies Schild ihre Karriere. Gut möglich, dass „Benni“ ihr in diesem Sommer in den Ruhestand folgt.

Ivica Kostelic:

Im Gegensatz zu Bode Miller ist der Kroate mit seinen 35 Jahren fast noch ein Jungspund. Allerdings hat er seit längerem mit anhaltenden körperlichen Problemen zu kämpfen. Er ließ immer wieder durchklingen, dass 2014/15 seine letzte Saison werden könnte. Aktuell läuft es für Kostelic nicht nach Wunsch, im Weltcup fährt er hinterher. Doch in Wengen zeigte er mit Rang drei in der Kombi plötzlich, was nach wie vor in ihm steckt. In der ehemaligen Königsdisziplin sind seine Chancen auf Edelmetall am größten. Vergönnen würde es dem sympathischen Kroaten wohl die gesamte Ski-Gemeinde.

Mario Matt:

Viel spricht dafür, dass es der letzte große Auftritt des Slalom-Olympiasiegers wird. Bereits im Sommer ließ er bei LAOLA1 durchklingen (Story), dass es seine letzte Saison wird. Nach fünf Ausfällen zu Saisonbeginn und den Plätzen 19, 12 und 19 strotzt er nicht gerade vor Selbstvertrauen. Abschreiben sollte man ihn im Slalom dennoch nie, für eine Überraschung war der 35-Jährige immer schon gut. Der „Adler vom Arlberg“ hat sich durch seine Pferdezucht und seine Apres-Ski-Hütte bereits andere Standbeine geschaffen und ist nicht vom Skifahren abhängig. So könnte er 14 Jahre nach St. Anton, wo er sensationell Gold im Slalom holen konnte, in Beaver Creek zum letzten Mal am Start einer WM stehen.

Didier Defago:

Der Schweizer ist mit seinen 37 Jahren der älteste WM-Teilnehmer. In seiner langen Karriere konnte er zwar die Klassiker in Wengen und Kitzbühel sowie Olympia-Gold (Abfahrt 2010) holen, WM-Medaille hat er aber keine im Trophäenschrank. Es war wohl der Wille, dies bei dem Event in den USA nachzuholen. Seine Saison verlief ohne große Höhepunkte. Sein bestes Saisonergebnis erzielte er aber ausgerechnet auf der WM-Strecke – Rang sieben im Super-G.

Reinfried Herbst:

Der Salzburger hat ebenfalls keine WM-Medaille zuhause. Eine Slalom-Weltcupkugel und Olympia-Silber können ihn darüber aber sicher hinwegtrösten. Aufgrund der aktuellen Nachwuchs-Krise im Slalom muss er sich auch trotz einer eher durchwachsenen Saison keine Sorgen machen. Vielleicht versucht der ÖSV sogar, ihn zum Weitermachen zu überreden, um einen Top-30-Fahrer in der Mannschaft zu haben. Mit seinen 36 Jahren gehört der Spätstarter aber inzwischen zum alten Eisen. Im Slalom drängen viele jüngere Fahrer nach oben, sodass es für Herbst schwer wird, nochmals ganz nach vorne zu fahren. Er selbst betont aber immer wieder, dass ihm nicht viel auf einen Spitzenplatz fehle.

 

Aus Vail/Beaver Creek berichtet Matthias Nemetz

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