Aufregung um Knauß-Aussage

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Aufregung um Knauß-Aussage bezüglich Fenninger

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"Wenn ich zum Beispiel höre, dass Anna Fenninger nur dem ORF ein Interview gegeben hat und wegen ihres Pressesprechers nicht zur CBS gehen konnte, frage ich mich, ob die komplett verrückt geworden sind."

Diese Passage des LAOLA1-Interviews mit Hans Knauß sorgte in den letzten Tagen für etwas Aufregung. Durfte Anna Fenninger aufgrund eines "ÖSV-Verbots" nicht zum Interview mit CBS, einem der größten Hörfunk- und TV-Stationen der USA?

Keinesfalls! "Mir wurde das etwas falsch zugetragen", gesteht Knauß ein, die Geschichte nicht ganz richtig hinüber gebracht zu haben. Doch wie spielte sich die Geschichte wirklich ab? Gab Fenninger CBS (Columbia Broadcasting Systems) tatsächlich kein Interview? Wir stellen es klar.

FIS schließt Pressebetreuer aus

Bei Weltcup-Rennen dürfen Pressebetreuer die LäuferInnen zu diversen TV-Interviews nach den Rennen begleiten. Dies ist ein völlig normales Szenario und wichtig für die Athleten, um eine Vertrauens- und Ansprechperson aus dem Verband an der Seite zu haben.

Bei der WM gibt es aber ein Abkommen zwischen FIS und dem "Broadcaster", dass Pressesprecher die Athleten nicht zu den TV-Interviews begleiten dürfen. Dies wurde vom Ski-Weltverband einfach so beschlossen. Ohne bei den Nationen nachzufragen, ohne Abstimmung.

Es wird lediglich ein "neutraler" Funktionär zugeteilt, der dann entscheidet, zu welchen Interviews welcher Sportler wann gehen soll. Viele Läuferinnen und Läufer zeigen sich diesbezüglich nicht begeistert.

Fenninger setzt ein Zeichen

So auch Anna Fenninger. Nach ihrer Super-G-Goldmedaille teilte ÖSV-Pressesprecher Christoph Malzer ihr mit, dass sie nun alleine den Interview-Marathon bewältigen müsse und er erst nach den TV-Stationen auf sie warten dürfe. FIS-Beschluss eben.

Fenninger ging nach dem ORF-Interview in Richtung Malzer und somit an den zahlreichen Fernseh-Stationen vorbei. Möglich, dass sie dies aus Gewohnheit machte und gar nicht absichtlich. Es könnte aber auch sein, dass sie damit ein Zeichen setzen wollte, dass die Athleten kein Spielball der FIS sind.

Interviews bei allen TV-Stationen

Anders als berichtet, stellte sich Fenninger anschließend aber sehr wohl den Fragen der TV-Journalisten von CBS und den anderen internationalen Stationen.

ÖSV-Pressemann Christoph Malzer (re.) darf bei WM nicht zu TV-Interviews

"Die Athleten machen immer zwei bis drei Runden. Da war sie sehr wohl bei CBS und auch allen anderen Stationen", bestätigt Malzer bei LAOLA1.

"Ich wollte mitteilen, dass die Athleten teilweise zum Opfer eines Machtkampfes werden. Die Leidtragenden sind die Läuferinnen und Läufer", stellt Knauß klar.

Kein ÖSV-Verbot

Seine ursprüngliche Aussage, wonach Fenninger wegen ihres Pressesprechers nicht zum CBS-Interview gehen durfte, ist somit völlig falsch. "Christoph ist ein fähiger Mann und ein toller Typ. Er hat ganz sicher nichts damit zu tun. Mir wurde da etwas falsch mitgeteilt", entschuldigt sich der Steirer.

Die Aufregung ist somit umsonst. Der ÖSV, und schon gar nicht Pressesprecher Christoph Malzer, verboten Fenninger Interviews.

Was bleibt, ist die sinnlose Regel der FIS, dass die Pressebetreuer der verschiedenen Nationen nicht mit zu dem TV-Interviews dürfen.

 

Aus Vail/Beaver Creek berichtet Matthias Nemetz

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