Maiers Abfahrts-Analyse

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"Svindal hat alles richtig gemacht"

Mein Fazit der WM-Abfahrt: Der Beste hat gewonnen. Mit einer absolut souveränen Leistungen hat Aksel Lund Svindal einen Favoritensieg gefeiert. Zwei Punkte waren aus meiner Sicht dafür ausschlaggebend: Zum einen hat der Norweger die Lehren aus dem Super G perfekt gezogen, in dem der dritte Platz für ihn ärgerlich war. Da, wo er das Rennen am Mittwoch verloren hat, hat er es jetzt gewonnen. Im Super G hat er bei der Einfahrt in den Zielhang zuviel Tempo herausgenommen, diesmal viel besser dosiert und eine engere, kürzere Linie fahren können.

Zweiter Punkt, der Svindal in der Abfahrt zugute kam: Er ist diese Lichtverhältnisse gewöhnt. Dieses flache Licht hast du in Skandinavien im Winter eigentlich die ganze Zeit, da ist es immer so. Alles in allem war gegen ihn jedenfalls kein Kraut gewachsen.

Wobei mir auch der Zweite, Dominik Paris, und der Franzose David Poisson auf dem dritten Platz imponiert haben - Paris mit seiner Unbekümmertheit, Poisson, weil er die Tatsache, dass ihm die Planai genau so entgegenkommt wie die Streif in Kitzbühel, ausgenutzt hat.

Paris erinnert mich ein bisschen an Beat Feuz im vergangenen Jahr. Und, dass er es körperlich so auf die Reihe bekommt, beeindruckt mich. Wobei die Strecken in Bormio, wo er gewonnen hat, und die in Schladming von der Kraftanstrengung her absolut vergleichbar sind.

Deshalb war für mich letztlich, nach der Verletzung von Max Franz, auch Hannes Reichelt der aussichtsreichste österreichische Kandidat - nicht für Gold, aber auf jeden Fall für einen Medaille. Umso bedauerlicher, dass Reichelt ausgeschieden ist, weil da bei ihm in kurzer Zeit viele Sachen zusammen gekommen sind und er aus meiner Sicht  den Faden im Kopf verloren hat.

Die größte Überraschung lieferten für mich übrigens die Schweizer auf den Plätzen sechs bis acht. Defago war von der letzten Zwischenzeit bis ins Ziel sogar der Schnellste – noch ein Zeichen, dass auf der Abfahrt Skitechnik und Erfahrung eine große Rolle gespielt haben. Und ein Wort noch zu diesem Trainingslauf am Renntag, grundsätzlich keine besonders gute Idee: Das Programm von Garmisch eins-zu-eins zu übernehmen, unter Missachtung der Tatsache, dass, anders als 2011, alle Pisten im selben Zielraum münden, ist wirklich eine großartige Leistung...

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