Reichelt setzt Ausrufezeichen

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Reichelt setzt das erste Ausrufezeichen

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Weite Sprünge, zahlreiche Wellen, "flaches" Licht und ein neuerlich tückischer Zielhang - Die Abfahrt der Herren in Schladming hat sich am Donnerstag beim ersten Training als absolut WM-würdig präsentiert.

Schnellster war in 2:02,98 Minuten der Salzburger Hannes Reichelt. Von den ÖSV-Qualifikanten war Georg Streitberger der Beste (15.), Cheftrainer Mathias Berthold wird den vierten und letzten Startplatz neben den gesetzten Reichelt, Klaus Kröll und Max Franz aber erst am Freitag vergeben.

Alle Favoriten vorne dabei

Hinter Reichelt folgte aufgefädelt auf den Plätzen zwei bis sechs die restliche Creme de la creme der Abfahrer.

Kitzbühel-Sieger Dominik Paris, der zweifache Saisongewinner Christof Innerhofer, Weltmeister Erik Guay, Abfahrts-Weltcup-Leader Aksel Lund Svindal und "Hausherr" Kröll.

Die Trainingseinheit am Donnerstag war die einzige über die volle Distanz. Denn Donnerstagfrüh wurde entschieden, dass das Freitag-Training (12.30 Uhr) nur bis zum Slalom-Start führen wird, um den Zielhang zu schonen.

"Piste deutlich härter"

"Die Kälte ist leider 24 Stunden zu spät gekommen", stellte Reichelt einen Tag nach seinem vierten Super-G-Platz ein wenig zerknirscht fest.

"Die Piste ist jetzt deutlich härter, das kommt mir entgegen." Für den 32-Jährigen bietet die Planai zahlreiche Schlüsselstellen.

"Oben ist es wie Wengen, unten wie Kitz und Bormio. Man muss über die Wellen das Tempo ordentlich mitnehmen und natürlich die Einfahrt zum Zielhang erwischen", weiß Reichelt.

Kröll angeschlagen

Vier Tage krank im Bett und auf der Couch hat Kröll hinter sich. Fieber hatte der Steirer zwar keines, nach der verpassten Super-G-Quali war Kröll aber deutlich geschwächt gewesen.

"Schon beim Stiegensteigen in den ersten Stock hab ich geschwitzt", berichtete Kröll, der am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen ist.

Zielhang extrem schwierig

Am Donnerstag war auch der Lokalmatador von der Abfahrt angetan. Im Vergleich zum Weltcup-Finale im März 2012, als es Kritik am zu niedrigen Schwierigkeitsgrad gegeben hatte, sei es nun eine "echte Abfahrt und kein Super-G".

"Der Zielhang ist extrem schwierig gesetzt. Aber Kopfzerbrechen bereitet er mir nicht. Die Sprünge gehen weit und gut, das passt", meinte der Abfahrts-Weltcup-Sieger.

"Das wird ein geiler Samstag"

Drittbester Österreicher war Franz als Zehnter. Obwohl der Kärntner einen wilden Rodeo-Ritt hinlegte. "Wenn du einmal die Linie verlierst, hängt dir das lange hinterher."

Dass ihm Berthold schon vor den Trainings einen Fixplatz zugestand, sorgte beim 23-Jährigen für Aufatmen. "Da war die Erleichterung schon sehr groß. Ohne Druck in die Trainings gehen zu können, das ist angenehm."

Die Vorfreude ist groß: "Das wird ein geiler Samstag. Die Fans dürfen sich auf ein Spektakel freuen."

Start-Anwärter knapp beisammen

Die fünf Anwärter auf den vierten ÖSV-Startplatz lagen innerhalb von nur 0,47 Sekunden. Streitberger war 15., Joachim Puchner 19., Florian Scheiber 24., Romed Baumann 26. und Matthias Mayer 28..

"Hier wird einem von oben bis unten nichts geschenkt. Es geht vom Start weg zur Sache", sagte Baumann, der nach der Super-G- auch in die Abfahrts-Quali muss. "Überbewerten sollte man so ein erstes Training nicht, das ist immer so eine Sache. Aber das wissen die Trainer ja ohnehin", merkte Puchner an.

Scheiber hofft, dass das Zittern am Freitag nicht allzu lange dauert.

"Dann können die anderen gleich in die Tenne gehen", scherzte der Tiroler. Denn nicht einmal einen Steinwurf von der Zieldurchfahrt entfernt, steht mit der Hohenhaus Tenne eine der größten Apres-Ski-Hütten Europas.

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