Hosp bricht den Bann

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Bann ist gebrochen! Hosp mit 1. Medaille

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Im dritten Rennen durfte Österreich über die erste Medaille bei der Heim-WM in Schladming jubeln.

Nicole Hosp fuhr mit slalom-Bestzeit zu Bronze in der Super-Kombi. Gold sicherte sich die deutsche Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch vor Top-Favoritin Tina Maze.

Pechvogel des Tages war Michaela Kirchgasser als Vierte.

 Starker Abfahrts-Leistungen

Fünf ÖSV-Damen waren dank Titelverteidigerin Anna Fenninger angetreten, um im laut Damenchef Herbert Mandl "Bewerb mit den vielleicht größten Medaillenchancen" endlich das erste Edelmetall für die Gastgeber zu erobern.

Schon nach der Abfahrt am Vormittag sah es gut aus. Fenninger war zusammen mit Maze Schnellste, Görgl Dritte. Und mit Hosp, Kathrin Zettel und Kirchgasser lagen auch die drei ÖSV-Slalom-Spezialistinnen aussichtsreich in Schlagdistanz.

Mannschaftlich top

Im Finale auf dem durchaus anspruchsvollen und vom Maze-Coach Livio Magoni gesetzten Kurs patzten dann aber gleich zwei der drei ÖSV-Slalomdamen.

Kirchgasser saß nach einem Fehler bei einem Rechtsschwung kurz auf dem Hosenboden, gleich danach bremste sich auch Zettel so stark ein, dass sie im Kampf um eine Medaille chancenlos war.

Auch Görgl fiel zurück, Fenninger schied schon nach wenigen Toren aus. Trotz allem gingen sich für die Mandl-Truppe am Ende die Plätze drei (Hosp), vier (Kirchgasser), fünf (Zettel) und sechs (Görgl) aus.

"Ein klassischer Einfädler"

"Ein klassischer Einfädler. Es ist halt schwierig, wenn man so selten Slalom fährt. Ich war ziemlich nervös heute", sagte Fenninger nach ihrem bereits zweiten WM-Aus. "Die Abfahrt war aber gut, ich blicke nach vorne", tröstete sie sich.

Während Zettel zugab, dass Platz drei für sie so oder so nur schwer möglich gewesen wäre, reagierte Kirchgasser verärgert. "Mir tut das Herz weh. Ich habe trotz dieses Liegers gezittert bis zum Schluss. Das jetzt ist ziemlich besch... eiden."

Hosp als "Miss Super-Kombi"

Zum Glück ist Hosp endlich und gerade rechtzeitig ihrer Krise davongefahren.

"Sie ist unsere Miss-Superkombi", freute sich Mandl darüber, dass die beeindruckende Kombi-Medaillenserie der ÖSV-Damen weiterging. Die Tirolerin legte als Abfahrts-Neunte überraschend Slalom-Bestzeit hin und wurde mit Bronze belohnt.

"Ich bin so glücklich, denn es war eine schwierige Zeit für mich in den letzten Jahren", war Hosp die Erleichterung anzumerken.

"Der Lohn für das Kämpfen"

"Diese Medaille ist Balsam auf meiner Seele. Ich danke allen, die immer an mich geglaubt haben und hinter mir gestanden haben", atmete Hosp durch.

Zehn Jahre nach ihrer WM-Medaillen-Premiere sorgte sie nun für ihre sechste. Hosp: "Die in St. Moritz kam aus heiterem Himmel, die heute ist Lohn für das Kämpfen."

Höfl-Riesch überrascht sich selbst

Selbst überrascht hat sich dafür Höfl-Riesch: "Dieses Gold hat den höchsten Stellenwert, den man sich vorstellen kann", sagte die 28-Jährige, nachdem sie von Platz vier in der Abfahrt zu Gold gefahren war.

"Ich bin überwältigt und überglücklich. Ich kann's gar nicht wirklich glauben, es ist ja nicht so gelaufen vorher für mich, ich hatte gerade mal zwei Podestplätze", erklärte die Deutsche.

"Mein Ziel war eine Medaille, jetzt schon im zweiten Bewerb Gold, das ist Wahnsinn. Das ist ein Hammer."

Maze über Slalom verärgert

Maze hatte die davor einzige Saison-Superkombination in St. Moritz gewonnen, griff als Abfahrtssiegerin aber vergeblich nach ihrem zweiten Gold in Schladming. Wie vor zwei Jahren an Fenninger scheiterte sie diesmal an Höfl-Riesch.

Besser gesagt, an sich selbst. "Natürlich bin ich nicht zufrieden mit meinem Slalom. Ich hab's verbremst, Maria war einfach besser", gestand die Slowenin.

"Ich hatte zu viel Respekt", erklärte die Super-G-Weltmeisterin. "Silber ist trotzdem ein Supererfolg. Ich hatte viel Druck am Start."

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