Hirscher-Trainer verrät Programm für nächsten Tage

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Mike Pircher ist mehr als nur der Trainer von Marcel Hirscher.

Der 36-jährige Schladminger ist auch und vor allem Vertrauensmann und Freund des ÖSV-Superstars.

Obwohl es bei Pircher nie für eine Weltcup-Karriere gereicht hat, spricht er die Sprache der Rennläufer - und trifft vor allem bei Hirscher immer den richtigen Ton.

Genau wie auch im LAOLA1-Interview, in dem sich Mike Pircher über Team-Gold freut, die Super-Form von Hirscher erklärt und einen Ausblick auf die nächsten Tage gibt.


LAOLA1:
 Wie groß ist die Erleichterung auf Trainerseite, nachdem jetzt endlich das erste WM-Gold da ist?

Mike Pircher: Sehr groß. Vor dem Team-Bewerb habe ich mir noch gedacht, dass es bei einer Weltmeisterschaft um die Einzelmedaillen geht. Aber jetzt bin ich schon froh, dass wir Weltmeister geworden sind. Davon war nicht auszugehen, denn es waren starke Mannschaften am Start.

LAOLA1: Aber die hatten keinen Marcel Hirscher im Team?

Pircher: Ich habe vom Training natürlich gewusst, dass er super drauf ist und nur schwer zu biegen sein wird. Die Leistung, die er geboten hat, war aber richtig beeindruckend. Die drei schnellsten Laufzeiten sprechen hier für sich.

LAOLA1: Seine Performance lässt auf jeden Fall für die WM-Starts in Riesentorlauf und Slalom hoffen?

Pircher: Einen besseren Start in die Weltmeisterschaft hätten wir nicht haben können. Es war auch wichtig, dass er bei der Super-Kombi schon die WM-Stimmung aufsaugen konnte. Danach hat er mich angerufen und mir gesagt, dass er schon aufgeregt ist. Aber genauso gehört es, denn wenn er nervös ist, fährt er eigentlich immer gut.

LAOLA1: War die Entscheidung, auf die Super-Kombi zu verzichten, im Nachhinein richtig?

Pircher: Ja, denn wir haben stattdessen sehr viel und sehr gut trainiert. Auf der Turracher Höhe, der Reiteralm, in Hinterreith und zum Schluss in Annaberg. Die Verhältnisse waren überall super, wir konnten richtig gut arbeiten. Auch weil wir in Ruhe gelassen wurden.

LAOLA1: Marcel hat gesagt, dass er noch auf der Suche nach dem richtigen Set-Up beim Riesentorlauf-Material ist. Das scheint gefunden, oder?

Pircher: Wir haben in den letzten Tagen viele verschiedene Bedingungen gehabt und viel probiert. Ich bin zuversichtlich, dass wir das richtige Set-Up für die nächsten Tage gefunden haben. Im Team-Bewerb hat es zumindest schon einmal gut funktioniert, so kann es weitergehen.

LAOLA1: Apropos weitergehen. Wie schaut denn das Programm der nächsten Tage aus?

Pircher: Am Mittwoch trainieren wir Riesentorlauf auf der Reiteralm. Alleine, ganz in Ruhe. Am Donnerstag werden wir die Hangbesichtigung machen, wenn sie denn zustande kommt. Bei Bedarf schieben wir vielleicht auch noch ein Training ein. Am Freitag fahren wir den Riesentorlauf, am Samstag gibt es noch ein Slalom-Training und dann ist eh schon Sonntag und der Slalom.

LAOLA1: Im Riesentorlauf kommt es zum großen Duell mit „Mr. GS“ Ted Ligety, der bereits ein Monster-Programm abgespult und zwei Goldene gewonnen hat.

Pircher: Wir brauchen im Riesentorlauf jeden Tag. Ligety dagegen kann sich schnell umstellen, ihm reichen ein, zwei Tage. Das kann man bei Marcel mit dem Slalom vergleichen. Aber wir stehen schon ganz gut da. Mal schauen, ob wir so gut sind wie Ligety. Was am Ende rauskommt, wissen wir am Freitag.

LAOLA1: Aber eine Medaille sollte schon drin sein?

Pircher: Marcel fährt Rennen, um sie zu gewinnen. Nur dabei sein ist ihm zu wenig. Sicher hätte der Team-Bewerb auch anders ausgehen können und er richtig ang'fressen sein, jetzt ist er überglücklich. Wobei es eigentlich wurscht gewesen wäre, weil wenn er sauer ist, fährt er auch gut. Aber diese Goldene setzt sicher positive Emotionen frei, die Berge versetzen kann.

LAOLA1: Wir danken für das Gespräch.

 

Das Interview führte Stephan Schwabl

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