"Lohn für drei harte Jahre!"

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Hosp holt Bronze: Großer Druck, keine Wirkung!

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Da ist das Ding! Endlich!

Nicole Hosp lässt 30.000 Fans am Fuße der Planai und mehrere Hunderttausend daheim vor dem Fernseher oder im Büro vor dem LIVE-Ticker von LAOLA1 jubeln.

Österreich hat die erste Medaille bei der Heim-WM in Schladming: Bronze in der Super-Kombi (Rennbericht).

"Lohn für drei harte Jahre"

Für die Bichlbacherin ist es bereits das siebente Mal Edelmetall bei einem Großereignis (sechs Mal WM, einmal Olympia).

Bei LAOLA1 spricht die frischgebackene Medaillengewinnerin über ihre dreijährige Leidenszeit, den harten Weg zurück und große Gefühle.

Außerdem verrät die 29-Jährige, warum es für den Rest des ÖSV-Teams jetzt deutlich einfacher ist und warum sie sich gegen ein Ende der Super-Kombi ausspricht.

 

Bronze-Gewinnerin Nicole Hosp bei LAOLA1 über …
 
…ihre beiden Stockerlfahrten: „Endlich konnte ich wieder einmal eine gute Abfahrt zeigen. Da habe ich den Grundstein für die Medaille gelegt. Der Slalom war dann sehr gut, obwohl die Piste aufgrund der vielen Spuren nicht einfach zu fahren war. Aber als im Ziel der Einser aufgeleuchtet ist und ich vor Kirchi und Zetti war, wusste ich, dass vielleicht etwas möglich ist.“
 
 
...Laufbestzeit im Slalom: „Ich habe meine alter Stärke wiedergefunden. Seit Marburg fahre ich einen neuen Ski, das hat auf Anhieb gepasst. Der ist steifer, schwerer zu fahren, weil man mehr Druck geben muss, er verlangt mehr Kraft. Aber ich brauche das. Seitdem mache ich bedeutend weniger Fehler – und ohne Fehler bin ich natürlich schneller. Im Slalom möchte ich zwei solche Läufe zeigen!“
 
 
...ihre Kaltschnäuzigkeit: „Druck hat offenbar nur wenig Einfluss auf meine Leistung, diese Fähigkeit hatte ich schon als Kind. Klar spielt die Erfahrung auch eine Rolle: Schladming ist meine sechste Weltmeisterschaft. Da weiß man dann schon, worauf es ankommt. Hier zählen nur die Medaillen und die gewinnst du nur, wenn du Vollgas gibst.“
 
 
...die Atmosphäre bei der Heim-WM: „Die Stimmung war ein Hammer, ich habe die Leute schon bei Ausfahrt Steilhang schreien gehört. Die Fans im Zielstadion haben mich durch die letzten Tore getragen, dafür hätten sie sich auch eine Medaille verdient.“
 
 
...den Stellenwert der ersten ÖSV-Medaille: „Jetzt ist viel Druck weg! Die ganze Nation schaut auf uns. Gerade für den Gastgeber ist es wichtig, dass es Medaillen gibt. Sicher, eine WM hat immer eigene Gesetze, aber ich gehe davon aus, dass es für Österreich die erste Medaille von vielen ist.“
 

 
...den Stellenwert ihrer sechsten WM-Medaille: „Die erste in St. Moritz (Kombi-Silber 2003; Anm.) ist fast aus heiterem Himmel gekommen. Diese hier ist der Lohn dafür, dass ich in den letzten drei Jahren weitergekämpft und mich durchgebissen habe. Aber jetzt fühlt es sich einfach nur großartig an, das ist Balsam auf der Seele.“
 
 
...den Stellenwert der Super-Kombi: „Schade, dass sie so geringgeschätzt und kleingeredet wird. Man muss so viel Aufwand betreiben, um erfolgreich zu sein. Das ist sicher keine geschenkte Medaille, im Gegenteil. In der Kombination zeigt sich, wer der perfekte Skifahrer ist.“
 
 
...das möglich Ende der Super-Kombi: „Meine Ergebnisse passen eigentlich fast immer, deshalb werde ich nicht gegen die Kombination reden. Aber mir wäre es lieber, wenn die FIS in jeder Disziplin ein, zwei Rennen aus dem Kalender streicht und dafür die Kombination ein bisschen aufwertet.“
 
 
…Gedanken ans Aufgeben: „Natürich gab es die. Wenn man alles probiert, aber überhaupt nichts funktioniert, dann stellt man sich schon die Frage: Macht es überhaupt noch Sinn? Habe ich es noch drauf? Und warum tue ich mir das eigentlich an? Ich habe mir das sehr gut überlegt und bin immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass ich extrem gerne Ski fahre. Deshalb war Aufgeben keine Option, ich habe für meine Leidenschaft gekämpft.“
 
 
...wer sie in Schladming unterstützt hat: „Meine Familie war da und ein paar gute Freunde von daheim, dazu noch meine Schwiegermutter und Schwägerin in spe. Und die Leute, mit denen ich schon jahrelang zusammenarbeite. Ich will da jetzt gar niemand herausheben, diejenigen, die es betrifft, wissen es eh. Natürlich habe ich auch meinem Freund Roland viel zu verdanken, denn er war es, der mir in der schweren Zeit sehr geholfen hat und immer hinter mir gestanden ist.“
 
 
...WM-Party und Slalom-Vorbereitung: „Das Feiern verlernt man am allerwenigsten. Jetzt werde ich einmal den Abend genießen und es mir gut gehen lassen. Wie dann das weitere Programm bis nächsten Samstag aussieht, ob ich noch einmal heimfahre oder mich hier auf den Slalom vorbereite, das entscheiden wir am Wochenende.“
 
 
 
Aufgezeichnet von Stephan Schwabl

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