"Nicht viel Slalom trainiert"

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"Ich muss wirklich einen guten Tag erwischen"

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Die 23-jährige Salzburgerin Anna Fenninger verteidigt am Freitag in der Super-Kombination von Schladming ihren WM-Titel. Der Ausfall im Super-G hat der Mitfavoritin lange zu schaffen gemacht, in ihrem nächsten Rennen um Medaillen will die Skirennläuferin "alles probieren, damit es funktioniert."

Frage: Was würde Ihnen eine erfolgreiche Titelverteidigung in der Super-Kombination bedeuten?

Fenninger: "Natürlich ist das eine Disziplin, wo ich wieder eine Möglichkeit habe. Aber das ist für mich nicht wichtiger als die Abfahrt oder der Riesentorlauf, die noch kommen. Ich muss es sowieso auf mich zukommen lassen, denn ich habe mich nicht speziell auf meine Titelverteidigung vorbereitet und auch nicht extrem viel Slalom trainiert. Das habe ich aber vor zwei Jahren, als ich den Titel geholt habe, auch nicht gemacht."

Frage: Wieviel Slalom haben Sie trainiert?

Fenninger: "Das kann ich genau sagen, weil es nicht viel war. Einen Tag in Neuseeland, drei Tage auf der Reiteralm, dann das Rennen in St. Moritz und seither einen Tag. Wenn ich die Konkurrenz anschaue, glaube ich nicht, dass das reicht. Tina (Maze/Anm.) ist extrem stark. Die gewinnt das Slalomrennen und von dem bin ich schon weit weg. Aber das ist eigentlich egal. Ich hätte es im Super-G auch drauf gehabt und habe es auch nicht gebracht. Es geht es um die Tagesverfassung, die man für das Rennen haben muss."

Frage: Fällt Ihnen die Umstellung von den langen auf die kurzen Skier schwer?

Fenninger: "Wir haben wieder ein bisserl was probiert in den drei Tagen, an denen ich intensiver trainiert habe. Ich habe für mich was rausgefunden bei den Skiern, wie ich mich leichter umstellen kann. Dafür war das Training auch da, dass ich sehe, wie es für mich funktioniert. Denn ich kann mich nicht mit anderen Läuferinnen vergleichen, die das ganze Jahr Slalom trainieren. Sicher habe ich mein Talent, dass ich mich schnell umstellen kann, dass ich einfach gut auf dem Ski stehe und das gleich einmal umsetzen kann. Aber daran kann ich mich nicht zurücklehnen, ich muss wirklich einen guten Tag erwischen und viel riskieren. Und das werde ich auch machen."

Frage: Was kommt in der Abfahrt auf Sie zu?

Fenninger: "Wenn man von der Spur wegkommt, wie es mir im Training passiert ist, ist es sehr weich. Das ist nicht ohne, wenn man da raus kommt. Man muss sehr konzentriert sein. Ich hoffe, dass es kälter wird und dass das der Piste gut tut. Wenn es nicht so ist, ist es nicht so."

Frage: Wie lange hat der Super-G-Ausfall in Ihnen gearbeitet?

Fenninger: "Es war heute schon noch präsent, aber nach dem Training am Mittwoch habe ich es endgültig geschafft, dass ich wirklich weiter schaue. Es nützt mir eh nichts, je länger ich mich ärgere, umso schlechter ist es für mich."

Frage: Was ärgert Sie am meisten?

Fenninger: "Es ärgern mich viele Sachen. Die Umstände, wie ein Rennen gefahren wird. Dass nicht gesehen wird, wie gefährlich das noch werden kann. Es ärgert mich, dass ich mich persönlich nicht darauf einstellen konnte, obwohl ich es wirklich probiert habe und wollte. Ich habe vorher schon gemerkt, dass irgendwas nicht passt und ich wollte es trotzdem. Es sind extrem viele Fehler passiert, wo es gefährlich werden hätte können."

Frage: Nach zwei Rennen wartet Österreich noch auf eine Medaille. Merken Sie die steigende Erwartungshaltung?

Fenninger: "Dass wir im Team noch null haben, das geht an mir vorbei. Sicher wäre es anders für uns alle schöner, aber das macht mir jetzt nicht mehr Druck. Für mich ist einfach wichtig, dass ich mein Ding durchziehen kann. Das hat im Super-G nicht funktioniert, aber ich probiere alles, dass es beim nächsten Mal funktioniert."

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