Zettel weiß: "Auf Maze darf ich mir nichts erlauben!"

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Peter Schröcksnadel machte sich in kleiner Runde einmal mehr für die Abschaffung der Super-Kombi stark.

„Wir sehen Abfahrer einen schlechten Slalom fahren und Slalomläufer eine schlechte Abfahrt, das kann man sich nicht anschauen“, polterte der ÖSV-Präsident gegen die Addition aus eben Abfahrt und einem Slalom-Durchgang.

„Wir wollten immer Allrounder haben, züchten aber nur schlechten Durchschnitt.“

Die Alleskönnerinnen im ÖSV-Team, die am Freitag um eine Kombi-Medaille fahren und versuchen werden, den WM-Titel zum dritten Mal in Folge nach Österreich zu holen, wollte er damit aber nicht gemeint haben.

Stolze ÖSV-Serie

Also auch nicht Kathrin Zettel, die 2009 in Val d'Isere überraschend Gold holte und auch vier Jahre später wieder zum erweiterten Favoritenkreis gehört.

45 Hundertstel fehlten der Göstlingerin im zweiten Abfahrtstraining auf Tina Maze, die erklärte Kombi-Weltmeisterin.

Dass der Weg zu Gold vor allem über die Slowenin führen wird, da sind sich alle einig.

Schröcksnadel traut aber auch den Österreicherinnen zu, die stolze Medaillen-Serie in der Kombination fortzusetzen.

Ein WM-Stockerl ohne rot-weiß-rote Beteiligung gab es zuletzt 1989 in Vail, Colorado. Damals stand mit der US-Amerikanerin Tamara McKinney eine ausgewiesene Technikerin am obersten Treppchen.

"Kann mir nichts erlauben"

Und in Schladming? Die Medaillenrechnung von Kathrin Zettel ist einfach und unverändert: In der Abfahrt den Rückstand möglichst gering halten und im Slalom voll attackieren.

„Auf Maze kann ich mir eigentlich keinen Rückstand erlauben. Sie hat den letzten Slalom gewonnen, auf sie ist wahrscheinlich kaum etwas gutzumachen.“

Auf die starken Abfahrerinnen könne sie im Slalom eine, maximal eineinhalb Sekunden aufholen, glaubt die Niederösterreicherin.

Schnelle Gewöhnung ans Tempo

Mit der Gewöhnung an die langen Latten und das hohe Tempo war Zettel zufrieden, wie sie im Gespräch mit LAOLA1 verrät.

Ein Trainingstag in Innerkrems und ein paar Fahrten auf der Gleitstrecke auf der Reiteralm reichten aus, um sich wieder an Geschwindigkeiten jenseits der 100 km/h zu gewöhnen.

„Vom Speed her war es überhaupt kein Problem.“ Entsprechend zufrieden war sie auch mit den beiden Trainings: „Die erste Fahrt war noch ohne Gas, um einfach mal das Gefühl zu finden und den Kurs kennenzulernen.“

Auf kompakterer Piste präsentierte sie sich bei der zweiten Fahrt angriffslustiger und war zufrieden. „Ich bin positiv überrascht.“

Abfahrt it technischem Teil

Genau wie Herbert Mandl, der nicht unglücklich darüber ist, dass vom Originalstart der Spezialabfahrt gefahren wird und damit der technische Teil dabei ist.

„Würde man von weiter unten starten, wäre für die Slalomfahrerinnen nichts mehr drinnen“, geht der Damen-Chef davon aus, dass Zettel das langsame Tempo entgegen kommt.

„Es ist leichter als eine High-Speed-Abfahrt, aber für eine Slalomfahrerin dennoch eine Überwindung. Die neuen Abfahrts-Geräte im Grenzbereich zu bewegen, ist nicht so leicht.“

"Zähle mich zu Außenseiterinnen"

Auch deshalb wollte sich die Ex-Weltmeisterin in Sachen Kampfansage nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

„Ich halte meine Erwartungen eher am Boden, zähle mich, was die Medaillen betrifft, eher zu den Außenseiterinnen.“

Aber, schickt Zettel nach, es sei alles möglich. „Es muss eben nur viel zusammenstimmen.“ Das war vor vier Jahren nicht anders.

 

Stephan Schwabl

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