Damen-Chef Mandl: "Erwarte mir eine Medaille!"

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Es ist jener Bewerb, in dem Anna Fenninger die größten Medaillenchancen hat.

Zugleich aber ist der WM-Riesentorlauf der Damen am Donnerstag in Schladming (10:00/13:30 Uhr LIVE bei LAOLA1) auch jenes Rennen, in dem es die meisten Anwärterinnen auf einen Podiumsplatz gibt.

Mitfavoritin ist auch Kathrin Zettel, die rot-weiß-roten Last-Minute-Qualifikantinnen Michaela Kirchgasser und Elisabeth Görgl können als Außenseiterinnen überraschen.

ÖSV-Trainer steckt Kurs

Der Riesentorlauf geht auf dem steilen Herren-Hang in Szene, im Gegensatz zu jenem beim Weltcupfinale vor einem Jahr wurde der damals sehr kräfteraubende Lauf um zehn Tore verkürzt.

Kurssetzer sind Christian Brüesch für Finnland und Techniktrainer Günter Obkircher für die Gastgeber.

"Die Kurssetzung ist ein Faktor, der sehr entscheidend und wichtig für uns ist. Lieber haben wir es ein bisschen kurvig und nicht zu schnell, was aber schon vom Gelände her programmiert ist. Wir haben gesehen, dass uns die ganz so schnellen Läufe nicht so liegen", sagte ÖSV-Damen-Cheftrainer Herbert Mandl.

Zehn Medaillenkandidatinnen

"Ich erwarte, dass wir eine Medaille holen, obwohl wir auch nur zwei ganz Starke haben. Zettel und Fenninger sind absolut im Favoritenkreis. Die anderen sind aber nicht so weit weg, auch für sie ist etwas möglich", glaubt Mandl.

Für ihn kommen auf der harten Piste sieben bis acht Läuferinnen für Gold infrage, für die Medaillen an die zehn.

"Da herunter musst du echt Skifahren können", weiß er.

Die ÖSV-Damen freuen sich jedenfalls allesamt auf die Herausforderung, die das steile Gelände mit sich bringt.

Maze als große Favoritin

Die ersten vier Weltcup-Riesentorläufe im laufenden Winter hat allesamt die Slowenin Tina Maze gewonnen, die nach Super-G-Gold und Super-Kombi-Silber auf die dritte Medaille losgeht.

Die weiteren Siege fuhren Fenninger, die Deutsche Viktoria Rebensburg und die US-Amerikanerin Lindsey Vonn ein, die nach einer Knieverletzung bereits von der WM abgereist ist.

Die Französin Tessa Worley muss man ebenfalls auf der Rechnung haben.

Letzte Chance für Fenninger

Die Salzburgerin Fenninger fühlt sich trotz dreier alles andere als wunschgemäß verlaufener WM-Bewerbe bereit.

"Normal sollte mir der Hang liegen. Meine Technik passt. Pistenmäßig kann kommen, was will. Die Pisten waren in den letzten Weltcups immer unterschiedlich, und ich bin immer vorne mitgefahren."

"Ich bin gewappnet, besser als wo anders", sagte die 23-Jährige, die zwei Tage zu Hause die Akkus wieder aufgeladen hat.

Medaille ist kein Kinderspiel

Auch Zettel ist dem WM-Rummel zwei Tage entflohen, auch wenn sich dieser im abgeschiedenen Teamhotel ohnehin in Grenzen halte.

Sie war im Winter in allen sieben Rennen dieser Disziplin in den Top-Ten, fuhr die drei Podestränge aber bis Mitte Dezember ein

"Eine Medaille ist nicht unmöglich, ich mache mir aber keinen Druck. Sicher wünscht sich Österreich Medaillen, aber das ist kein Kinderspiel, das haben wir gesehen. Jeder versucht sein Bestes - auch ich werde meine Sache machen und hoffen, dass ich eine Medaille erreichen kann."

"Runterfahren wie Gummibaum"

Auch wenn die Erwartungshaltung groß sei, dann müsse man doch realistisch bleiben und sich die Saisonergebnisse anschauen, so Zettel.

"Ich bin keine Rechnerin. Ich fokussiere mich darauf, dass ich da runterfahren muss. Die Ruhe ist wichtig, aber man darf da auch nicht runterfahren wie ein Gummibaum, dann bringt man auch nichts weiter. Man muss Spannung und Aggressivität an den Tag legen", hat sie sich vorgenommen.

Achtzig Prozent reichen nicht

Kirchgasser fand während der WM zur Lockerheit, sie wurde Vierte der Super-Kombination, holte Gold im Teambewerb und bestand die Riesentorlauf-Ausscheidung erfolgreich.

"Ich fühle mich echt wohl im Riesentorlauf, der Hang ist wirklich lässig und liegt mir. Es gibt nur hopp oder tropp, runterzubremsen bringt nichts", meinte sie.

"Wenn ich nicht alles gebe, fahre ich nicht so, wie ich kann, dann schleife ich so dahin. Trainer Obkircher hat das mal ganz richtig gesagt, wenn man es nicht kann mit achtzig Prozent, dann soll man es nicht probieren. Deshalb fahre ich wieder hundert Prozent."

Alles muss ineinander greifen

Görgl kommt wie Fenninger zu ihrem vierten WM-Start. "Es wird eine gescheite Challenge", sagte die Steirerin, die nicht als Top-Anwärterin auf eine Medaille in das Rennen gehen wird.

"Man kann es drehen, wie man will. Man sieht immer wieder, dass beim Rennen alles zusammenpassen und man das nötige Glück haben muss. Bei wem alles ineinandergreift, der ist im Endeffekt ganz vorne."

"Bei mir ist jeder Tag, an dem ich kein Knieweh habe, ein guter Tag. Es geht mir gesundheitlich gut, die Voraussetzungen sind sehr gut. Es heißt arbeiten, arbeiten, arbeiten."

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