Schild-Schwestern: Zielstrebig und Kämpferisch

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Ihre Teilnahme wird von vielen als Wunder bezeichnet. Ob etwas Sensationelles dabei rausschauen wird, ist für Marlies Schild Nebensache.

Was in jedem Fall feststeht, ist, dass der WM-Slalom der Damen am Samstag in Schladming eine Familienangelegenheit wird.

Die ältere Schild-Schwester fühlt sich fit genug, um nach 58 Tagen Verletzungspause zur Titelverteidigung anzutreten, die jüngere Bernadette hat sich mit guten Leistungen im Weltcup dafür qualifiziert.

Schild-Schwestern im Vergleich

Die 31-jährige Marlies hat in ihrer Karriere 33 Weltcup-Slaloms gewonnen, war viermal Disziplinsiegerin und 2011 Weltmeisterin.

Die 23-jährige Bernadette war Juniorenweltmeisterin 2008 und hat im Weltcup als bestes Ergebnis Platz sechs beim Flachauer Nachtslalom im Jänner zu Buche stehen.

Am 14. März 2008 traten die beiden in Bormio erstmal gemeinsam in einem Weltcupslalom an - Marlies siegte, Bernadette schied im zweiten Durchgang aus.

Auf sich allein gestellt

Wann immer die Schild-Schwestern gemeinsam im Weltcup unterwegs waren, kümmerte sich die große auch um die kleine.

"Jetzt bin ich doch ein bisserl mehr auf mich alleine gestellt", sagte Bernadette, nachdem sich Marlies im Dezember in Aare verletzt hatte.

Umso größer ist die Freude beim Nesthäkchen, dass ausgerechnet der WM-Bewerb wieder zur Familienangelegenheit wird.

Voll attackieren

"Ich freue mich total darauf! Für mich ist das natürlich voll cool, mit meiner Schwester an den Start gehen zu dürfen. Auch für unsere Familie ist es schön, zwei Mädels am Start zu haben", meinte Bernadette mit großem Strahlen im Gesicht.

"Ich freue mich wahnsinnig, dass ich jetzt da bin", sagte die gelöst wirkende Marlies, die ohne Schmerzen ist und der das Gefühl sagt, dass sie voll attackieren kann.

"Es war lange unklar, geht es sich aus oder nicht. Ich weiß, wie hart sie in den vergangenen zwei Wochen dafür gearbeitet hat. Ich denke, es schaut ganz gut aus für sie", glaubt Bernadette. "Sie fährt sicher ganz anständig", ist auch ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl überzeugt, dass sein Slalom-Topstar ein gutes Comeback geben wird.

"Ordentliche Leistung" erwartet

"Sie hat schon wieder eine recht ordentliche Form. Wie die Wettkampfform ist, wird man Samstag sehen.

Zwischen Trainingsfahrt und Rennsituation ist ein Unterschied, aber ich bin überzeugt, dass sie eine ganz ordentliche Leistung erbringen wird", sagte Techniktrainer Günter Obkircher.

Fehlende Rennpraxis werde sie sicher mit ihrer Routine kompensieren. "Es war auch für uns überraschend, dass es so gut funktioniert. Sie ist in einer Supersituation. Sie kann unbekümmert in das Rennen gehen. Es ist eine super Sache, dass sie dabei ist. Ich denke, sie kann mit diesem Rennen nur gewinnen", ist Obkircher überzeugt, dass Marlies Schild das Richtige tut.

Jede auf ihre Art

Jede Schild-Schwester verfolgt ihr Ziel auf ihre Art.

"Wir können uns beide gut auf uns selbst konzentrieren und unsere Sache machen, und trotzdem irgendwie den gemeinsamen Weg finden", erklärte Bernadette, die mit ihrer Schwester viel verbindet.

"An manchen Charakterzügen weiß man sofort, dass wir Schwestern sind. Und dann gibt es Sachen, wo wir unterschiedlicher nicht sein könnten."

Zielstrebig

Beide seien total zielstrebig und würden Sachen durchziehen, die sie sich in den Kopf gesetzt haben, sagte Bernadette. Das so rasche Comeback von Marlies ist das beste Beispiel dafür: "Dass ich eine Kämpferin bin, weiß man. Und dass ich nichts anbrennen lasse, wenn ich irgendwo eine Chance sehe, weiß man auch. Ich kann extrem ruhig und ohne Druck in das Rennen gehen", weiß die Lebensgefährtin von Benjamin Raich.

Auch die Begeisterung für den Sport ist den Schild-Mädels aus Saalfelden gemein.

"Aber sie ist ein paar Jahre älter, sie ist organisiert. Ich als kleine Schwester bin ein bisschen ein Chaosmensch, der ab und zu mal Sachen vergisst. Aber vielleicht lerne ich das ja auch noch", gibt Lockenkopf Bernadette die Hoffnung diesbezüglich nicht auf.

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