"Nur gejammert und gemault!"

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Befreiungsschlag in Bronze: "Viel Theater gemacht!"

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„Jetzt hat die Jammerei auf hohem Niveau hoffentlich ein Ende!“
 
Die erste Reaktion von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel nach dem Rennen zeigt wie sehr den kernigen Tiroler die Kritik nach den zwei medaillenlosen Auftakt-Bewerben bei der Heim-WM gestört hat.
 
„Im eigenen Land die Medaillen holen ist das schwierigste“, erklärt der WM-Macher. „Es gibt wohl kein zweites Land auf der Welt, wo man, nachdem man in zwei Bewerben keine Medaille holt, derart jammert.“
 
„So etwas gibt es normal nicht. Gemault und gejammert haben nur die Zeitungen, aber nicht die Zuschauer. Es ist doch furchtbar, dass man nach dem zweiten Tag bereits versucht ein Theater zu machen.“
 
Wann gibt's das erste Gold?
 
Trotz aller Aufregung kann sich Peter Schröcksnadel über die Bronzemedaille von Nicole Hosp doch noch freuen.
 
„Diese Medaille ist viel wert, weil damit jetzt wieder die Lockerheit ins Team zurückkehrt.“
 
Von einer sicheren Medaille will der ÖSV-Präsident nicht sprechen: „Ich habe immer gesagt, dass wir eine Chance auf Rang drei haben, aber dass der nicht sicher ist. Was mich aber äußerst überrascht hat ist, das wir so geschlossen gut sind. Die Ränge drei, vier, fünf und sechs sind ganz toll. Gratulation an das gesamte Team. Das war eine richtig gute Mannschaftsleistung.“
 
„Wir haben keinen großen Druck, aber in der Öffentlichkeit wird enorm Druck aufgebaut. Und das geht jetzt nicht mehr. Aber die Frage wird kommen: Wann holt ihr die erste Goldene?“
 
Nur nicht wieder leer ausgehen
 
Damen-Chef Herbert Mandl hofft auf die Abfahrt am Sonntag, freut sich zunächst aber über Kombi-Bronze.
 
„Diese Medaille war sehr wichtig. Weil wenn wir im zweiten Bewerb auch leer ausgehen, dann frage nicht.“
 
Wie der Präsident hat auch er nach „sensationellen Leistungen“ in der Abfahrt („Da sind alle richtig gut gefahren!“) mit Bronze gerechnet.
 
„Man musste davon ausgehen, dass nicht mehr drin ist, wenn Höfl-Riesch und Maze keinen kapitalen Fehler einbauen. Das war uns vor der Entscheidung ganz klar.“
 
Eine Stufe höher war möglich
 
Dabei wäre durchaus mehr drin gewesen, denn die Bichlbacherin hatte einen schweren Fehler in der Abfahrt,  der sie eine halbe Sekunde mindestens gekostet hat.

Das ergab die erste Analyse der ÖSV-Trainer vor dem Slalom.

 
„Wäre ihr das nicht passiert, hätte sie am Ende sogar eine Stufe höher auf dem Podium stehen können“, war laut Mandl Silber durchaus drin.
 
Lockerheit durch Erfolg
 
Dennoch zog Niederösterreicher vor dem Auftreten von Niki Hosp die Haube.
 
„Ihre Leistung ist beachtlich, in der Super-Kombi zeigt sie immer wieder, dass sie es noch kann. Auch wenn es sonst nicht läuft bei ihr, as ist schon sehr komisch.“
 
Eine Überraschung war es für Mandl aber nicht. „Sie war in diesem Bewerb schon erfolgreich und die Beste der Welt. Da bringt sie die notwendige Lockerheit an den Start.“
 
Die Medaille und die Laufbestzeit im Slalom sollen ihr jetzt auch für den Spezial-Slalom am nächsten Samstag locker machen und ihr die Angst vor einem Ausfall nehmen.
 
„Da fährt sie immer mit dem Hintergedanken, dass sie ins Ziel kommen muss. Aber mit dem Erfolg jetzt gibt es keinen Grund mehr zum Bremsen.“
 
 
 
Peter Rietzler/Stephan Schwabl

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