Heiße Muskeln, kühler Kopf

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Jetzt will Maze den Gold-Jackpot: "Alles ist möglich!"

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Tina Maze macht bei der Weltmeisterschaft dort weiter, wo sie im Weltcup aufgehört hat.

Die Slowenin bleibt also auch bei der Ski-Weltmeisterschaft in Schladming das Maß der Dinge – und holt Gold im Super-G!

Die Serien-Siegerin dieses Winters steckte die Verschiebungen im Viertel-Stunden-Takt scheinbar mühelos weg.

„Ich habe gewusst, dass es ein langer Tag wird, aber ich habe immer an ein Rennen geglaubt und mich darauf eingestellt.“

Rückzugsgebiet Ski-Hütte

Von irregulären Bedingungen wollte die frischgebackene Weltmeisterin naturgemäß nichts wissen.

„Die Verhältnisse waren okay, die Piste für alle gleich. Ich verstehe die Organisatoren, dass sie das Rennen unbedingt durchbringen wollten, da bei einer WM nicht viel Zeit bleibt. Außerdem sind wir im Weltcup schon bei viel schlechteren Bedingungen gefahren.“

Als vor dem eigentlich Start um 11 Uhr der Nebel in der Piste hing, zog sich Maze mit ihrem Physiotherapeuten in eine Hütte am Start zurück, um sich dort in aller Ruhe vorzubereiten.

Beim Sprung rausgenommen

„Heiße Muskeln, kühler Kopf“, verrät Trainer und Lebensgefährte Andrea Massi das Gold-Motto des ersten WM-Tages.

Einfach, ergänzt Maze, sei es aber nicht gewesen. „Der Super-G war sehr stark auf der technischen Seite und physisch anspruchsvoll, vor allem die Sprünge.“

Als sie die Steirerin Nicole Schmidhofer beim Posersprung sah, wurde ihr doch kurz anders zumute.

„Ich habe gesehen, wie hoch sie war, das hatte ich im Kopf“, nahm sie deshalb vor dem Sprung, der Lindsey Vonn zum Verhängnis wurde, bewusst Tempo raus. „Ich hatte Angst, dass ich das nächste Tor verpasse.“

Laut Massi hat genau das den Unterschied ausgemacht: „Tina hat sehr wenig riskiert und ist mit Kopf gefahren, deshalb war sie von oben bis unten konstant.“

"Harte Arbeit macht sich bezahlt"

Wie schon die ganze Saison über, in der sie bereits sieben Rennen gewonnen und zehn weitere Male am Stockerl gestanden hat.

Mazes Dank nach dem zweiten Weltmeister-Titel ihrer Karriere galt dem „besten Team, das ich je hatte“.

„Jeder macht einen super Job, ich fühle mich einfach gut. Ich denke, dass sich jetzt die harte Arbeit im Sommer bezahlt macht, denn ich bin immer noch voller Energie.“

Auch weil sie in der Woche vor der WM bewusst rausgenommen und die Akkus aufgeladen hat. Ihre letzten Einheiten absolvierte sie am Sandstrand von Grado und nicht in irgendeinem Ski-Gebiet.

Strandläufe und Sprints statt Super-G- oder Slalom-Training. „Es waren zwar nur drei Tage, aber die haben richtig gut getan.“

Fünf Mal Gold für Maze?

Am Freitag möchte Maze, die seit dem Super-G von St. Anton Siege in allen Disziplinen geschafft hat, in der Super-Kombination den zweiten WM-Streich folgen lassen.

Aber natürlich spricht jetzt schon alles davon, dass sie den Gold-Jackpot knackt und jede einzelne Disziplin gewinnt.

„Möglich ist alles“, lacht Maze, „aber für Medaillen in allen Disziplinen braucht man viel Glück.“

 

Stephan Schwabl

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