Wer wird's? Schladming sucht den WM-Superstar

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Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Vor Garmisch-Partenkirchen 2011 deutete der Papierform nach alles auf die deutsche Lokalmatadorin Maria Höfl-Riesch und den im Weltcup dominierenden Kroaten Ivica Kostelic als potenzielle Superstars hin.

Geworden sind es sensationell die Steirerin Elisabeth Görgl als Doppelweltmeisterin und der Südtiroler Christoph Innerhofer mit einem kompletten Medaillensatz.

Görgl-Triumphe aus dem Nichts

Und 2013? Die Zeichen stehen auf Marcel Hirscher und Tina Maze. Sie haben das Potenzial, bei der alpinen Ski-WM in Schladming Begeisterungsstürme auszulösen.

Die kränkliche Höfl-Riesch musste sich bei den Welttitelkämpfen vor zwei Jahren in der Abfahrt und im Super-G mit jeweils Bronze begnügen, Platz drei im Super-G war die Ausbeute von Kostelic.

Dafür trumpfte mit Görgl eine Dame aus dem Nachbarland auf. Und mit Rot-Weiß-Rot als Hit könnte und sollte es weitergehen.

Denn durchschlagende Erfolge des gastgebenden Teams sind nicht unentscheidend für den Verlauf der Titelkämpfe.

"Hirscher braucht das Kribbeln"

Weltcup-Spitzenreiter Hirscher könnte bis zu vier Medaillenchancen bekommen, im Riesentorlauf- und im Slalom ist er heißer Gold-Tipp.

Im Teambewerb ist damit zu rechnen, dass er die Mannschaft anführt, bei einem Start in der Super-Kombination ist eine faustdicke Überraschung durchaus möglich.

"Hirscher braucht dieses Kribbeln der Heim-WM", sagte der Schladminger Ex-Rennläufer Hans Knauß, tippt auf den 23-Jährigen als WM-Superstar und spricht dem Skifan aus der Seele.

Größter Konkurrent des Mannes mit der grünen Haube im Lande der Menschen mit den grünen Herzen um die Auszeichnung des männlichen Superstars ist der Norweger Aksel Lund Svindal.

Der Norweger fährt in Abfahrt und Super-G um die Goldmedaillen mit und wird auch versuchen, seinen Titel in der Super-Kombination zu verteidigen.

Fünf Gold-Chancen

Fix ihre fünf Einzelauftritte hat die Slowenin Tina Maze, und die 29-Jährige hat das Potenzial und die Nervenstärke, in allen auch auf das Podest zu fahren.

Die wahrscheinliche Gesamt-Weltcupsiegerin gewann in dieser Saison bereits sieben Rennen und fuhr diese Siege in sämtlichen Disziplinen mit Ausnahme der Abfahrt ein.

Dort kratzte sie als zuletzt Zweite in Cortina aber ebenfalls schon am obersten Podestrang.

Kann Fenninger dagegen halten?

"Tina kann in jeder Disziplin gewinnen", weiß auch Höfl-Riesch, die wie die US-Amerikanerin Lindsey Vonn als Allrounderin gleich mehrfach Medaillenchancen hat.

Maze-Festspiele nicht für unwahrscheinlich hält Österreichs Damen-Cheftrainer Herbert Mandl.

"Ich traue es ihr zu und wünsche es ihr auch. Sie hat es sich verdient, die eine oder andere Goldene zu holen", sagte der Chef von Anna Fenninger, die ihrerseits im Riesentorlauf, der Abfahrt, dem Super-G und der Super-Kombination, in der sie Titelverteidigerin ist, vorne mitfahren könnte.

Pärson war 2007 knapp dran

Knackt Maze mit fünf Medaillen den Jackpot, dann würde sie dem Norweger Lasse Kjus nachfolgen, der 1999 in allen fünf Disziplinen auf dem Podest stand.

Gold im Super-G und Riesentorlauf, Silber in Abfahrt, Slalom und Kombination war die Erfolgsausbeute des Skandinaviers.

Als letzte Rennläuferin knapp am Fünfer-Vorhaben in Einzelbewerben schrammte Anja Pärson 2007 in Aare vorbei. Den Titeln in Abfahrt, Super-G und Kombination fügte sie Bronze im Slalom hinzu.

Im Riesentorlauf schied sie aus. Mit fünf Mal Edelmetall ging Pärson dennoch nach Hause, denn im Teambewerb gab es für sie auch noch Silber.
 

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