Das Wunder ist vollbracht

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Schild tritt im WM-Slalom an: "Es ist ein Geschenk"

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Am 22. Dezember 2012 und damit zwei Tage nach ihrem Sturz und dem dabei erlittenen Riss des Innenbandes im rechten Knie wusste Marlies Schild nicht, ob sie ihre Karriere überhaupt fortsetzen wird.

Am Samstag tritt die 31-jährige Salzburgerin bei der Heim-WM in Schladming zur Titelverteidigung im Slalom an.

"Es ist ein Geschenk, dass ich fahren kann", sagte die Saalfeldenerin am Mittwoch bei einem Medientermin in Dienten am Hochkönig (Salzburg). "Ich weiß nicht, wie schnell ich bin. Es ist ein Versuch. Ich habe keine Erwartungen, kein Ziel."

Worte wie ein Wunder

Schild absolvierte in der Früh im eine Autostunde von Schladming entfernten Dienten ein paar Trainingsläufe, lockte am rennfreien Tag der Welttitelkämpfe eine große Schar Medienvertreter an, ließ sich filmen und fotografieren und sprach anschließend jene Worte, die einem Wunder gleichkommen: "Ja, ich werde bei der WM antreten."

Nur 58 Tage nach dem verhängnisvollen Sturz in Aare gibt sie ihr Comeback, und das, obwohl sie die Saison bereits abgehakt hatte und von den Ärzten eine dreimonatige Pause vorhergesagt worden war.

Doch dann ging der Genesungsprozess viel schneller als erwartet. Nach zwei, drei Wochen wurde gesagt, die Chancen auf einen Start stehen "fifty fifty".

Nach vier, fünf Wochen hatte sie erstmals gespürt, dass sie probieren könne, die Skier wieder anzuschnallen. "Nach sechs Wochen habe ich erstmals das Gefühl gehabt, dass ich stabil bin", skizzierte Schild die vergangenen Wochen.

"Habe gemerkt, das könnte gehen"

"Und vor einer Woche habe ich gemerkt, ich mache Fortschritte. Ich habe gemerkt, das könnte gehen." Nur insgesamt sechs Slalom-Trainingstage hat sie in den Beinen.

Bestmögliche Unterstützung erhielt Schild von Ärzten, Physiotherapeuten, Betreuern und Trainern, die gemeinsam jenen Plan ausarbeiteten, der einen Start von Schild bei der Heim-WM ermöglichen sollte.

"Die haben sich alle brutal den Kopf zerbrochen, wie ich am besten wieder in Form komme und fit werde. Wie man das Maximum rausholen kann. Und wie wir uns ans Limit tasten können. Es hat super funktioniert. Ich freue mich wahnsinnig, dass ich jetzt da bin", sagte die Gewinnerin von 35 Weltcupbewerben, davon 33 im Slalom.

Familiäre Atmosphäre

Schild hat viel auf den Pisten von Hinterreit und in Dienten trainiert.

"Ich habe die perfekte Unterstützung und mag es hier. Alles Leute, die mit mir mitfiebern. Es ist eine familiäre Atmosphäre hier", sagte Schild, während sie im "Bründlstadl" geduldig Fragen beantwortete. Auch Lebensgefährte Benjamin Raich hatte einmal beim Training vorbeigeschaut.

"Allerdings vor der WM, jetzt muss er sich auf seine eigenen Sachen konzentrieren."

Froh über Benni

Sie sei froh, einen Partner an ihre Seite zu haben, der sie aufbauen könne und auch wisse, was sie durchmache. Ob sie nach der WM auch noch die restlichen Weltcuprennen fahren wird, ist noch nicht beschlossen.

Für Teamkollegin Kathrin Zettel ist es fast unvorstellbar, dass Schild am Samstag antreten wird. "Es ist cool, dass sie dabei sein kann. Und ich hoffe natürlich auch, dass sie ihre volle Leistung bringen kann", meinte die Niederösterreicherin.

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