Einfädler? Wieder Aufregung um ein Hirscher-Foto

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Geschichte wiederholt sich nicht. Sie hat aber ihre Gewohnheiten.

Nach der Aufregung um das facebook-Foto – Stichwort: „Diesen Lauf wäre ich auch gerne gefahren!“ - sorgt schon wieder ein Bild von Marcel Hirscher für Aufruhr.

Ein Jahr nach der „Einfädler-Affäre“ kursiert im Weltcup-Zirkus wieder ein Foto, das angeblich beweisen soll, dass der Salzburger bei seinem Kitzbühel-Sieg im zweiten Durchgang eingefädelt hat.

Und es gibt im World Wide Web auch ein Video zum vermeintlichen Einfädler.

"Haben das erwartet"

„Es sind offenbar Leute unterwegs, die dem Marcel schaden wollen“, erklärte Herren-Chef Mathias Berthold beim Team Captains Meeting in Schladming.

Der Vorarlberger war zwei Tage vor dem ersten WM-Einsatz Hirschers gezwungen, in die Offensive zu gehen.

„Wir haben es erwartet, dass diese Gerüchte kurz vor dem Team-Bewerb auftauchen werden.“

Die ÖSV-Spitze und auch Hirscher selbst hatten am Tag nach Kitzbühel und also vor dem Abflug nach Moskau Kenntnis von der Existenz der Bilder.

Anruf bei FIS-Rennchef Hujara

Am Sonntagvormittag entschieden ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, Sportdirektor Hans Pum und Hirscher PR-Berater Stefan Illek dann von sich aus aktiv zu werden, bevor die Geschichte in den Medien landet.

Am Nachmittag rief Berthold FIS-Renndirektor Günther Hujara an, um mit ihm die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Der Deutsche stellte dann auch gleich klar: „Das Ergebnis ist fixiert, in Kitzbühel ist alles nach den Regeln abgelaufen.“

Grünes Licht schon in Kitzbühel

Schon während des Rennens wurden alle Fahrten mit Hilfe der doppelten Video-Kontrolle, die es seit der letzten Saison gibt, kontrolliert – auch jene von Hirscher.

„Wir sind für den Fall vorbereitet, dass jemand versucht, den Sieg infrage zu stellen“, hat man bei der FIS aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt.

„Ich habe mir schon gedacht, dass wieder etwas in diese Richtung passieren kann. Aber die Leute, die so etwas machen, sollen wissen, dass wir die technischen Möglichkeiten haben und auch nützen, um alle Eventualität auszuschließen.“

Wirklich nur ein eifriger Ski-Fan?

Für ÖSV-Spordirektor Hans Pum ist es traurig, dass es soweit kommen musste, der Zeitpunkt aber „kein Zufall“.

Wer dahinter steckt, dazu wollte sich der Oberösterreicher nicht äußern.

Wie LAOLA1 erfuhr, wurden einigen Medien die ersten Bilder vom vermeintlichen Einfädler bereits wenige Stunden nach dem Rennen zugespielt.

War da also wirklich nur ein übereifriger Ski-Fan am Werk, der daheim vor dem Fernseher etwas gesehen haben wollte?

SMS-Schreiber wurde nie gefunden

Zur Erinnerung: Im Vorjahr brachte eine anonyme SMS an einen Journalisten der „Kronen Zeitung“ die „Einfädler-Affäre“ ins Rollen, die in einen Streit zwischen Hirscher und Ivica Kostelic gipfelte und an deren Ende eine Aussprache zwischen den beiden Kontrahenten um den Gesamt-Weltcup stand.

Der Verfasser der SMS wurde nie gefunden, obwohl Präsident Schröcksnadel sich höchstpersönlich um die Aufklärung kümmern wollte.

„Leider hat man da kaum eine Chance. Wir haben damals einiges unternommen, aber wie willst du jemanden finden, der ein Wertkarten-Handy kauft, das ist leider unmöglich.“

"Marcel kann sich nicht wehren"

Mit der Aufklärung vor allen internationalen Trainern im Rahmen des Team Captains Meeting ist für Pum das Thema vom Tisch bevor es überhaupt eines werden konnte.

„Wir haben momentan andere Dinge zu tun. Aber es ist traurig, weil sich der Marcel ja nicht dagegen wehren kann.“

Ski-Tour statt Pressekonferenz

Hirscher selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, checkte am Sonntag auch nicht im ÖSV-Quartier Hotel Pichlmayrgut ein.

Stattdessen ging er daheim in Annaberg eine Ski-Tour – und postete danach ein Foto von sich im Tiefschnee und mit breitem Grinser.

Schön, dass der großen Gold-Hoffnung trotz der Umstände das Lachen noch nicht vergangen ist …

 

Stephan Schwabl

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