LAOLA1-Awards: And the Schladi goes to ...!

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Die Ski-Weltmeisterschaft 2013 ist Geschichte, in Schladming kehren langsam wieder Normalität und Alltag ein.

Aber noch können wir die neunten Titelkämpfe auf österreichischem Boden nicht zu den Akten legen.

Traditionell vergibt die Redaktion die LAOLA1-Awards. And the Schladi goes to ...!

Bester Hauptdarsteller: TED LIGETY

Der unbestrittene Superstar dieser Ski-WM! Drei Mal Gold für den US-Amerikaner, damit war nicht zu rechnen. Im Super-G fuhr er erst zum zweiten Mal in seiner Karriere aufs Podest, in der Super-Kombi war es überhaupt erst das erste Mal. Keine Überraschung war dagegen sein Sieg im Riesentorlauf, wo Ligety nach wie vor das Maß der Dinge ist. Drei Weltmeistertitel bei einem Event, das gab es zuletzt durch Jean-Claude Killy 1968 in Grenoble.


Beste Hauptdarstellerin: TINA MAZE

Die Slowenin ist angetreten, um fünf Medaillen zu holen. Geworden sind es schlussendlich drei, eine in Gold (Super-G) und zwei in Silber (Super-Kombi und Riesentorlauf). Anders als so manch andere WM-Favoritin hatte Maze mit der ihr zugedachten Rolle überhaupt kein Problem. Goldverdächtig auch ihr Sing-Sang-Auftritt im TirolBerg – in Lederhose! Ihren nächsten großen Hit wird sie beim Weltcup-Finale in Lenzerheide landen, wenn sie die große Kristallkugel entgegennimmt.


Bester Nebendarsteller: MARCEL HIRSCHER

Mit zwei Mal Gold und einmal Silber schnitt der rot-weiß-rote Superstar nur unwesentlich „schlechter“ ab als Konkurrent Ted Ligety. Im Slalom-Finale vor mehr als 40.000 Fans hat Hirscher bewiesen, dass er nicht nur im Weltcup für die Hauptrolle bereit ist, sondern auch bei Großereignissen. Mit seinen extremen Kniewinkeln ist er natürlich auch immer ein Kandidat für „Beste Special-Effects“.


Beste Nebendarstellerin: MICHAELA KIRCHGASSER

„Endlich“, atmete Damen-Chef Herbert Mandl auf. So lange musste die Salzburgerin auf ihre erste Einzelmedaille warten. Dass es am Ende ausgerechnet in Schladming klappte, wo sie bereits im Vorjahr beim Weltcup-Finale überzeugen konnte, war natürlich doppelt schön. Vor allem für Kirchgasser selbst, die aber eigentlich nach jeder Zieldurchfahrt jubelte, als hätte sie für den FC Filzmoos das entscheidende Tor im Champions-League-Finale „dahoam“ geschossen.


Bestes Drehbuch:  SLALOM DER HERREN

„Das war schon fast Hollywood“, lachte Felix Neureuther nach seiner Silbermedaille. Wobei dieses Drehbuch hätten sie nicht einmal in der Traumfabrik so hinbekommen. Mario Matt hat eine Medaille fix, Felix Neureuther, der erste Herausforderer von Marcel Hirscher steht mit Bestzeit im Zielstadion und oben ist noch ein junger Mann, eben Hirscher. Und der 23-Jährige bleibt cool, haut einen super Lauf runter und holt im letzten Rennen die erste „richtige“ Goldene für Österreich.


Bester Film: ABFAHRT DER HERREN

Über den ORF kann man sagen, was man möchte. Meist ist es nichts Gutes, vor allem was die Moderatoren und Kommentatoren betrifft. Aber über die Bilder, die die Küniglberger von der Herren-Abfahrt in Wohnzimmer in Österreich und der (Alpen-)Welt geliefert haben, waren eindrucksvoll. Hubschrauber, Drohnen, Cam-Cat, unzählige Kameramänner, da war wirklich alles im Einsatz, was Rang und Namen hat. Und Rainer Pariasek …


Beste Musik: AMERIKANISCHE NATIONALHYMNE

„O! say can you see by the dawn’s early light, …“ Gleich vier Mal war die US-Hymne „The Star-Spangled Banner“ bei diesen Weltmeisterschaften zu hören. Drei Mal für Ted Ligety, einmal für Mikaela Shiffrin. Damit lief die US-Hymne zum Beispiel vier Mal öfter als Andreas Gabaliers WM-Hymne „Go for Gold“ auf Ö3.


Bestes Kostüm: HERMANN MAIER

Fasching ist, hat sich der „Herminator“ gedacht, und sich für einen Tag als Kritiker verkleidet. Ach, nein, doch nicht. Das war sein PR-Mann, der sich als Hermann Maier verkleidet und einen lustigen Blog geschrieben hat. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel fand’s weniger lustig.


Beste Special-Effects: TEAM-BEWERB

Die wilde Flugeinlage des kroatischen Stuntman im Kung-Fu-Style – mit gestrecktem Bein dem Deutschen Felix Neureuther ins Schienbein – ist uns noch lebhaft in Erinnerung. Genau wie die packenden Duelle auf 18,90 bis 22 Fahrsekunden. Den Fans hat’s gefallen, den Läufern hat’s gefallen, den Läuferinnen auch und nachdem FIS-Präsident Gianfranco Kasper zwischen zwei Zigaretten den Daumen nach oben gestreckt hat, sieht es gut aus für das Parallel-Spektakel, das vielleicht schon 2018 ins Olympia-Programm wedelt.


Bestes Drama: LINDSEY VONN

Erstes passierte lange gar nichts im Auftakt-Bewerb der Damen, der alle 15 Minuten verschoben wurde. Und dann verletzte sich ausgerechnet einer der Superstars dieser WM. 42,50 Sekunden war die 28-Jährige unterwegs, dann krachte es – und zwar im Knie. Kreuzband hin, Innenband hin, Saison vorbei. Mit dem Helikopter ging es ins Spital, mit dem Privat-Jet von Tiger Woods nach Hause. Also eigentlich ein Drama mit Happy-End, oder?


Bester fremdsprachiger Film: FRANKREICH

Chapeau! So gut waren die Franzosen zuletzt 1974 bei einer Weltmeisterschaft. Aber in Schladming gab es Mega-Erfolg mit Mini-Budget. Marion Rolland und Tessa Worley holten Gold, Gauthier de Tessieres Silber und David Poisson raste zu Bronze. Viel mehr hat der ÖSV auch nicht zustande gebracht – mit dem sechsfachen Budget.



Stephan Schwabl

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