Kitzbühel lässt Fragezeichen in Sachen WM-Team

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Die ÖSV-Trainer hatten sich vom Super G in Kitzbühel Aufschlüsse in Sachen WM-Team erhofft.

Nach dem Rennen hat sich die Situation aber nicht entscheidend geändert. Überzeugen konnte mit Matthias Mayer jener Läufer, der bereits im Vorfeld als Fixstarter galt.

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum meint zur Ticket-Vergabe: "Unsere Trainer werden es sich nicht einfach machen."

Haupt-Kriterium sind die bisherigen Saison-Ergebnis, wobei natürlich auch die Form in die Entscheidungsfindung einfließen wird.

Fix-Starter ist Matthias Mayer, der in den vier Super G nie schlechter als auf Rang sieben klassiert war und in Kitzbühel erstmals aufs Podest fuhr.

Gute Karten haben Joachim Puchner und Hannes Reichelt, die es in Lake Louise bzw. Beaver Creek aufs Podest schafften.

Für den vierten Startplatz gibt es bis zu fünf Anwärter. Einzig Benjamin Raich ist nach dem Kitzbühel-Super-G aus dem Rennen.

 

L.Louise B.Creek Gröden Kitzbühel
Matthias Mayer 6. 7. 6. 2.
Joachim Puchner 3. 21. 9. 21.
Hannes Reichelt 22. 3. 11. 14.
Klaus Kröll 15. 23. 7. 16.
Georg Streitberger 16. 14. 17. 11.
Max Franz 8. Out DNS Out
Romed Baumann 23. 28. 49. 12.
Florian Scheiber 37. 12. 36. 23.
Benjamin Raich 42. Out 20. 25.
Marcel Hirscher DNS 33. DNS DNS
Otmar Striedinger 56. DNS 38. DNS

MATTHIAS MAYER:

6, 7, 6 und 2 - bei allen vier Super-G dieser Saison in den Top 7. Und mit Rang zwei das beste Ergebnis eines Österreichers. An Matthias Mayer führt in Sachen WM-Super-G kein Weg vorbei. Der Kärntner ist für das Auftaktrennen gesetzt.

Das sagt der Kärntner: "Da gibt es jetzt keine Diskussion mehr. Ich kann mich voll darauf vorbereiten, jetzt freue ich mich auf den WM-Super-G."

HANNES REICHELT:

In Beaver Creek stand der Salzburger als Dritter am Podest. Das ist allerdings sein einziges Top-Ergebnis in diesem Winter. In der Abfahrt läuft es deutlich besser, dort hat er als Bormio-Sieger das Ticket fix in der Tasche. Ein Punkt, der für ihn spricht, da er bereits im WM-Aufgebot steht.

Das sagt Reichelt: "Die Entscheidung treffen die Trainer. Aber ich habe mich im Training am Donnerstag mit Mayer duelliert. Er hat es im Rennen umgesetzt, ich nicht, das ärgert mich in dieser Saison ein bisschen. Aber der Schwung passt, das ist wichtig."

JOACHIM PUCHNER:

Für den Salzburger begann die Saison mit Rang 3 in Lake Louise geradezu sensationell, vor allem, wenn man bedenkt, dass er den Großteil der Sommer-Vorbereitung wegen einer Verletzung verpasste. In Gröden konnte er mit Rang neun nochmals nachlegen - Beaver Creek und Kitzbühel waren hingegen zum Abhaken.

Das sagt Puchner: "Die Fahrt war eine Katatstrophe, damit kann ich überhaupt nicht zufrieden sein. Ich habe einen dritten und einen neunten Platz stehen, das schaut nicht schlecht aus. Aber die Entscheidung treffen die Trainer."

KLAUS KRÖLL:

In der Abfahrt ist der Steirer in seiner Comeback-Saison ein Sieg-Anwärter, im Super G kann er noch nicht an frühere Leistungen anschließen. Das beste Ergebnis erreichte er in Gröden mit Rang 7. In Kitzbühel konnte er mit Rang 16 keine Werbung in eigener Sache machen. Er matcht sich mit Streitberger und Franz um das vierte Ticket.

Das sagt der Steirer: "Enttäuschend, wenn man nicht bei den Schnellsten dabei ist. Keine Ahnung, was das für die WM bedeutet. Aber die anderen haben sich, wenn ich mir die Ergebnisliste so anschaue, auch nicht wirklich aufgedrängt. Das werden wir uns wahrscheinlich noch irgendwo ausfahren. Ich möchte gerne dabei sein, aber die Entscheidung treffen die Trainer. Deshalb möchte ich auch keine Gedanken daran verschwenden, in welche Richtung es gehen könnte."

GEORG STREITBERGER:

Der Salzburger kann keinen Top-Ten-Platz vorweisen. In Kitzbühel war er zweitbester Österreicher - allerdings als Elfter. Eine WM-bewerbung sieht anders aus. Nur die Teilzeiten sprechen für Streitberger. Im Kampf um den vierten Startplatz sind Kröll und Franz die Konkurrenten.

Das sagt Streitberger: "Natürlich gebe ich die Hoffnung nicht auf, weil ich weiß, dass ich in gewissen Passagen schnell bin. Aber ich weiß auch, dass es sehr schwer wird für mich noch ins WM-Team zu kommen."

ROMED BAUMANN:

Der Tiroler war vor Kitzbühel Außenseiter im Kampf um die WM-Tickets. Rang 23 als bestes Ergebnis stand zu Buche. In Kitzbühel klappte es auch nicht mit dem absoluten Top-Ergebnis. Dass er drittbester Österreicher wurde, ist angesichts von Rang 12 ein schwaches Argument. Mit dem 12. Rang als Top-Ergebnis ist er Nummer 7 in der Saison-Rangliste.

Das sagt Baumann: "Ich weiß nicht, wie die Trainer aufstellen. Mein Gefühl sagt mir gar nix! Es wäre gelogen, wenn ich sage, dass es mir wurscht ist, natürlich möchte ich gerne mitfahren. Aber wenn es nicht so ist, bin ich selber schuld, weil ich habe die Chancen gehabt, mich zu qualifizieren. Gröden war indiskutabel, da bin ich unter aller Sau gefahren. Aber von Bormio weg stimmen Leistung und Formkurve. Andere haben bessere Karten als ich, aber sag niemals nie!"

BENJAMIN RAICH:

Wie bei Baumann war auch bei Raich klar: In Kitzbühel muss ein absolutes Top-Ergebnis her, wenn er bei der WM im Super G am Start sein will. Mit Rang 25 hat sich dieses Thema erledigt - da hilft auch der starke Auftritt beim Weltcup-Finale 2012 nichts. Ein 20. Rang als Top-Ergebnis kann für ein WM-Ticket nicht reichen.

Das sagt Raich: "Das war natürlich deutlich zu wenig, um über ein WM-Ticket zu diskutieren. Die Enttäuschung ist groß. Mit dem 400. Rennen bin ich zufrieden, aber nicht mit dem Ergebnis."

MAX FRANZ:

 Der Kärntner ist ein Spezial-Fall. Mit Rang acht vom Auftakt in Lake Louise hat er nur ein Ergebnis zu Buche stehen. Nach dem Sturz in Beaver Creek verpasste er auch das Rennen in Gröden. In Kitzbühel schied er aus. mit Rang acht hat er ein besseres Ergebnis als Streitberger - allerdings nur dieses eine. Die Entscheidung wird zwischen ihm, Streitberger und Kröll fallen.

Stephan Schwabl und Philipp Bachtik

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