Heftiger Sturz! Bank erleidet Gehirnerschütterung

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Ein schwerer Sturz des Tschechen Ondrej Bank hat bei der Ski-WM in Vail/Beaver Ceek am Sonntag die Kombinations-Abfahrt der Herren überschattet.

Der mit Nummer 19 gefahrene Bank kam beim letzten Sprung vor dem Ziel schwer zu Sturz und schlitterte ohne Bewusstsein über die Ziellinie.

Bank wurde im Ziel lange behandelt und dann unter Applaus mit dem Rettungsschlitten zum Krankenwagen gebracht.

Erste Entwarnung

Der tschechische Technik-Coach Daniel Fahrner gab leichte Entwarnung: "Er ist bei Bewusstsein und kann die Beine bewegen. Es sieht nicht ganz so schlimm aus."

Der Rennläufer wurde im Zelt versorgt und nach Vail in die Klinik gebracht. An der Erstversorgung waren auch die österreichischen Teamärzte Alexandra Reimann und Erich Altenburger beteiligt.

Nach ersten Informationen aus dem Krankenhaus zog er sich beim Sturz eine Gehirnerschütterung und Verletzungen im Gesicht zu.

Bei einer Computer-Tomographie wurden keine Verletzungen festgestellt. Nach Rücksprache mit den Ärzten wird entschieden, ob Bank über Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus bleibt oder bereits entlassen wird.

Vor Sprung Ski verloren

Der Olympia-Siebente Bank galt nach zwei Podestplätzen im Weltcup als Mitfavorit in der Kombination der Herren und war bei sonnigen Verhältnissen dementsprechend schnell unterwegs.

Auf den schattigen Wellen vor dem Red-Tail-Jump verschnitt der 34-Jährige aber, rammte ein Tor und flog mit nur noch dem linken Ski am Bein mit 110 km/h über die Kante hinaus.

Beim Aufprall verlor Bank das Bewusstsein, löste aber beim Rutschen über die Ziellinie noch die Zeitnehmung aus.

Kostelic kritisiert Sprung

Zwar kamen sofort Diskussion über den Sprung auf, allerdings war auch rasch klar, dass ein offensichtlicher Fahrfehler von Bank zu dem Sturz geführt hatte.

Der Weltverband (FIS) versucht seit diesem Winter, Abfahrten wieder attraktiver zu machen, indem man Wellen oder Sprünge verstärkt, ohne die Rennen gefährlicher zu machen. Dafür zuständiger Renndirektor bei den Herren ist der Österreicher Hannes Trinkl.

"Es ist ein bisschen wellig, es hat keine gerade Linie von Tor bis Tor. Wenn man schon im Training sieht, dass jeder anders springt, dann passt beim Sprung etwas nicht", meinte der Kroate Ivica Kostelic.

Cuche: "Ein Fahrfehler"

Der Norweger Kjetil Jansrud sagte: "So etwas wollen wir nicht sehen, das passiert aber in der Abfahrt eben immer wieder. Man hat gesehen, wie viele Kräfte da frei werden", meinte der Speed-Dominator der WM-Saison.

Jansrud erklärte die Situation: "Dort ist eine kleine Kompression, dann geht es hoch auf den Schanzentisch beim Zielsprung, das macht die Kompression größer. Das ist fast der schwierigste Teil von diesem Kurs."

Der Ex-Rennläufer und mehrfache Kitzbühel-Sieger Didier Cuche (SUI) merkte an: "Bank hat vor dem Sprung die Kontrolle verloren."

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