"Bin wieder gefahren wie der junge Grange"

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Jean-Baptiste Grange hat in den vergangenen vier Jahren nur zwei Rennen gewonnen.

Diese zwei Siege machten den Franzosen allerdings zum Doppel-Weltmeister im Slalom. Wie 2011 in Garmisch-Partenkirchen holte Grange auch am Sonntag in Beaver Creek Gold.

Dazwischen lag jedoch eine Zeit, in der "JBG" wegen Rückenproblemen des Öfteren an einen Rücktritt dachte, das letzte Mal erst vor drei Wochen.

Gemischte Gefühle

Ende Jänner 2015 hatte Grange nämlich bei den Österreich-Klassikern in Kitzbühel und Schladming nur die Ränge 21 und 26 belegt. "Das war extrem frustrierend für mich. Ich dachte daran, es bleiben zu lassen. Dementsprechend hätte ich mir diesen Sieg hier niemals erträumen lassen", meinte der 30-Jährige, der im dichten Schneetreiben in Colorado die Gunst der Stunde nützte und im Finale noch vom fünften auf den ersten Platz stürmte.

Mit Beaver Creek verbindet Grange jede Menge gemischte Erinnerungen. Eine Hochschaubahnfahrt der Gefühle, wie eigentlich seine gesamte Karriere.

Am 29. November 2007 fuhr Grange in Beaver Creek als Slalom-Zweiter das erste Podestergebnis seiner Weltcup-Karriere ein. Etwas mehr als zwei Jahre später, am 6. Dezember 2009, zog er sich jedoch an selber Stelle im Riesentorlauf ohne Sturz einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu.

Bandscheiben-Probleme

Grange, WM-Slalom-Dritter 2007 in Aare und Slalom-Weltcup-Sieger 2008/09, verpasste dadurch Olympia 2010 in Kanada, kämpfte sich aber zurück und fuhr 2011 in Garmisch-Partenkirchen zu WM-Gold.

Danach warfen ihn Bandscheibenprobleme, die seit seinem elften Lebensjahr immer wieder auftauchen, weit zurück, vor allem in der für die Startnummern ausschlaggebenden Slalom-Weltrangliste.

Wirklich schmerzfrei ist Grange erst wieder seit Sommer 2014 unterwegs. "Diese Goldmedaille ist jetzt der Lohn für meine harte Arbeit", meinte Grange voller Genugtuung. "Ich bin wieder gefahren wie der junge Grange", sagte Grange lächelnd. Die Momente, als der Salzburger Marcel Hirscher einfädelte und sein Sieg feststand, bezeichnete der Franzose als "überwältigend" und als "Emotion pur".

Training mit Italienern zahlte sich aus

Das Geheimnis seines Erfolges lag aber zweifelsohne auch am italienischen Kurssetzer (Stefano Costazza) des zweiten Durchgangs.

"Wir haben zuletzt gemeinsam mit dem italienischen Team trainiert. Ich bin diese Läufe also eine Woche lang Tag für Tag gefahren."

Laufbestzeit im zweiten Durchgang und Gold waren der Lohn für das Stehaufmännchen aus der kleinen Gemeinde Valloire im Departement Savoie.

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