Saisonbilanz: Rot-weiß-roter Alleinunterhalter

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Sieg im Gesamtweltcup, Kristallkugel im Slalom, 11 Saisonsiege und 57 Podestplätze.

So liest sich die Weltcupsaison 2012/13 des ÖSV-Teams in Zahlen.

Von einer positiven Bilanz kann - auch wenn es Jammern auf hohem Niveau ist - keine Rede sein.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass 6 Saisonsiege auf das Konto von Marcel Hirscher gehen. Drei weitere steuerte Anna Fenninger bei.

LAOLA1 nimmt die Saison genau unter die Lupe und zieht Bilanz.

 

Vergleich der Saisonen:

Unschwer zu erkennen: Die Tendenz geht nach unten, in diesem Winter besonders drastisch.

Nur 11 Saisonsiege, so wenig gab es seit der Saison 1991/92 (acht Siege) nicht mehr.

Was besonders auffällt ist die Sieg-Schwäche im Speedbereich. Ein Abfahrtssieg bei den Herren, ein Super-G-Sieg bei den Damen - das ist die gesamte Speedausbeute in rot-weiß-rot. Definitiv zu wenig für die Ski-Nation Nummer 1.

In den technischen Disziplinen sieht es mit 9 Siegen (6 Slalom, 3 Riesentorlauf) erfreulicher aus.

Klar wird auch, dass es vor allem an Siegfahrern im ÖSV mangelt. In absoluten Zahlen gibt es zwar auch bei den Podestplätzen ein Minus, allerdings gab es 2011/12 deutlich mehr Rennen.

In relativen Zahlen kann die Podestplatz-Quote gehalten werden.

Saisonvergleich in relativen Zahlen:

12/13

11/12

10/11

09/10

08/09

07/08

06/07

05/06

04/05

03/04

Siege

11 (69)

24 (81)

17 (69)

14 (66)

18 (70)

24 (75)

35 (71)

30 (74)

32 (69)

24 (74)

Podium

57

68

48

49

53

72

86

87

81

98

(207)

(243)

(207)

(198)

(210)

(225)

(213)

(220)

(207)

(222)

S DH

1 (15)

3 (19)

4 (17)

0 (16)

3 (16)

2 (18)

6 (20)

6 (19)

11 (19)

19 (21)

P DH

10 (45)

14 (57)

14 (51)

4 (48)

11 (48)

11 (54)

17 (60)

24 (57)

27 (57)

31 (63)

S SG

1 (11)

2 (15)

3 (12)

2 (13)

2 (12)

6 (14)

6 (12)

9 (14)

11 (15)

7 (15)

P SG

8 (33)

8 (45)

9 (36)

9 (39)

6 (36)

19 (42)

19 (36)

21 (32)

23 (45)

26 (45)

S SL

6 (22)

13 (21)

9 (19)

8 (17)

4 (19)

13 (20)

13 (19)

5 (19)

6 (17)

5 (21)

P SL

20 (66)

22 (63)

17 (57)

20 (51)

14 (57)

24 (60)

26 (57)

19 (57)

17 (51)

25 (63)

S RTL

3 (17)

5 (18)

1 (12)

3 (14)

7 (15)

3 (15)

7 (13)

5 (17)

3 (15)

2 (15)

P RTL

14 (51)

20 (54)

3 (36)

10 (42)

16 (45)

14 (45)

14 (37)

15 (51)

12 (45)

14 (45)

S KB

0 (4)

1 (6)

0 (7)

1 (6)

2 (7)

0 (8)

4 (7)

4 (6)

1 (2)

0 (2)

P KB

4 (12)

3 (18)

4 (21)

7 (18)

6 (21)

4 (24)

10 (21)

7 (18)

1 (6)

2 (6)

Lediglich 16 Prozent der Saisonrennen kann das ÖSV-Team für sich entscheiden, die klar schlechteste Quote der letzten Jahre.

Bei den Podestplätze gibt es nur ein minimales Minus, dass durchaus unter die Rubrik "statistische Schwankungsbreite" fällt.

Siegquote im Vergleich:

Obwohl der Slalom die stärkste ÖSV-Disziplin bleibt, gibt es auch hier ein sattes Minus. Das ist erklärbar durch den Verletzungsbedingten Ausfall von Marlies Schild, die 2011/12 bekanntlich sechs Slaloms gewinnen konnte.

Sorgenkinder sind ganz klar die Speed-Disziplinen. Die ohnehin schon schwache Ausbeute 2011/12 wird nochmals deutlich unterboten.

Podestquote im Vergleich:

Saison

Gesamt

DH

SG

SL

RTL

KB

2012/13

15,9

6,7

9,1

27,3

17,6

0

2011/12

29,6

15,8

13,3

61,9

27,8

16,7

2010/11

24,6

23,5

25

47,4

8,3

0

2009/10

21,2

0

15,4

47,1

21,4

16,7

2008/09

25,7

18,8

16,7

21,1

46,7

28,6

2007/08

32

11,1

42,9

65

20

0

2006/07

49,3

30

50

68,4

53,8

57,1

Bei den Podestplätzen gibt es ein kleines Minus in der Abfahrt, aber ein Plus im Super G.

Das Minus im Slalom fällt trotz des Ausfalls von Marlies Schild nicht allzu deutlich aus, hier wirkt die Traumsaison von Marcel Hirscher (11 Podestplätze). Im Riesentorlauf gibt es hingegen ein sattes Minus, für das vor allem die Herren verantwortlich zeichnen.

Aufschlüsselung der Siege Damen und Herren:

Saison

Gesamt

DH

SG

SL

RTL

KB

2012/13

27,5

22,2

24,2

30,3

27,5

33,3

2011/12

28

24,6

17,8

34,9

37

16,7

2010/11

23,2

27,5

25

29,8

8,3

19

2009/10

24,7

8,3

23,1

39,2

23,8

38,8

2008/09

25,2

22,9

16,7

24,6

35,6

28,6

2007/08

32

20,4

45,2

40

31,1

16,7

2006/07

40,4

28,3

52,8

45,6

37,8

47,6

In den vergangenen 15 Saisonen gab es nie so wenige ÖSV-Siege, wie in diesem Jahr.

Auffällig: Sowohl für die Damen, als auch die Herren ist es in diesem Zeitraum die Negativmarke. Ähnlich schwach war nur die Saison 2009/10.

Saisonsiege im Vergleich:

ÖSV-Präsident Schröcksnadel wird es nicht gerne hören. Aber: Die USA sind in diesem Winter die Ski-Nation Nummer 1. Zumindest, wenn es nach der Anzahl der Saisonsiege geht.

Mit 18 Siegen feiert das US-Team mit Abstand die meisten Erfolge. Österreich bringt es wie Slowenien auf 11 Siege. Letzter gehen allesamt auf das Konto einer Läuferin - Tina Maze.

Im Vergleich USA gegen Österreich kann man diesmal nicht einmal eine absolute Überläuferin als Erklärung heranziehen. Lebte das US-Skiteam in den letzten Jahren vor allem von den Erfolgen von Lindsey Vonn, so sind in diesem Jahr gleich fünf verschiedende Läuferinnen und Läufer für die Siege verantwortlich.

Im ÖSV-Team können hingegen nur vier Athleten Rennen gewinnen: Marcel Hirscher (6), Anna Fenninger (3), Kathrin Zettel und Hannes Reichelt je eines.

Kristallkugel-Vergleich:

Nation

12/13

11/12

10/11

09/10

08/09

07/08

06/07

05/06

04/05

USA

18 (5)

18 (4)

12 (3)

13 (3)

10 (2)

15 (4)

12 (4)

9 (4)

10 (4)

Österreich

11 (4)

25 (8)

17 (8)

14 (7)

18 (10)

24 (12)

35 (9)

30 (13)

32 (13)

Slowenien

11 (1)

0

2 (1)

2 (2)

2 (1)

1

1

1

3 (1)

Deutschland

7 (4)

8 (2)

9 (2)

7 (3)

6 (2)

2(1)

1

0

0

Italien

6 (3)

5 (4)

2 (2)

2 (2)

6 (5)

9 (5)

2 (2)

8 (4)

4 (2)

Norwegen

5 (1)

3 (2)

1

1

3 (1)

2 (1)

5 (1)

2 (1)

2 (1)

Frankreich

4 (2)

3 (2)

8 (3)

4 (3)

7 (4)

4 (1)

1

1

1

Kroatien

2 (1)

6 (1)

7 (1)

2 (1)

1

0

1

9 (1)

2 (1)

Slowakei

2 (1)

0

0

0

0

0

0

0

0

Schweden

1

2 (1)

4 (3)

1

3 (2)

3 (1)

6 (5)

9 (2)

4 (1)

Schweiz

1

10 (4)

8 (6)

13 (4)

12 (8)

10 (7)

2 (2)

2 (1)

0

Liechenstein

1

0

0

0

0

1

1

1

0

Spanien

1

0

0

0

0

0

0

4 (1)

2 (1)

Finnland

0

0

1

0

1

2 (1)

2 (2)

2 (1)

4 (1)

Tschechien

0

0

0

1

1

0

0

0

0

Kanada

0

2 (2)

0

4 (2)

1

3 (3)

2 (2)

0

2 (1)

Einen "Scherbenhaufen" wie 1994/95, als Österreich zuletzt bei der Kugelvergabe leer ausging, verhindert nur Marcel Hirscher.

Durfte der Salzburger bei seinem Premierensieg im Gesamtweltcup 2011/12 noch mit den Teamkollegen Klaus Kröll und Marlies Schild am Siegerfoto posieren, so ist er in dieser Saison Alleinunterhalter.

Das sagen die Chefs:

Damen

Herren

Gesamt

2012/13

0

2

2

2011/12

1

3

4

2010/11

1

0

1

2009/10

0

2

2

2008/09

0

1

1

2007/08

1

1

2

2006/07

6

1

7

2005/06

2

3

5

2004/05

2

3

5

2003/04

2

4

6

2002/03

1

3

4

2001/02

1

3

4

2000/01

0

5

5

99/2000

3

4

7

1998/99

5

2

7

1997/98

0

5

5

1996/97

1

1

2

1995/96

1

0

1

1994/95

0

0

0

Sportdirektor Hans Pum: Am Ende der Saison haben wir unser großes Weltcupziel in Form des Gewinns der großen Kristallkugel bei den Herren erreicht. Dazu hat sich Marcel auch noch die Slalomkugel gesichert. In den Disziplinenwertungen gab es zudem zweite Plätze für Klaus Kröll in der Abfahrt und Marcel Hirscher im Riesenslalom sowie Rang drei für Matthias Mayer im Super-G. In den Speedbewerben ist es einigen unserer jungen Läufer gelungen ins Rampenlicht zu fahren. Allerdings haben wir, abgesehen von einem Marcel Hirscher, einfach zu wenige Saisonsiege geholt. Das gilt es jetzt genau zu analysieren. Bei den Damen hat Anna Fenninger als Dritte im Gesamtweltcup ihre Erwartungen erfüllt. Sie hat zudem Rang zwei im Riesentorlauf- und Rang drei im Super-G-Weltcup belegt. Auch bei den Damen haben wir insgesamt zu wenige Rennen gewonnen, auch wenn man nicht vergessen darf, dass mit Marlies Schild die beste Slalomläuferin der letzten Jahre sehr früh in der Saison verletzungsbedingt ausgefallen ist.

Herren-Cheftrainer Mathias Berthold: Es war nicht das, was wir uns erwartet haben. Speziell im Speedbereich war es sehr schwierig. In der Vorbereitung waren die Leistungsträger verletzt. Von dem her haben die Jungs gute Leistungen gebracht, aber man sieht, dass diese Vorbereitungen gefehlt hat. Wir haben im Speedbereich eine sehr junge Mannschaft, das Pontential in der Mannscjaft ist da. Im Riesentorlauf haben wir durch die Materialumstellung verloren, da sind wir gefordert, da müssen wir arbeiten. Im Slalom haben wir erfahrene Jungs, von ihrem Leistungsvermögen können sie sicher noch ein, zwei Jahren vorne mitfahren. Wir tun uns aber seit Jahren schwer, eine junge Gruppe heranzuführen.

Philipp Bachtik

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