Beat Feuz bringt das Lauberhorn zum Beben

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Beat Feuz hat am Samstag das Lauberhorn zum Beben gebracht.

Der 24-Jährige entschied vor 38.000 Zuschauern den Abfahrts-Klassiker in Wengen überlegen für sich und feierte seinen dritten und bisher prestigeträchtigsten Weltcup-Sieg.

Feuz hatte auf der mit knapp 4,5 Kilometer längsten Abfahrt des Weltcups 0,44 Sekunden Vorsprung auf den Überraschungs-Zweiten Hannes Reichelt.

Der Salzburger nützte die Startnummer 1 perfekt aus und fuhr das beste Abfahrts-Ergebnis seiner Karriere ein.

Cuche geht wieder leer aus

Als Dritter schaffte es der Südtiroler Christof Innerhofer aufs Stockerl, es folgten auf den Rängen vier bis sechs Carlo Janka (SUI), Bode Miller (USA) und Titelverteidiger Klaus Kröll.

"Die Schlüsselstellen habe ich im Großen und Ganzen gut erwischt. Die Fahrt war nicht das Beste, aber okay", sagte der Steirer.

Der Tiroler Romed Baumann verschenkte mit einem Schnitzer bei der Minschkante wohl einen Podestplatz und wurde Achter.

Der Schweizer Routinier Didier Cuche muss weiter auf seinen ersten Wengen-Erfolg warten, der 37-Jährige kam nicht über Platz 15 hinaus.

Neue Nummer 1 in der Abfahrt

Zum Abschluss der 82. Lauberhorn-Rennen findet am Sonntag der Slalom statt, dabei greift ÖSV-Jungstar und Gesamt-Weltcup-Leader Marcel Hirscher wieder ins Geschehen ein.

Hirscher führt nach wie vor 130 Punkte vor Kostelic, Feuz hat sich auf Rang drei vorgeschoben.

Im Kampf um die Abfahrts-Kristallkugel hat Feuz Miller als Nummer eins abgelöst, er wird damit am kommenden Samstag in Kitzbühel mit den Roten Trikot an den Start gehen.

"Wichtig für das Selbstvertrauen"

So groß die Probleme der Schweizer derzeit in den technischen Disziplinen sind, so stark sind die Eidgenossen in der Königsdisziplin.

Feuz und Co. haben drei der vier bisherigen Saison-Abfahrten für sich entschieden, nur in Beaver Creek hat Miller gewonnen.

Feuz hat sich spätestens am Freitag mit der Abfahrts-Bestzeit in der Super-Kombination zu einem der Topfavoriten gemacht.

"Das war extrem wichtig fürs Selbstvertrauen", meinte Feuz, der in den beiden Trainings weit weg von den Bestzeiten war.

Eine Show für die tausenden Fans

"Wengen ist die mit Abstand längste und eine der schwierigsten Abfahrten der Welt. Dass ich hier gewonnen habe, ist unglaublich. Ich wollte den sensationellen Fans eine Show bieten, und das habe ich auch geschafft", meinte der Emmentaler, der früher aufgrund seines leichten Übergewichts "Kugelblitz" genannt worden war.

In der Schweiz wird Feuz bereits als kommender Gesamtweltcup-Sieger gefeiert. Dass er das Zeug zum Allrounder hat, bewies er am Freitag mit seinem zweiten Kombi-Platz mit Nachdruck.

Hundschopf und Ziel-S nicht ideal

Als Reichelt mit Nummer 1 im Ziel abschwang, wusste er nicht so recht, wie er seine Leistung einschätzen sollte.

"Zuerst hat der Ärger überwogen. Bei der Anfahrt zum Hundschopf und im Ziel-S habe ich Zeit liegen gelassen", meinte Reichelt. Je länger aber das Rennen dauerte, umso mehr verflog der Ärger.

"Als Innerhofer und Janka hinter mir gelandet sind, wusste ich, dass die Zeit einiges wert sein könnte. Und jetzt stehe ich hier auf dem Stockerl, das ist einfach genial."

"Da kriegst eine Gänsehaut"

Hobby-Pilot Reichelt hat Wengen und sein einzigartiges Panorma in vollen Zügen genossen.

"Da kriegst eine Gänsehaut", meinte der Radstädter begeistert.

Vor Feuz zog auch Reichelt seine Pudelhaube: "Dem sein Selbstvertrauen ist noch einmal ein ganzes Stückerl über meines zu stellen."

Baumann und die "Tempo-Bremse"

Baumann stellte wieder einmal unter Beweis, dass er derzeit extrem starke Teilzeiten, aber keinen fehlerfreien Lauf hinlegen kann.

"Der Fehler ist an einer sehr ungünstigen Stelle passiert. Ich habe mir vorgenommen gehabt, den Ski besonders in diesem Teil richtig laufen zu lassen."

"Ich bin dann mit einer schlechten Linie reingefahren, habe auf der Kante verdreht und bin bei der Landung ausgefahren. Da war das Tempo natürlich weg", analysierte der Tiroler am Tag seines 26. Geburtstages.

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