Hirscher erlöst die ÖSV-Herren

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Hirscher bricht den Bann! Erster Saisonsieg

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Erster rot-weiß-roter Triumph der Saison!

Marcel Hirscher hat in Val d'Isere die Nerven behalten und mit einem leicht dosierten Finallauf den Sieg im verrückt verlaufenden Riesentorlauf eingefahren.

13. Weltcupsieg für Hirscher

Es war der 13. Weltcuperfolg für den Salzburger und der erste für das rot-weiß-rote Herrenskiteam im neunten Bewerb des WM-Winters.

Im Gesamtweltcup hat Hirscher als Dritter 60 Punkte Rückstand auf den führenden Norweger Aksel Lund Svindal (Tagessechster) und 22 auf den US-Amerikaner Ted Ligety (Tagesdritter).

Pinturault wirft Sieg weg

Als nur noch Hirscher und der Halbzeitzweite Alexis Pinturault am Start waren, führte sensationell der Deutsche Stefan Luitz, der nach dem ersten Lauf 25. gewesen war.

Pinturault knallte beflügelt vom Slalomsieg des Vortages abermals einen Wahnsinnslauf auf die "Face de Bellevarde" hin und hatte bei der letzten Zwischenzeit noch mehr als zwei Sekunden Vorsprung, als er am viertletzten Tor scheiterte.

Hirscher ließ sich anschließend den Sieg mit 1,16 Sekunden Vorsprung auf Luitz ("Das ist alles unbeschreiblich") nicht mehr nehmen und verließ Hochsavoyen nach Slalomrang drei mit zwei Stockerlplätzen.

"Endlich hört die Fragerei auf"

"Endlich hört die Frage auf, ob Ligety schlagbar ist oder nicht", hatte Hirscher schon zur Halbzeit gesagt.

Der bisherige Saisondominator aus den USA fuhr dann im zweiten Durchgang noch von Rang sechs auf drei nach vorne. "Gutes Wetter, gute Bedingungen, guter Kurs, gutes Skifahren - es war ein perfekter Tag", jubelte Hirscher.

Die Erleichterung nach dem ersten Saisonsieg sei sehr groß, meinte er. "Es ist wirklich ein schönes Gefühl, wenn man so einen Rückstand wie zuletzt auf Ligety nun in einen Vorsprung verwandeln kann."

Eindrucksvolle Podestserie

Auch mit den neuen Skiern wäre der Härtetest nun bestanden, meinte der 23-Jährige, der am 13. Dezember 2009 in Val d'Isere als Gewinner des Riesentorlaufes seinen ersten Weltcupsieg überhaupt gefeiert und auch dieser Tage viel daran gedacht hatte. "Ich denke oft daran. Es ist hier etwas ganz Besonderes für mich."

Für Hirscher war es der siebente Sieg in dieser Disziplin, er stand damit in den letzten acht Riesentorläufen non stopp auf dem Podest, fuhr auf die Ränge 1, 1, 2, 3, 1, 3, 2 und 1.

"Nicht sehr benützerfreundlich"

Ligety, der die Konkurrenz in Sölden und Beaver Creek deklassiert hatte, gefällt es auf der "Face de Bellevarde" weniger gut: "Nicht sehr benützerfreundlich. Das unterscheidet sich schon sehr von anderen Riesentorläufen. Ich bin glücklich, dass ich hier mit einem Podestplatz in der Tasche wieder weg fahre", sagte der Titelverteidiger im Disziplin-Weltcup.

"Neutral betrachtet, ist es grenzwertig, ja. Aber das hier ist das eine Extrem und Beaver Creek das andere. Ein Mittelding wäre wahrscheinlich das Beste", sagte Hirscher, der dieses Mal als hervorragender Slalomläufer auf dem eng gesetzten Kurs seine Vorzüge ausspielen konnte.

Zwei weitere Österreicher in den Top Ten

Zweitbester ÖSV-Läufer wurde Marcel Mathis als Achter, Christoph Nösig folgte auf neun.

"Ich habe im zweiten Durchgang einen ganz guten Lauf erwischt und bin ganz zufrieden. Die Bedingungen waren super, es war ein cooles Rennen. Es ist hier herunter aber eine große Herausforderung", sagte Mathis.

Nösig fuhr trotz "zwei, drei Schnitzer" zu einem "Super-Ergebnis".

Kurssetzung spaltet das Lager

Nach den Schneefällen der vergangenen Tage präsentierte sich die Piste in einem besseren Zustand als erwartet, doch die ob des steilen Geländes kaum anders mögliche, enge Kurssetzung spaltete das Skilager.

"Ich habe mir hier sehr schwergetan, die Slalomfahrer sind klar bevorteilt", meinte Hannes Reichelt (23.), für den es mit dem neuen Riesentorlauf-Material "kaum zu fahren war", der sich aber auch einmal "niedergelegt" hatte.

"Spaß macht es keinem mehr"

"Das Problem ist, dass es durchgehend steil ist, eine flüssige Kurssetzung ist kaum möglich. Es war extrem schwierig bei Torabständen von 21, 22 m und im Zielbereich sogar bei 16. Spaß macht das keinen mehr", sagte Romed Baumann (25.).

Heftig erwischte es im Finale auch Philipp Schörghofer, der von 3 auf 17 zurückfiel, und Benjamin Raich, der von 4 auf 25 durchgereicht wurde.

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