Der normale Schild-Wahnsinn

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30. Slalom-Sieg! Der ganze normale Schild-Wahnsinn

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Marlies Schild bleibt im Slalom weiter unbezwingbar.

Die Salzburgerin gewann nach Aspen und Courchevel am Dienstag das Nachtrennen in Flachau und damit auch den dritten Saisonslalom.

Starkes ÖSV-Team

Die Slalom-Königin siegte bei ihrem 32. Weltcuperfolg 0,46 Sekunden vor der Deutschen Maria Höfl-Riesch und 0,82 vor Tina Maze (SLO).

Kathrin Zettel (4.), Michaela Kirchgasser (6.) und Carmen Thalmann (12.) sorgten erneut für ein starkes ÖSV-Teamergebnis.

Der dritte 30er

Die mannschaftlich starke Leistung unter den Flutlichtmasten der Hermann-Maier-Rennpiste wurde aber wieder einmal von der einzigartigen Vorstellung der Marlies Schild überstrahlt.

Die 30-jährige Weltmeisterin zeigte sich beim Heimrennen nervenstark, führte trotz eines kapitalen Fehlers in der Haarnadel schon nach Lauf eins. Am Ende durfte sie ihren bereits dritten "30er" des Jahres feiern.

Denn nach ihrem 30. Geburtstag am 31. Mai und dem 30. Weltcusieg vor kurzem in Aspen legte sie nun auch mit ihrem 30. Slalomsieg nach. Damit fehlen Schild nur noch vier Siege um Vreni Scheiders Allzeit-Bestmarke (34) zu egalisieren.

"30 Slalomsiege, das ist unglaublich. Dem liegt eine Menge Arbeit zugrunde", sagte Schild.

Nervosität höher

"Natürlich war die Nervosität höher als sonst, weil das eigene Publikum da ist und man trotzdem gewinnen will", gestand die Lokalmatadorin, die am Vortag bei der Auslosung vom "Weihnachtsmann" die Startnummer eins erhalten und diese perfekt genutzt hatte.

Vor den Augen von Größen wie Annemarie Moser-Pröll, Petra Kronberger, Roswitha Steiner-Stadlober, Bode Miller sowie Hermann Maier auf der Piste und im zweiten Durchgang auch jenen ihres Lebensgefährten Benjamin Raich im Zielraum brachte Schild den Pongau zum Beben.

Attacke von Höfl-Riesch gekontert

Im Finale legte zwar Flachau-Spezialistin Höfl-Resch (Plätze 2-1-2 bei drei Antreten) trotz Knieverletzung ("Heute früh hätte ich das nicht für möglich gehalten, aber ich mag dieses Rennen einfach so sehr") mächtig vor.

Aber Schild fuhr auch da wie auf Schienen und kam als Letzte mit den Spuren in der Piste blendend zurecht, die viertbeste Zeit reichte zum Jubiläums-Sieg. "Ich habe das viel trainiert heuer, kein Problem also", erzählte sie lachend.

Schild geht nun sogar als Weltcup-Zweite hinter Lindsey Vonn in die kurze Weihnachtspause. Drei von zehn Saisonslaloms hat sie bereits gewonnen, die "perfect ten" sind das Ziel.

Die nächste Chance winkt kurz vor Jahreswechsel schon wieder bei einem Heimrennen, nämlich jenem in Lienz.

Schneider-Rekord ist im Kopf

"Natürlich ist das im Kopf, ich will die Schneider-Marke einmal erreichen", gestand Schild.

"Aber wenn ich am Start stehe, beschäftigt mich das nicht. Auf Lienz freue ich mich wahnsinnig, dort habe ich vor zwei Jahren meinen Comebacksieg gefeiert. Ich freue mich sehr, dorthin zurückzukommen."

Zettel mit lachendem und weinendem Auge

Zettel freute sich zwar über Platz vier, "aber es ist auch schade, das Podium so knapp verpasst zu haben", gestand die Niederösterreicherin.

Lokalmatadorin Michaela Kirchgasser, deren Vater Anton Betriebsleiter der Bergbahnen ist, stürmte dank zweitbester Laufzeit noch auf Platz sechs und kam damit beim dritten Flachau-Start erstmals ins Ziel.

"Damit habe ich den Flachau-Fluch abgelegt", freute sich die Filzmoserin.

Thalmann zeigt wieder auf

Eine Talentprobe legte wieder einmal Thalmann ab. Die von Fanclub, Familie und (halbnackten) Freunden angefeuerte Kärntnerin landete nach Platz neun in Courchevel auch in Salzburg ein Top-Ergebnis.

"Mir taugt das volle. So stell ich mir das vor", jubelte die 22-jährige Drautalerin.

"Platz zwei ist wie ein Sieg"

Das größte Lob für Schild kam von der ersten Geschlagenen.

"Für mich ist Platz zwei wie ein Sieg", gestand Höfl-Riesch. "Marlies ist eine Klasse für sich, sie kann überall gewinnen. Es gibt höchstens Hänge, da kann man es ihr schwerer machen", sagte die Weltcup-Gesamtsiegerin und warnte.

"Lienz ist wieder so ein Hang, der ihr total liegt. Es ist Wahnsinn, wie cool sie das heute runtergebracht hat. Da kann man nur den Hut ziehen."

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