Totaler Triumph für Hirscher

Aufmacherbild
 

Hirscher als großer Sieger des Schladming-RTLs

Aufmacherbild
 

Dieser Samstag Weltcup-Finales 2012 in Schladming wird lange in Erinnerung bleiben.

Michaela Kirchgasser gewann den Damenslalom, anschließend sicherte sich Marcel Hirscher mit seinem Sieg im Riesentorlauf die Disziplinen-Kugel und nach kurzer Verzögerung auch die große für den Gesamtweltcup.

Der Riesentorlauf, mit dem der große Schweizer Didier Cuche endgültig abtrat, endete bei Prachtwetter und vor fast 15.000 Zuschauern mit Hirscher vor Hannes Reichelt und Marcel Mathis sogar mit einem ÖSV-Dreifachsieg.

An Feuz vorbei

Hirscher war mit nur 55 Zählern Rückstand auf Beat Feuz in das Weltcup-Finale gegangen, nach der Auftakt-Abfahrt aber 135 Punkte hinter den Schweizer zurückgefallen.

Mit seinem sensationellen dritten Platz im Super-G reduzierte der 23-jährige Salzburger seinen Rückstand wieder auf 75 Punkte und der neunte Saisonsieg (12. insgesamt) am Samstag katapultierte den nervenstarken Jungstar wieder an die Spitze der Gesamtwertung.


Feuz mit theoretischer Chance

Feuz blieb im "Riesen" als 21. hingegen wie erwartet ohne Punkte.

Die nur 25 Zähler Rückstand auf Hirscher vor dem abschließenden Slalom am Sonntag ließen dem 25-jährigen Schweizer zwar theoretisch noch eine Chance, der am Knie verletzte Athlet sah aber selbst keinen großen Sinn mehr.

Nach einem Gespräch mit den Trainern fiel letztlich die Entscheidung gegen einen Start. So durfte Hirscher am frühen Samstag abend nochmals richtig jubeln.

Hirscher will noch nicht feiern

Bei der Siegerpressekonferenz von Hirscher war zunächst noch offen, ob Hirscher bereits der fünfte und jüngste Weltcupsieger aus Österreich ist.

"Solange es noch nicht schwarz auf weiß gedruckt ist und ich die Kugel in der Hand halte, ist noch nichts fix", sagte ein sehr gefasst und ruhig wirkender Hirscher.

"Es kann immer noch passieren, dass Beat startet und punktet und ich ausfalle."

Nervenstärke bewiesen

Unabhängig davon war beeindruckend, wie nervenstark Hirscher im tagelangen Wechselbad der Finalwoche und WM-Generalprobe blieb und im Riesentorlauf nichts anbrennen ließ.

Was half war, dass ihm die Riesentorlauf-Wertung und damit seine erste Karriere-Kugel nach einem Riesenfehler von Weltmeister Ted Ligety (USA) schon nach Lauf eins gehört hatte.

Fixierte RTL-Kugel wichtig

"Das war extrem wichtig. Anderenfalls wäre es eine echte Zusatzbelastung gewesen", bestätigte Hirscher, dass er so befreiter zum Sieg fahren konnte.

"Ich hatte drei Kugel-Chancen und als ich die eine verwertet hatte, war das schon ein Traum", jubelte er.

"Noch nie so viel riskiert"

Nicht nur sein Vater Ferdinand und Freundin Laura waren in Schladming gerührt, auch Hirscher selbst musste sich erst fassen.

"Ich kapier' noch gar nichts. Ich habe noch nie in meiner Karriere so viel riskiert wie heute im zweiten Durchgang", unterstrich Hirscher, wie sehr er um diesen Sieg gekämpft hatte. Die Erleichterung war ihm anzusehen.

"Es war brutal, was sich da seit Jänner abgespielt hat. Wir haben ja nur noch von dem depperten Glasbecher gesprochen. Egal mit wem oder wo. Wenn man es dann wirklich schafft, dann bedeutet das sehr viel."

Wie jedes andere Rennen

Der Shooting-Star aus Annaberg-Lungötz hatte es trotz seiner Jugend meisterhaft verstanden, im Finish den ganzen Druck auszublenden.

"Ich habe mir ständig eingeredet, dass es heute um nicht mehr geht als bei jedem anderen Rennen", erklärte Hirscher und verwies darauf, dass er zwischendurch durchaus schon mehrmals gezweifelt hatte.

"Es war ja eigentlich schon mindestens zwei Mal gelaufen für mich. Aber kämpfen zahlt sich eben aus und Glück brauchst du auch."

Feuz zweifelt an Slalom-Start

Feuz gab sich zunächst praktisch geschlagen. "Ich muss noch mit den Trainern sprechen. Aber ich denke, ich habe heute und hier die Saison beendet", sagte der am Knie verletzte Eidgenosse unmittelbar nach dem Rennen.

"Ich denke nicht, dass auf dieser Piste 20 Läufer ausfallen", sagte der Speed-Spezialist.

Er habe sich aber nichts vorzuwerfen, erklärte Feuz. "Ich habe alles versucht, mehr war nicht möglich. Es ist Marcel zu gönnen. Er hat beeindruckend gezeigt, was er drauf hat. Es gibt keinen speziellen Grund, warum ich es verloren habe. Ich hatte eine Bombensaison."

Dreifach-Sieg als Krönung

Der "Zuckerguss" dieses Tages war sicherlich der erste ÖSV-Dreifachsieg der ÖSV-Herren seit Dezember 2009.

Der junge Vorarlberger Mathis fuhr mit zweitbester Laufzeit hinter Ligety wie schon in Bansko auf Platz drei und Reichelt verkraftete den verpassten Sieg relativ problemlos.

"Marcel hat alles dran gesetzt, zu gewinnen. Ich bin Zweiter und damit ist die Nation Gott sei Dank nicht böse auf mich", scherzte der Salzburger.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen