Heim-Triumph für Blardone - ÖSV-Herren stark

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Der italienische Lokalmatador Massimiliano Blardone hat am Sonntag zum dritten Mal nach 2005 und 2009 den Riesentorlauf-Klassiker des alpinen Ski-Weltcups in Alta Badia gewonnen.

Der 32-Jährige nützte den Heimvorteil perfekt aus und katapultierte sich im Finale vom sechsten auf den ersten Platz.

Zwei Österreicher am Podest

Die Österreicher, die auf der Grand-Risa-Strecke normalerweise fast schon traditionell im geschlagenen Feld landen, brachten mit den beiden Salzburgern Hannes Reichelt (+0,35 Sekunden) und Philipp Schörghofer (0,57) gleich zwei Mann aufs Podest.

Erst dahinter folgten die beiden bisherigen Saison-Dominatoren im Riesentorlauf. Der US-amerikanische Halbzeit-Führende Ted Ligety musste sich mit Rang vier zufriedengeben, der Salzburger Marcel Hirscher wurde Fünfter.

Blardone meldet sich zurück

"Es ist wunderbar, das Heimrennen zu gewinnen. Das ist ein großer Sieg für mich, sehr viele Freunde haben im Ziel auf mich gewartet", freute sich Blardone, der erstmals seit mehr als einem Jahr (Dritter in Val d'Isere) auf dem Weltcup-Podest stand.

"Die letzten Monate waren nicht einfach", gestand der Riesentorlauf-Spezialist, der erstmals seit langem nicht mehr der Elitegruppe angehörte und es dennoch mit Startnummer 19 zu seinem insgesamt sechsten Weltcup-Sieg schaffte.

Damit fehlt Blardone nur noch ein Sieg auf Alta-Badia-Rekordhalter Alberto Tomba, der das Heim-Event 1987, 1990, 1991 und 1994 für sich entschieden hat.

Starkes ÖSV-Team

Die Österreicher müssen zwar weiterhin auf den ersten Riesentorlauf-Sieg in Alta Badia seit 1997 warten, waren aber mit drei Läufern in den Top-Fünf bärenstark.

Das lag mit Sicherheit auch daran, dass es diesmal bei weitem nicht so eisig war wie sehr oft in der Vergangenheit. Reichelt landete erstmals seit fast drei Jahren in den Top-Drei eines Riesentorlaufs - erstmals seit Rang drei am 21. Dezember 2008 in Alta Badia.

Reichelt fehlt der Glaube an sich selbst

"Alta Badia ist ein unglaublich schwieriger Riesentorlauf. Man fühlt sich eigentlich schlecht, aber das geht allen anderen auch so", sagte Reichelt, der auf einem der selektivsten Hänge des Weltcups seine Klasse zeigte.

"Meine Trainer sagen eh immer, dass ich ein guter Skifahrer bin. Ich glaube es nur manchmal nicht so recht."

Reichelt beeindruckte auch mit Kraft und Ausdauer, schließlich hat er im Gegensatz zu den Technik-Spezialisten die vergangenen Tage in Gröden verbracht. Der Abbruch der Abfahrt am Samstag vor seiner Fahrt war natürlich ein entscheidender Vorteil.

"Das hat schon sehr viel Energie gespart. Trotzdem überrascht mich das Podium doch ein wenig. Ich bin auf dem richtigen Weg zurück in die Riesentorlauf-Spitze", so der Radstädter, der in seiner Freizeit die Ausbildung zum Piloten absolviert.

Schörghofer selbst überrascht

Schörghofer musste bis zur letzten Sekunde um Rang drei zittern. "Ich wollte eigentlich schon den Zielraum verlassen, denn ich war mir sicher, dass ich Sechster oder Siebenter werde", erzählte der Salzburger.

Aber sogar Ligety schrammte dann um 0,01 Sekunden an seiner Zeit vorbei und somit war Schörghofer dann ein wichtiger Bestandteil der Siegerehrung.

"Ich bin am Stockerl, damit habe ich eigentlich nicht gerechnet. Darauf darf ich stolz sein. Mein Ziel ist aber, Rennen zu gewinnen. Alle sind schlagbar. Auch Ligety kocht nur mit Wasser, wie man heute gesehen hat."

Hirscher kämpft mit dem Rücken

Hirscher fiel zwar im zweiten Durchgang vom zweiten auf den fünften Rang zurück, war jedoch angesichts von Rückenproblemen aufgrund einer Verspannung durchaus zufrieden.

"Den Umständen entsprechend war das sehr gut. Ich hoffe, dass ich die Probleme bis morgen in den Griff bekomme", meinte Hirscher vor dem Slalom am Montag (10.30 und 13.30 Uhr).

Raich übt Selbstkritik

Benjamin Raich landete auf Platz 14. "Ich bin ganz und gar nicht glücklich über meine Leistung. Ich bin nicht gut gefahren, habe den Ski nicht genug freigegeben. Aber es gibt so Phasen, in denen man einfach keinen Lauf hat", übte der Tiroler Selbstkritik.

Der Sieg seiner Lebensgefährtin Marlies Schild im Slalom von Courchevel rettete aber den Tag: "Gewaltig, was sie leistet. Marlies macht das wirklich sensationell."

Baumann aus der Spur geworfen

Eine Schrecksekunde erlebte Romed Baumann, der 24. wurde. Im ersten Lauf touchierte der Tiroler mit einer Torstange und kassierte dabei einen derart starken Schlag auf den Hinterkopf, dass sogar sein Helm brach.

"Da stand ich dann komplett neben den Schuhen", meinte Baumann, dem nun ein paar Tage Pause bis Bormio sehr gelegen kommen.

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