Absage! Svindal als Sieger und Verlierer

Aufmacherbild
 

Die Abfahrt beim Weltcupfinale in Lenzerheide fällt hartnäckigem Nebel zum Opfer.

Aksel Svindal ist gleichzeitig Sieger und Verlierer der Absage.

Der Norweger sicherte sich erstmals in seiner Karriere den Abfahrtsweltcup, muss aber im Kampf um den Gesamtweltcup einen schweren Rückschlag hinnehmen.

Erste Abfahrtskugel für Svindal

Der Norweger hatte vor dem letzten für Mittwoch in Lenzerheide angesetzten Rennen 58 Punkten Vorsprung auf den steirischen Titelverteidiger Klaus Kröll, 61 auf Dominik Paris und 69 auf Christof Innerhofer (beide Italien).

Wegen dichten Nebels ging der finale Showdown nicht in Szene, weshalb der 30-Jährige die Trophäe ohne neuerlichen Arbeitseinsatz in Empfang nehmen durfte.

"Das war ein Ziel in diesem Jahr. Die Abfahrtkugel habe ich noch nie gewonnen", meinte der Norweger nach seiner insgesamt neunten Kristallkugel.

Vorentscheidung im Gesamtweltcup

Hingegen verringerten sich Svindals Chancen auf den Gewinn des Gesamtweltcups. Er hat damit drei Rennen vor Schluss unverändert 149 Zähler Rückstand auf den Salzburger Marcel Hirscher.

Weiter geht es für beide am Donnerstag mit dem Super-G. Am Programm für die Finalwoche gibt es übrigens nichts zu rütteln, findet ein Bewerb nicht am angesetzten Tag statt, wird er ersatzlos gestrichen.

"Die Chancen waren gering"

"Ich freue mich über die Abfahrtskugel. Auf der anderen Seite liegt mir dieser Hang, da wäre es eine gute Möglichkeit gewesen."

Allerdings räumt der Norweger ein, dass seine Chancen gering waren: "Es war nach den zwei zweiten Plätzen von Marcel ohnehin schon schwierig. Es war eine Möglichkeit, aber so ist es. Marcel hatte auch gesagt, dass er hofft, dass nicht abgesagt wird. Aber er ist so stark gefahren, er hat es verdient."

Kröll mit Platz zwei zufrieden

Auch wenn ihm der letzte Angriff auf die erfolgreiche Titelverteidigung nicht gegönnt war, war Kröll hoch zufrieden mit dem zweiten Platz in der Wertung.

"Das hätte ich mir vor der Saison nicht wirklich gedacht. Das ist eine gute Leistung. Sicher hätte es ab und zu ein bisserl besser gehen können, aber es so ist es im Sport", sagte der 32-Jährige, der sich im April 2012 bei einem Motorrad-Unfall einen komplizierten Fußwurzelbruch zugezogen und eine verkürzte Vorbereitungszeit hatte.

"Ein würdiger Sieger"

Chance auf ein Rennen hat er keine gesehen.

"Der Nebel war in der Früh schon da. Es war ein kurzes Fenster von einer halben, dreiviertel Stunde, aber das war zu kurz. Und dann ist es immer schlimmer geworden."

Die Trophäe für Svindal geht für ihn sehr in Ordnung: "Er ist ein würdiger Sieger. Er ist Weltmeister und hat auch Weltcup-Abfahrten gewonnen. Meinen zweiten Platz werte ich wegen meiner Vorgeschichte im Sommer sehr hoch. Ich hatte eine konstante Saison. Ich bin sehr zufrieden, darauf kann ich nächste Saison aufbauen."

Neunte Kristallkugel für Svindal

Für Svindal ist es die siebente kleine Kristallkugel seiner Karriere.

Der Modellathlet, der 2007 und 2009 den Gesamtweltcup gewonnen hat, holte zuvor vier Disziplinwertungen im Super-G (auch in dieser Saison), eine im Riesentorlauf und eine in der Kombination.

Svindal beendete übrigens die Regentschaft von Österreich und der Schweiz, die nach dem Erfolg von Lasse Kjus (NOR/1999) die Abfahrtskugel immer unter sich ausgemacht hatten.

"Unseren Athleten wäre die Abfahrt gelegen"

"Eine Absage ist natürlich immer schade. Und natürlich will man jede Chance auf eine Kugel nützen", sagte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum.

"Es ist aber nicht nur deshalb schade, sondern weil unseren Athleten diese technische Abfahrt gelegen wäre und es auch noch um wichtige Punkte in den Startlisten für das nächste Jahr gegangen wäre. Die Piste war in einem Superzustand, leider hing im unteren Teil der Nebel drinnen."

Im einzigen Training am Dienstag waren mit Hannes Reichelt, Matthias Mayer und Max Franz drei Österreicher voran gelegen.

Hirscher startet dennoch im Super G

Am Programm Hirschers ändert die Abfahrts-Absage nichts. "Der Plan ist, dass er im Super-G antritt. Das kann ihm sehr gut liegen da herunter", sagte Pum.

Hirscher bestätigte: "Ich habe nicht darüber nachgedacht, dass ich wieder umdrehe und mir den Super-G zu Hause anschaue. Es ist ja nicht so, dass ich den hier nur wegen des Weltcups fahre. Es geht auch darum, wieder die Speed-Ski auszuprobieren."

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen