Absage! Vonn holt in Abwesenheit die Kugel

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Manch einer wird es ausgleichende Gerechtigkeit nennen.

In Lenzerheide, wo die US-Amerikanerin Lindsey Vonn 2011 nach der witterungsbedingten Absage des Riesentorlaufs keine Chance mehr auf den Gewinn des Gesamtweltcups hatte und am Ende nur drei Zähler hinter der Deutschen Maria Höfl-Riesch lag, fiel ihr nach dem Ausfall der Abfahrt am Mittwoch wegen Nebels in Abwesenheit die Abfahrts-Kugel in die Hände.

Die Slowenin Tina Maze musste sich in der Endabrechnung um einen Punkt geschlagen geben.

Rekord-Kugel für Vonn

Für die seit ihrem Sturz im WM-Super-G in Schladming wegen Knieverletzung pausierende Vonn ist es die sechste Abfahrtskugel ihrer Karriere sowie das insgesamt 17. Kristall.

Damit stellte sie einen Damen-Rekord auf, hat eine Kugel mehr erobert als Annemarie Moser-Pröll. Vier Gesamtweltcupsiege hat Vonn auf ihrem Konto, dazu kommen neben den sechs Abfahrtskugeln noch vier kleine Trophäen im Super-G und drei in der Kombination.

In der Abfahrt fehlt nur noch eine Wertung, um mit Rekordsiegerin Moser-Pröll gleichzuziehen (sieben Erfolge).

"Alles im Leben kommt zurück"

"Oh mein Gott, ich habe den Abfahrtsweltcup gewonnen. Zum sechsten Mal in Folge - mit einem kaputten Knie. Alles im Leben kommt zurück", twitterte die in der Heimat weilende Vonn.

Sicher auch in Erinnerung an Lenzerheide 2011 und ob der so abrupt zu Ende gegangenen laufenden Saison.

Die 28-jährige Vonn musste diese bereits am 5. Februar beenden, sie zog sich bei einem Sturz im WM-Super-G in Schladming eine Knieverletzung zu (Innen- und Kreuzband gerissen, Schienbeinkopf verletzt), will im Olympiawinter mit neuem Kampfgeist zurückkehren.

Mazes Rekordtraum platzt

Dichter Nebel verhinderte die Austragung des Rennens am Mittwoch. Und die Regel für das Weltcupfinale besagt, dass keine Verschiebungen eines Bewerbs auf einen anderen Tag möglich ist.

Maze hatte damit keine Chance mehr, mit einem Ergebnis in den Top-15 den einen Punkt Rückstand in der Disziplinwertung auf Vonn aufzuholen.

Vonn ist aber eine verdiente Siegerin, sie entschied die beiden Abfahrten in Lake Louise und jene in Cortina d'Ampezzo für sich.

Damit platzte auch der Traum von Maze, als erste Rennläuferin der Geschichte in einer Saison alle Weltcup-Wertungen zu gewinnen.

Chance auf Super-G-Kristall

Sie ist bereits Gesamtsiegerin und sicherte sich auch schon die Riesentorlauf-Trophäe. Im Super-G und im Slalom liegt sie voran, etwaige noch folgende Rennabsagen tun ihr diesbezüglich nichts mehr an.

Maze geht mit einem Vorsprung von 55 Punkten auf die US-Amerikanerin Julia Mancuso in den Super-G am Donnerstag (11.30 Uhr). Die drittplatzierte Anna Fenninger, zuletzt Siegerin in Garmisch-Partenkirchen, will ihren Podestplatz gegenüber der Deutschen Maria Höfl-Riesch verteidigen.

Maze gratuliert Vonn

"Ich meine, die Abfahrtskugel gehört einer anderen. Gratuliere, Lindsey", teilte Tina Maze via Twitter mit. Und fügte hinzu: "Es kommt alles einmal zurück."

Damit spielte die Slowenin wohl auch auf 2011 an, als sich die Deutsche Maria Höfl-Riesch nach der Absage des Riesentorlaufs in Lenzerheide den Gesamtweltcup mit drei Punkten Vorsprung auf Vonn geholt hatte.

"Heute haben wir das Glück auf unserer Seite gehabt. Ich bin mir sicher, dass Tina in die Punkte gefahren wäre. Aber vor ein paar Jahren war es genau anders rum, da haben wir die Kugel nach einer Absage verloren", sagte auch US-Damenchef Alexander Hödlmoser.

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