Fenninger behält die Nerven

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Fenningers nächster Triumph - RTL-Sieg vor Maze

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Je länger der Winter dauert, desto besser wird Anna Fenninger.

Die Salzburgerin gewann am Samstag und damit nur sechs Tage nach ihrem Super-G-Triumph in Garmisch auch den Riesentorlauf in Ofterschwang.

Erneut auf deutschem Boden setzte sich die WM-Dritte relativ klar 0,44 Sek. vor der slowenischen Saison-Dominatorin Tina Maze sowie 0,96 vor Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg durch.

Starkes ÖSV-Ergebnis

Während Fenninger ihren insgesamt vierten Weltcupsieg feierte, gelang Eva-Maria Brem auf Platz vier das beste Ergebnis ihrer Weltcup-Karriere.

Michaela Kirchgasser komplettierte als Neunte das ÖSV-Trio in den Top-Ten.

Ein noch besseres Abschneiden der ÖSV Damen wurde durch einen Ausfall von Kathrin Zettel in Lauf eins sowie einem eklatanter Rückfall der Halbzeit-Fünften Elisabeth Görgl auf Platz 25 verhindert.

Es war angesichts der Plätze 1, 4, und 9 verschmerzbar. Vor allem Fenninger fuhr auf der wegen der hohen Temperaturen mit viel Brezel-Salz versetzten, schmierigen Piste wie auf Schienen.

Zum 8. Mal am Stockerl

Lag sie nach Lauf eins nur drei Hundertstel vor Maze, reichte im Finale mit der letzten Startnummer auf der ruppigen Piste die sechstbeste Laufzeit noch zum klaren Sieg vor der Slowenin.

Maze hielt sich im achten Saison-Riesentorlauf mit dem achten Podestplatz schadlos und stellte damit einen Damen-Saison-Rekord im RTL auf.

Fenninger zeigte sich über ihre Halbzeitführung noch etwas überrascht, "weil die Piste etwas komisch war".

Nervosität als Boost

Ihre neue Lockerheit führte sie am Ende aber doch zum bereits dritten Saisonsieg.

"Ich war schon ein bissl nervöser als im ersten Lauf. Aber das brauche ich auch", freute sich Fenninger.

"Offenbar legt mir der deutsche Boden genau so wie der österreichische", scherzte die 23-jährige, die jeweils zwei ihrer bisherigen Erfolge auf heimatlichem bzw. deutschem Schnee gefeiert hat.

Keine Trauer um Kugel

Nun will Fenninger ihren Lauf auch auf schweizerischem Boden fortsetzen, denn dort geht kommende Woche das Weltcup-Finale in Szene.

"Es läuft gerade sehr gut und ich bin locker drauf. Endlich schaffe ich es auch, im Rennen umzusetzen, was ich kann. Jetzt wäre Schweizer Boden dran", gab sich die Kombi-Weltmeisterin von 2011 zuversichtlich, auch in der Weltcup-Gesamtwertung ganz vorne zu landen.

Dort ist die Österreicherin derzeit hinter Maze und Maria Höfl-Riesch Dritte, Gesamt- und RTL-Wertung sind aber längst eine Beute von Rekordjägerin Maze.

"Die Kugel kriegt eben nur die Erste. Es ist trotzdem schön, wenn man ganz vorne dabei ist und zeigen kann, dass man zu den Besten gehört", hielt dem die Österreicherin entgegen.

"Wir haben noch eine harte Woche vor uns. Die Saison war aber schon gut und ich fühle keine Anspannung mehr. Alles was kommt, ist Draufgabe."

Maze will "Energie nützen"

Maze verpasste zwar ihren zehnten Saisonsieg, liegt mit 21 Podestplätzen aber nur noch einen hinter dem Saisonrekord von Hermann Maier.

"Es ist unglaublich. So weiterzufahren wird schwierig. Ich will aber all meine Energie nutzen, auch wenn ich schon etwas müde bin", sagte die 29-jährige Slowenin, die bei 2.154 Punkten hält und damit bereits mehr als tausend Punkte Vorsprung auf ihre erste Verfolgerin hat.

Auch eine Einmaligkeit in einer Rekordsaison, in der Maze alle fünf Kristallkugeln gewinnen kann.

Poutiainen verletzt sich

Die Nagelprobe erfolgt schon am Sonntag im Slalom, denn da kann die 33 Punkte vor Maze in Front liegende US-Weltmeisterin Mikalea Shiffrin im vorletzten Saisonrennen schon alles klar machen.

"Heute war auch ein zweiter Platz super. Aber für mich ist Sonntag der wichtigste Tag", gab sich Maze kämpferisch.

Während Zettel ihren Sturz bedauerte, aber auch Glück hatte, auf dem schnittigen Frühjahres-Schnee nicht zu stürzen, hatte Tanja Poutiainen nicht so viel Glück.

Die routinierte Finnin wurde von einer Welle ausgehoben, stürzte bei der Landung und wurde mit Verdacht auf eine Kreuzbandverletzung im linken Knie ins Krankenhaus gebracht.

Brem macht WM-Aus vergessen

Brem wiederum bewies, dass sie sehr wohl ein Thema für einen WM-Start gewesen wäre.

"Das ist Wahnsinn nach der harten Zeit. Ich musste in Schladming zuschauen, aber endlich habe ich die Leistung auf den Punkt gebracht", freute sich die 24-jährige Tirolerin.

"Im ersten Durchgang hatte ich noch einen großen Fehler, den habe ich im zweiten weggelassen. Die Form wäre perfekt jetzt, aber das war sie auch schon im Oktober. Jetzt ist endlich auch die nötige Lockerheit da."

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