"Mit Heimrennen Kugel zu gewinnen, ist ganz groß"

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Einen Tag nach seiner Abfahrtsenttäuschung hat sich Kjetil Jansrud mit dem Heimsieg im Super-G von Kvitfjell schadlos gehalten.

Der Norweger gewann vor dem Österreicher Vincent Kriechmayr, der erstmals auf das Weltcup-Podest kam, sowie dem Kanadier Dustin Cook und sicherte sich damit vorzeitig auch seine erste Weltcup-Kugel.

Österreichs Ski-Herren haben damit erstmals nach der WM nicht gewonnen.

Reichelt ärgert sich über Ausfall und Schnee

Denn obwohl Kriechmayr im Frühjahrs-Sulz erstmals auf ein Weltcup-Podest raste, gab es dahinter durch Romed Baumann (6.) und Max Franz (8.) nur noch zwei weitere Top-Ten-Platzierungen für die ÖSV-Herren, die bis Sonntag in allen fünf Rennen seit der USA-WM siegreich geblieben waren.

Super-G-Weltmeister Hannes Reichelt wurde ebenso Opfer der schnittigen Weichschnee-Piste wie Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer, Georg Streitberger und Otmar Striedinger.

Reichelt, der am Vortag bei ähnlichen Bedingungen die Abfahrt gewonnen hatte, schied damit zum zweiten Mal in Folge in der Disziplin aus, in der er Anfang Februar in Beaver Creek Weltmeister geworden ist.

"Das ärgert mich brutal", gestand der Salzburger, sich bei seinem Aus im Super-G zudem am rechten Daumen verletzte.

"Der Schnee war schon total tot und hat nichts zurückgegeben. Hier ist der Außen-Ski noch mehr der Chef, selbst kleine Fehler werden sofort bestraft", erklärte Reichelt seinen und die insgesamt gleich 21 Ausfälle. Nur 38 von 59 Läufer kamen in die Wertung.

"Mit Heimrennen Kugel zu gewinnen, ist groß"

Jansrud hatte sich zwei Siege an seinem Heim-Wochenende zum Ziel gesetzt gehabt, am Ende musste er sich mit Platz sieben in der Abfahrt und dem Erfolg im Super-G sowie dem vorzeitigen Kugelgewinn in dieser Disziplin zufriedengeben.

Bei 123 Punkten Vorsprung auf Dominik Paris ist er beim Finale in Meribel nicht mehr zu überholen.

Zum bereits vierten Mal in Folge bleibt dieses Kristall damit in Norwegen, nachdem vorher Aksel Lund Svindal drei Mal in Serie zugeschlagen hatte.

"Mir ist das schon sehr wichtig, das war ein Ziel seit Saisonbeginn. Mit einem Sieg beim Heimrennen die Kugel zu gewinnen, ist ganz groß", freute sich Jansrud, der die Speed-Saison weitgehend beherrscht hat und im WM-Winter nun drei Abfahrten und drei Super-G gewonnen hat.

Jansrud bleibt an Hirscher dran

Mit seinen 136 Punkten von Kvitfjell hat er in der Gesamtwertung zudem den Rückstand auf den pausierenden Marcel Hirscher auf 52 Punkte verringert.

Weiter geht es kommende Woche in Kranjska Gora, am letzten Technik-Wochenende vor dem Finale ist der Österreicher aber wieder Favorit.

Neben Kriechmayr hätte es auch für Romed Baumann den Sieg geben können. Der Tiroler lag trotz hoher Startnummer 29 bei der letzten Zwischenzeit nur eine Hundertstel hinter Jansrud, wurde im Zielhang aber vom immer stärker werdenden Wind "verblasen."

"Das wurmt einen schon"

"Zuerst habe ich mich über Platz sechs gefreut. Dann wurmt's einen aber schon, wenn man die Zwischenzeit sieht. Ich habe die Brise von der Seite gespürt, unten zählt eben jedes Km/h", sagte Baumann.

Auch der schon mit Nummer fünf fahrende "Großstädter" Kriechmayr hätte den Sieg drauf gehabt. So freute sich der Vorjahres-Fünfte aus Linz aber auch über seinen ersten Podestplatz.

Der 23-jährige Oberösterreicher, der skifahrerisch in Obertauern groß geworden ist, hat damit erstmals ganz oben angeklopft.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil er freiwillig auf den Flug zur Ski-WM verzichtet hatte, weil er dort nur Ersatz gewesen wäre.

Kriechmayr nach Podestplatz erleichtert

"Ich brauche Rennen, um besser zu werden", erklärte der Sohn zweier Skilehrer, der wie sein Zwillingsbruder Rafael den Namen eines großen Malers (Van Gogh) trägt. Ausgedacht hatte sich das seine Mutter, eine gebürtige Belgierin und Kunstgeschichte-Lehrerin.

"Ich bin sehr stolz auf mich. Es ist eine Riesen-Erleichterung, denn einen Podestplatz wollte ich in dieser Saison unbedingt noch schaffen", sagte Kriechmayr, der zuvor als Vierter in Gröden hauchdünn am Podest vorbeigefahren war.

"Der nächste Schritt ist ein Sieg", versprach er.

Die meisten ÖSV-Asse bleiben nun zum Trainieren und Ski-Testen in Kvitfjell. Die Ausrüster-Firmen kombinieren das mit der Junioren-WM im nahen Hafjell.

 

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