"Störenfried" Kröll feiert Speed-Doppel

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Klaus Kröll ist im Speed-Weltcup der Mann der Stunde.

Einen Tag nach seinem Ex-aequo-Sieg zusammen mit dem Schweizer Beat Feuz im Super-G gewann der 31-jährige Steirer am Samstag im Kvitfjell auch die Abfahrt.

Doppelsieg in Kvitfjell

Der Steirer siegte diesmal "solo" vor den beiden Norwegern Kjetil Jansrud und Aksel Lund Svindal und übernahm vor dem letzten Saisonrennen beim Heim-Finale in Schladming auch die Führung im Abfahrts-Weltcup.

Feuz wurde Vierter und baute in der Gesamtwertung seinen Vorsprung auf Marcel Hirscher auf 55 Punkte aus.

Angriff auf den Hattrick

Kröll kann schon am Sonntag im zweiten Super-G auf dem "Olympiabakken" das norwegische Meisterstück perfekt machen und seinen dritten Sieg in drei Tagen abliefern.

"Ich werde es probieren und ich weiß ja, dass mir der Super-G liegt", sagte Kröll lachend.

Kristallkugel im Visier

"Aber mein Wochenende ist eigentlich erledigt. Alles was nun kommt, ist Zugabe", winkte der Steirer ab, der punktgenau vor dem Heimfinale erstmals die Führung in der Abfahrtswertung übernommen hat.

Didier Cuche kam über Platz zehn nicht hinaus, damit geht Kröll am 14. März auf seinem Hausberg Planai mit 48 Punkten Vorsprung in die Entscheidung.

Jansrud legt vor

Auch das zweite Kvitfjell-Rennen wurde zu einem Hundertstelkrimi.

Der nach zwei Trainingsbestzeiten zum Topfavoriten avancierte Jansrud musste schon mit Startnummer eins fahren, wurde aber schon vom ersten der Topgruppe um den Hauch von zwei Hundertstel geschlagen.

"Störenfried" fängt Lokalmatador ab

Das war's dann aber auch schon, denn nach dem mit Nummer 16 fahrenden Kröll kam keiner der Abfahrtsasse mehr an die Zeiten von Kröll und Jansrud heran. Der Norweger haderte ein wenig.

Er hatte schon im Super-G den Sieg um nur drei Hundertstel verpasst. "Kein Wunder das 'Kröll' im norwegischen Störenfried heißt", erzählte der Norsker lachend.

Dritter Sieg in Kvitfjell

Kröll focht das nicht an. "Unglaublich. Ich habe gewusst, dass ich aufs Training hin zulegen muss. Zwei, drei Kurven haben's ausgemacht, die bin ich voll auf Zug gefahren", freute sich der Öblarner über seinen sechsten Weltcupsieg.

Drei davon hat er nun alleine in Kvitfjell gefeiert, alle drei kurioserweise mit Startnummer 16. Er habe bei Jansruds Fahrt einen leichten Fehler in der Zielkurve gesehen. "Das habe ich ausgenutzt".

Hundertstel kommen zurück

Letztlich raste der Öblarner mit 57 Zentimeter Vorsprung über die Linie.

"Endlich kommen die Hundertstel zurück. Glück kann man nicht erzwingen, man muss es sich erarbeiten und erwarten können. Das habe ich mittlerweile begriffen und umsetzen können", erklärte Kröll.

In "rot" zum Heim-Finale

Nun kann er die wichtigste Disziplinenkugel wieder nach Österreich holen. "Es taugt mir extrem, dass ich erstmals vorne bin. Beim Heimfinale im roten Trikot anzutreten, was Geileres gibt es nicht. Ganz Öblarn wird vor Ort sein", ist der mit "Planai" als Kopfsponsor fahrende Kröll überzeugt.

"Derzeit passt alles zusammen. Die ganze Saison war schon super und jetzt habe ich mich nochmals steigern können. Ich kann's endlich richtig umsetzen."

Feuz baut Vorsprung aus

Die ÖSV-Bilanz wurde einzig dadurch getrübt, dass Romed Baumann als 13. zweitbester ÖSV-Fahrer war.

Feuz, der am Vortag mit seinem "Hunderter" im Super-G erstmals die Führung im Gesamtweltcup übernommen und damit Hirscher an dessen 23. Geburtstag als Leader abgelöst hatte, musste diesmal mit Platz vier vorlieb nehmen.

"Ich hatte oben einen groben Fehler, also bin ich trotzdem zufrieden. 150 Punkte in zwei Rennen, die nehme ich gerne mit", sagte der Schweizer.

Kostelic-Comeback fraglich

Womöglich reduziert sich das Duell um die große Kristallkugel nun ohnehin auf ein Youngster-Duell zwischen Feuz und Hirscher.

Aus dem Umfeld von Ivica Kostelic war in Norwegen zu vernehmen, dass der am Knie operierte Weltcup-Titelverteidiger eventuell auch kommende Woche in Kranjska Gora noch nicht an den Start gehen kann.

Sogar sein Start beim Finale in Schladming sei noch nicht gesichert, hieß es.

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