Fenninger: "Ich sehe es als Sieg für mich"

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Wie bei den Herren in Italien hat auch beim Damen-Riesentorlauf im Kühtai eine Premiere einen ÖSV-Sieg verhindert. Zwei Wochen nach Platz zwei in Aare gewann die junge Schwedin Sara Hector am Sonntag 0,09 Sekunden vor Anna Fenninger erstmals.

Hector verhinderte damit auch den vierten Sieg der Österreicherin an einem 28. Dezember. Dritte wurde Mikaela Shiffrin vor Lokalmatadorin Eva-Maria Brem.

Fenningers Serie riss

Vor etwas mehr als zwei Wochen hatte sich Hector beim Heimrennen in Aare noch Tina Maze geschlagen geben müssen. In Österreich sorgte die junge Dame aus Sandviken aber für die perfekte Sensation.

Als Halbzeit-Zweite hatte sie auf über 2.000 m Seehöhe bei unwirtlichen Bedingungen mit Schneefall, Nebel und schlechter Bodensicht den insgesamt besten Durchblick und fuhr mit fünftbester Laufzeit in der Entscheidung noch zum ersten Weltcup-Sieg.

Ganze neun Hundertstel fehlten Fenninger damit beim Semmering-Ersatzrennen vor beachtlichen 6.500 Zuschauern im ausgebuchten Ski-Ressort über der Baumgrenze zum neuerlichen Triumph am viertletzten Tag des Jahres. Schon 2011, 2012 und 2013 hatte sie an diesem Tag jeweils die Heim-Riesenslaloms in Österreich gewonnen.

"Habe das beste rausgeholt"

Vor allem ein kapitaler Fehler in Lauf eins verhinderte im Kühtai, das für den schneelosen Semmering eingesprungen war, einen neuerlichen Triumph der erkrankten Super-G-Olympiasiegerin aus Salzburg.

Fenninger prolongierte aber zumindest die Serie der ÖSV-Damen, die seit über einem Jahr in jedem Riesentorlauf zumindest eine Fahrerin auf das Podest gebracht haben.

"Die Niederlage war nicht so groß heute. Ich habe das beste rausgeholt, das wegen der Verkühlung drin war. Ich sehe es als Sieg für mich", sagte eine durchaus zufriedene Fenninger nach dem Rennen. Der Fehler sei natürlich mitentscheidend gewesen. "Natürlich habe ich da viel Zeit liegen lassen. Aber ohne Fehler ist man nun mal nicht schnell."

Brem zieht positive Bilanz

Wie Fenninger ging es auch den meisten anderen Österreicherinnen. Denn keine kam auf dem eigenwilligen Hang mit seinen vielen Kuppen und bei schlechter Sicht ohne Fehler ins Ziel.

Lokalmatadorin Brem war am Ende froh, dass sie in ihrem 100. Weltcup-Rennen trotz kapitaler "Böcke" in beiden Durchgängen auch ihren siebenten Riesentorlauf in Folge in den Top-Vier beendet und das rote Trikot der Disziplinen-Führenden erfolgreich verteidigt hatte. "Platz vier ist mit diesen Fehlern in beiden Läufen wirklich sehr positiv", sagte die 26-jährige Münsterin.

Shiffrin zurück am Podest

Auch Shiffrin hätte dieses Rennen gewinnen können. Wie bei ihrem Sieg in Sölden lag die junge Amerikanerin mit Startnummer eins zur Halbzeit in Führung und konnte im Finale bei allen Zwischenzeiten grüne Einträge vorweisen. Doch die 19-jährige fuhr im Eifer des Gefechtes eine "Kurve" ins Ziel und verlor dadurch Zeit.

"Ich habe mir gleich gedacht, dass das ein Fehler war. Ich war zu beschäftigt mit dem Attackieren", lautet die Erklärung des Teenagers aus den USA. Die Slalom-Olympiasiegerin war trotzdem froh, nach problembehafteten Wochen ohne Top-Platzierung endlich wieder einmal auf einem Podest zu stehen.

Am Montag im Slalom will es die Weltmeisterin noch besser machen. "Ich möchte jetzt neu starten."

Kampf um WM-Tickets

Im Kampf um den vierten Platz im österreichischen WM-Team gab es im letzten Riesenslalom vor den Februar-Titelkämpfen in Vail und Beaver Creek keine Vorentscheidung.

Fenninger, Brem und Zettel, die in ihrem 200. Weltcuprennen allerdings nicht über Platz 15 hinauskam, sollten fix sein. Elisabeth Görgl machte als Elfte aber wieder Boden gut auf Michaela Kirchgasser, die nur 21. wurde.

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