Feuz fängt Miller ab und feiert 2. Weltcupsieg

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Auch im dritten Saison-Super-G wird es nichts mit einem Podestplatz für die ÖSV-Herren.

Der Sieg in Gröden ging am Freitag an den Schweizer Beat Feuz, der 24-Jährige raste auf der wegen Nebels verkürzten Strecke zu seinem ersten Erfolg in dieser Disziplin.

Bei wechselnden Bedingungen belegte der US-Amerikaner Bode Miller mit 0,30 Sekunden Rückstand Rang zwei, dahinter folgten die beiden Norweger Kjetil Jansrud und Aksel Lund Svindal auf den Plätzen drei und vier.

Franz rettet ÖSV

Den Tag aus Sicht des ÖSV-Teams gerettet hat Max Franz, der mit Startnummer 54 Fünfter wurde.

Die arrivierten Österreicher waren hingegen zum Auftakt der Rennen in Südtirol größtenteils maximal Mittelmaß.

Joachim Puchner, Mario Scheiber, der ein starkes Comeback ablieferte, und Klaus Kröll belegten im rot-weiß-roten Paket die Plätze acht bis zehn.

Karriere-High für Franz

Gröden, das stets Überraschungen hervorbringt, bescherte dem 22-jährigen Kärntner Franz den bisher mit Abstand größten Erfolg seiner Karriere.

"Ich hab gleich den oberen Teil super erwischt. Bei der Ausfahrt Ciaslat-Wiese habe ich ein bisschen gezaubert, aber im Großen und Ganzen war das ein gewaltiger Lauf", freute sich der Cousin des ehemaligen ÖSV-Abfahrers Werner Franz.

Auf den Spuren des Onkels

Ausgerechnet in Gröden hat Werner Franz 1993 zum ersten Mal in seiner Karriere den Sprung aufs Weltcup-Podest geschafft.

In der Abfahrt fuhr der damals 21-Jährige mit Startnummer 52 sensationell auf Platz eins, den Sieg schnappte ihm dann aber noch der Liechtensteiner Markus Foser (Nummer 66) weg.

Verletzungen pflastern den Weg

Dass sich Max Franz, der schon einen Trümmerbruch im Oberschenkel und einen Kreuzbandriss hinter sich hat, in Gröden sehr wohl fühlt, hat er bereits in den beiden Abfahrts-Trainings mit den Plätzen 9 und 15 gezeigt.

Deshalb soll der Höhenflug schon am Samstag in der Abfahrt (12.15 Uhr) fortgesetzt werden. "Ich will noch einmal einen soliden Lauf runterlegen", meinte Franz, auf dessen Rennhelm aufgrund des verwegenen Fahrstils ein Wildschwein zu sehen ist.

Puchner mit Wut im Bauch

Mit Puchner war ein weiterer Youngster zweitbester Österreicher. Der 24-jährige Salzburger war nach Platz 39 in Beaver Creek mit der berühmten Wut im Bauch unterwegs.

"Ich wollte Beaver Creek auf keinen Fall auf mir sitzen lassen, das hat mich extrem angezipft. Deshalb habe ich heute einen ganzen Haufen riskiert. Zweimal war ich dadurch zu direkt dran, aber es war eine ganz gute Leistung. Die Platzierung passt, vom Fahrgefühl her geht es aber noch deutlich besser."

Gelungenes Comeback

Wie Puchner hatte auch Scheiber mit einer frühen Startnummer einen entscheidenden Sicht-Vorteil gegenüber den Top-Athleten, von denen es dann nur Svindal mit einer Ausnahmefahrt in die Spitze schaffte.

Der Tiroler nützte dieses Plus bei seinem ersten Rennen seit fast elf Monaten fast perfekt aus.

Noch nicht der "alte wilde Hund"

"Ein paar Passagen bin ich sehr gut gefahren, an ein paar Stellen war ich aber zu brav. Ich bin nicht unzufrieden, ein Top-Ten-Platz beim Comeback ist super", bilanzierte Scheiber, der sich Ende Jänner in Chamonix Schlüsselbein und Nasenbein gebrochen hat und im November auch noch starke Rückenschmerzen verkraften musste.

"Ganz der alte wilde Hund bin ich noch nicht, aber ich bin auf einem guten Weg", so Scheiber.

Kröll weiß, wo die Zeit liegt

Kröll konnte mit der Generalprobe für die Abfahrt am Samstag gut leben. "Ich habe einen Fehler gemacht, das hat ein paar Zehntel gekostet. Auf dieser Leistung kann ich aufbauen, es schaut gut aus und läuft sehr schön", erklärte der Steirer.

Kröll hofft in den kommenden Stunden auf eine deutliche Abkühlung im Grödnertal, dann würde sein Optimismus für den Klassiker noch einmal deutlich steigen.

"Das ist schon hart"

Benjamin Raich blieb deutlich hinter seiner Leistung vom Vorjahr (4.) und wurde nur 46.

"Schwer zu sagen, aber die Verhältnisse dürften bei mir nicht optimal gewesen sein. Dazu kam, dass die Fahrt nicht sehr gut war. Das summiert sich dann. Aber dass ich so weit hinten bin, das ist schon hart", bilanzierte der Tiroler, der am Sonntag (Riesentorlauf) und Montag (Slalom) in Alta Badia deutlich mehr zeigen möchte.

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