"Habe keine Erklärung, ich bin ganz normal gefahren"

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Die rot-weiß-rote Skiparty in Garmisch-Partenkirchen ist auch am Sonntag beim Riesentorlauf prolongiert worden.

Weltcup-Leader Marcel Hirscher feierte in überlegener Manier mit einer Gesamtzeit von 2:43,23 Minuten und dem persönlichen Rekordvorsprung von 3,28 Sekunden einen Tag vor seinem 26. Geburtstag seinen 30. Weltcupsieg und baute die Führung im Weltcup auf 188 Punkte vor Kjetil Jansrud aus.

Für Hirscher war es der 14. Sieg im Riesentorlauf, bei 15 Erfolgen im Slalom und einem in einem Parallelbewerb.

Drittgrößter RTL-Vorsprung aller Zeiten

Die 3,28 Sekunden waren der drittgrößte RTL-Vorsprung in der Weltcup-Geschichte. Nur der legendäre Ingemar Stenmark war in der Saison 1978/79 zweimal noch überlegener gewesen.

Im Weltcup führt Hirscher mit 1.128 Punkten vor dem Norweger Jansrud (940). Auch im Disziplinen-Weltcup liegt der Salzburger mit 560 Zählern vor dem US-Amerikaner Ted Ligety voran (372).

Zweiter wurde Lokalmatador Felix Neureuther, der sich noch von Platz fünf zur Halbzeit auf das Podium katapultierte. Benjamin Raich machte sich auch ein persönliches Geburtsgeschenk und fuhr einen Tag nach seinem 37. Ehrentag auf Platz drei (+3,44).

Es war für den Oldie im ÖSV-Team der erste Podestplatz seit 8. März des Vorjahres, als er Zweiter im Riesentorlauf von Kranjska Gora wurde.

Den Grundstein zum Sieg legte der Annaberger im ersten Durchgang mit einem Wunderlauf, bei dem er schon 1,99 Sekunden Vorsprung auf Raich herausfuhr.

"Ich habe keine Erklärung dafür"

Danach schüttelte er ungläubig den Kopf: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe keine Erklärung dafür, ich bin ja ganz normal runtergefahren. Die Zeit ist abartig, Ich verstehe es nicht. Es ist voll schräg, mir fehlen die Worte."

Auch im zweiten Durchgang war er 0,59 Sekunden vor Tim Jitloff (USA) der Schnellste. "Ich riskiere alles und gewinne alles. Ich weiß nicht, warum ich heute so schnell war. Das Material war abartig gut."

"Ich glaube, ich kann bei jedem Tor ein, zwei Hundertstel mitnehmen. Es ist voll schräg, abartig und voll geil. Ein Wahnsinn", überschlug sich Hirscher mit Superlativen. "Heute hat für mich alles gepasst."

Raich sprach nach der Riesenenttäuschung bei der WM in Vail/Beaver Creek von einer großen Genugtuung.

Raich beschenkt sich ebenfalls

"Ich habe gezeigt, dass ich nie locker lasse. Heute habe ich wieder Freude gehabt." Dass der dritte Platz das schönste Geburtstagsgeschenk sei, bestritt der 37-Jährige.

"Noch schöner wäre der Sieg gewesen. Aber Marcel war so weit weg, da wäre ich nicht hingekommen. Ich wäre schon gern selbst schneller, aber ich bin begeistert, wie er da runterfährt."

Geschenk vom Skiclub Garmisch gab es für die beiden Geburtstagskinder im ÖSV-Team auch. Hirscher bekam in Anwesenheit von Freundin Laura eine Hundedecke für seinen Cocker Spaniel, auf der keine Haare zurückbleiben sollen.

Keine große Feier

Für Raich und seine Freundin Marlies Schild gab es eine Übernachtung im romantischen Iglu-Dorf auf der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands.

Beide outeten sich jedoch als richtige Geburtstagsmuffel. "Seit 20 Jahren verbringe ich den Geburtstag auf Skipisten, da kann man es nicht groß krachen lassen", erklärte Hirscher und Raich bekannte, er habe seine Mama und Marlies ausgebremst.

"Sie wollten einen Kuchen backen. Ich habe aber gesagt, ich fahre in der Früh nach Garmisch, gefahren bin ich dann aber erst am Nachmittag."

Restliches ÖSV-Team weit zurück

Philipp Schörghofer wurde letztlich 16. "Das war Schadensbegrenzung", kommentierte der Salzburger, "im ersten Lauf bin ich ja fast schon draußen gelegen."

Christoph Nösig schaffte als 27. noch Weltcuppunkte. Roland Leitinger, Vincent Kriechmayr, Christopher Neumayer und Marcel Mathis schafften nicht den Sprung in den zweiten Lauf.

In Garmisch-Partenkirchen stehen am nächsten Wochenende eine Damen-Abfahrt und ein Super-G auf dem Programm.

Die Idee, den in Bansko abgesagten Super-G am Freitag auf der Kandahar nachzutragen, wurde aus finanziellen Gründen ad acta gelegt.

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