Hirscher hält die rot-weiß-roten Fahnen in Moskau hoch

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Zwei Tage nach seinem ersten Slalomtriumph in Kitzbühel und sechs Tage vor dem Beginn der Heim-WM in Schladming hat Marcel Hirscher auch den Parallel-City-Event in Moskau gewonnen und seinen 18. Weltcup-Sieg gefeiert.

Der Salzburger wäre in Runde eins zwar beinahe ausgeschieden, im Finale setzte sich der 23-Jährige am Dienstagabend dann gegen den Schweden Andre Myhrer durch.

Der Damenbewerb endete mit dem Überraschungssieg der deutschen Ersatzfahrerin Lena Dürr.

Schrecksekunde zu Beginn

Hirscher musste gleich zu Beginn des im K.o.-System ausgetragenen Moskauer Rampenbewerbes eine Riesen-Schrecksekunde überstehen.

Nach einem toten ersten Rennen gegen den norwegischen Außenseiter Truls Johansen blieb der als Nummer eins gesetzte Top-Favorit aus Österreich beim Retourlauf am Start hängen und wäre beinahe gestürzt.

Hirscher erfing sich aber, setzte zu einer fulminanten Aufholjagd an und kam doch noch knapp weiter.

100 Punkte, 32.000 Euro

Nach weiteren Siegen gegen Jens Byggmark im Viertel- und Ivica Kostelic im Halbfinale rang Hirscher im Finale auch noch Myhrer nieder und kassierte neben 100 Punkten auch 40.000 Franken (32.000 Euro) Preisgeld.

"Ich hab' mir gedacht, soll ich gleich oben bleiben oder es noch einmal probieren? Aber ich habe dann von seinem Fehler profitiert, sonst wäre ich schon draußen gewesen", blickte Hirscher nach seinem sensationellen "Comeback" im ersten Duell erleichtert zurück.

Wieder einmal habe man gesehen, wie knapp Sieg und Niederlage beisammenliegen.

Slalomkugel rückt näher

Am Ende hatte sich der stressige Trip nach Moskau für Hirscher voll gelohnt. In der Gesamtwertung führt er zehn Rennen vor Schluss nun bereits 214 Punkte vor dem in Russland fehlenden Norweger Aksel Lund Svindal.

Und auch im Slalom baute er seine Führung auf den in Moskau viertplatzierten München-Sieger Felix Neureuther auf 184 Zähler aus.

Damit fehlen ihm in den verbleibenden zwei Slaloms nur noch 16 Punkte zum Gewinn der kleinen Kugel. "100 Punkte, ich habe meinen Teil erfüllt. Felix nicht ganz", stellte Hirscher zufrieden fest.

Nur Hirscher überzeugte

Fünf Damen und vier Herren hatte der ÖSV ins Moskau-Rennen geschickt, aber nur Hirscher erfüllte die Hoffnungen wieder einmal voll.

Bei den Herren schieden Reinfried Herbst, Wolfgang Hörl und Manuel Feller ebenso in Runde eins aus wie Nicole Hosp, Alexandra Daum, Carmen Thalmann und Bernadette Schild bei den Damen.

Lediglich Michaela Kirchgasser kam gegen Landsfrau Schild eine Runde weiter, scheiterte im Viertelfinale aber an Mikaela Shiffrin (USA).

Reise hat sich ausgezahlt

Damit wurde die Salzburgerin Fünfte und kassierte 50 Weltcup-Punkte für die Gesamt- und Slalomwertung. "Die Reise hat sich dennoch ausgezahlt, ich bin einige gute Läufe gefahren", sagte Kirchgasser, die nach ihrer Rückkehr auf der Reiteralm die Abfahrts-Ski anziehen wird.

Der Sieg im 16er-Feld der Damen ging überraschend an Dürr, die als Ersatz für Viktoria Rebensburg aufgeboten worden war.

Die wie Shiffrin vom Österreicher Kilian Albrecht gemanagte Deutsche feierte damit ihren ersten Weltcupsieg. Weltcup-Leaderin Tina Maze scheiterte schon im Viertelfinale an der Schweizerin Wendy Holdener und musste sich mit 40 Punkten begnügen.

Durchwachsene Bilanz

"Wendy war gut drauf, ich heute nicht", sagte die Slowenin, die vor der WM nun einige Tage Pause einlegen wird. Von Moskau war sei dennoch angetan. "Rennen in so großen Städten sind super. Vielleicht fahren wir ja auch mal in New York oder Rom, das wäre schön."

ÖSV-Damencoach Günter Obkircher zog gemischte Bilanz: "Die Ausbeute war nicht ganz nach Wunsch. Kirchi hat ein bissl zu viel riskiert, bei Niki war auch Pech dabei. Marcel fährt sehr spritzig, das ist ideal für ihn hier."

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