Die meisten Interviews waren bereits geführt, als Striedinger eineinhalb Stunden nach Rennbeginn fast noch alles über den Haufen warf. Eine Sensation war das Ergebnis aber für Insider nicht mehr wirklich.

Der bereits 29-jährige Küng war schon vorher zwei Mal (Bormio 2011, Garmisch 2010) auf das Podest gefahren und am Freitag in der Abfahrt Fünfter geworden.

Striedinger war erst vergangenen Sonntag in Lake Louise mit Startnummer 44 auf Platz 17 gerast. In Colorado toppte er dieses Ergebnis bei seinem erst achten Weltcup-Start in nicht erwartetem Ausmaß.

Striedinger im "Weltcup angekommen"

"Ich habe es gar nicht glauben können. Doch dann habe ich den Zweier aufleuchten gesehen. Die Freude ist jetzt riesengroß. Einfach gewaltig. Ich fühle mich jetzt angekommen im Weltcup", sprudelte es aus Super-G-Spezialist Striedinger heraus.

Der Kärntner aus Innerkrems gab zu, ohne Stress und Druck fahren zu können. "Ich fahre einfach drauflos." Olympia? "Ist derzeit das letzte, das mir durch den Kopf geht."

Reichelt schnuppert am Sieg

Reichelt war in einem schön gesetzten, aber schwierig zu fahrenden Super-G als 16. und erster der Topgruppe ins Rennen gegangen und lieferte neuerlich eine Spitzenfahrt ab.

Nachdem auch Weltmeister Ted Ligety (5.), Titelverteidiger Matteo Marsaglia (out) und Olympiasieger Svindal (7.) nicht schneller waren, begann der mit einer Südtirolerin liierte Salzburger schon auf den - "gerne mit einem Südtiroler" - geteilten Sieg zu hoffen.

Schweizer Durststrecke beendet

Doch dann nutzte Küng mit Startnummer 28 eine kurze Aufhellung auf dem Beaver Creek Mountain und sorgte auf dem Hang, auf dem vor einer Woche Landsfrau Lara Gut beide Damen-Speedrennen gewonen hatte, für den ersten Sieg der Schweizer Herren seit Beat Feuz im März 2012 in Kvitfjell.

Swiss Ski hat seit dieser Saison einen österreichischen Alpin- (Rudi Huber), Herren- (Walter Hlebayna) und Speedchef (Walter Humann).

"Ich hatte schon während der Fahrt ein gutes Gefühl. Es freut mich, dass es endlich wieder ein Podium für unser Team gibt. Unsere österreichischen Trainer machen einen sehr guten Job, aber wir haben auch sehr gute Schweizer Trainer", erklärte Küng.

Reichelt zufrieden

Nordamerika-Spezialist Reichelt war trotzdem "mit Leistung und Ergebnis" zufrieden. Erstmals seit Whistler 2009 war er wieder an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf das Podest gekommen war.

Allerdings wurde er durch die beiden Überraschungsfahrer auch um die Chance gebracht, als erster zum dritten Mal den Super-G von Beaver Creek zu gewinnen.

"Oben bin ich zu taktisch gefahren, unten habe ich auch noch viel bekommen. Meine Speed-Bilanz hier ist trotzdem genial", sagte Reichelt, der am Sonntag auch im Riesentorlauf startet. "Die Kurven werden von Tag zu Tag kürzer", scherzte er.

Starkes ÖSV-Ergebnis

Mit dem Kärntner Matthias Mayer als Zehntem kam noch ein dritter ÖSV-Mann in die Top Ten.

Georg Streitberger landete unmittelbar hinter dem von der kompletten Familien-Entourage begleiteten US-Star Bode Miller auf Platz 15.

Hirscher zeigt auf

Dahinter teilten sich ÖSV-Nachwuchsmann Vincent Kriechmayr sowie Hirscher Platz 16.

"Das ist gewaltig", freute sich Hirscher nach seiner "Versöhnung" mit Beaver Creek. Im Vorjahr war der Slalom-Weltmeister und Weltcup-Gesamtsieger nur 32. geworden, diesmal lieferte er eine blitzsaubere Speed-Leistung ab.

"Dabei war es kein Vorteil, wenn man erstmals im Rennen Kontakt mit dieser Rennstrecke hat", verwies Hirscher darauf, dass er ohne Abfahrtstraining teilnehmen hatte müssen.

"Deshalb war ich mir unten dann nicht mehr so sicher, da geht's echt dahin", erklärte der Salzburger, dass es sogar noch besser gegangen wäre. "Auf jeden Fall habe ich heute keinem (Spezialisten, Anm.) einen Platz weggenommen."

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