Weltmeister schlägt zurück

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Nur entfesselter Ligety schlägt Hirscher

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Ted Ligety hat erfolgreich zurückgeschlagen.

Zwei Tage nachdem er sich als Halbzeitführender noch dem Österreicher Marcel Hirscher geschlagen geben hatte müssen, stürmte der US-Weltmeister am Dienstag im zweiten Riesentorlauf von Beaver Creek von Platz vier zum souveränen Sieg.

Hirscher wurde diesmal mit 0,69 Sek. Rückstand Zweiter, der Norweger Kjetil Jansrud Dritter. Hinter Halbzeit-Leader Alexis Pinturault (FRA) glänzte Hannes Reichelt auf Platz fünf als zweitbester ÖSV-Fahrer.

Gute Ausgangs-Position

Hirscher hatte sich wie schon am Sonntag als Halbzeit-Zweiter trotz einiger Fehler eine ausgezeichnete Position zurechtgelegt.

Hatte er 48 Stunden davor noch erfolgreich attackiert, war diesmal bei Temperaturen von fast 20 Grad minus gegen den Heimfavoriten aber kein Kraut gewachsen.

Hirscher rechnete mit der Revanche

"Ich hatte im zweiten Lauf keine solche Klinge mehr. Ich freu' mich aber trotzdem extrem, denn ich nehme einen Haufen Punkte mit", gab sich der Salzburger auch über Platz zwei im Ersatzrennen für Val d' Isere zufrieden.

"Ich habe immer gesagt, dass Ted zurückschlagen wird. Und so war es auch. Ted war heute nicht zu schlagen."

"Schneid abgekauft"

Im ersten Lauf ist Hirscher heftig mit der linken Hand gegen eine Torstange gekracht, dieser Zwischenfall hat beim 22-Jährigen Spuren hinterlassen.

"Durch dieses Missgeschick hab ich mir die Schneid abkaufen lassen", gestand Hirscher.

Überraschung durch Reichelt

Eine Überraschung lieferte Reichelt.

Der von Winterasthma geplagte Salzburger, der davor schon drei Abfahrtstrainings und drei Rennen in der dünnen Höhenluft Colorados bestritten hatte, carvte dank drittbester Laufzeit noch zu Platz fünf und ließ eine Menge ausgeruhter Spezialisten hinter sich.

"Schwerer" Koffer beim Heimflug

"Dabei habe ich am Montag erstmals Riesentorlauf trainiert", staunte Reichelt über sich selbst. Zuvor hatte er als Dritter in Lake Louise und den Plätzen zehn (Abfahrt) und fünf (Super-G) in Beaver eher in seiner neuen Rolle als Top-Abfahrer überrascht.

Offenbar gehört "Richie" nun aber auch im Riesentorlauf wieder zur Weltklasse. "So viele Punkte hab ich noch nie aus Nordamerika mitgenommen", strahlte der Radstädter, der als Gesamt-Fünfter bester ÖSV-Fahrer im Weltcup ist.

Mit Ärger und Risiko zum Sieg

Sieger Ligety machte mit überlegener Bestzeit im Finale alles klar und aus seiner Genugtuung über den zehnten Weltcupsieg kein Geheimnis.

"Ich habe im zweiten Durchgang voll attackiert und den Ärger von Sonntag rausgelassen", freute sich der 27-jährige Weltmeister aus Park City, dass er die "jungen Buben" Hirscher und Pinturault nun doch wieder geschlagen hatte.

Ligety: "Ich bin es gewohnt geworden, der Gejagte zu sein."

Hirscher will zurückschlagen

Ligety gegen Hirscher, dieses Duell wird es schon am Donnerstag im abschließenden Slalom wieder geben.

"Ich werde alles geben, damit es wieder ein Zweikampf mit Ted wird", versprach Hirscher, der vergangenen Sonntag bereits im erst zweiten Rennen nach Verletzungscomeback wieder gewonnen hatte.

"Meine Kraft im Kopf ist riesengroß. Ich mach das Körperliche mit dem Kopf wett", erklärte er.

Raich kommt nicht ans Limit

Hatte Benjamin Raich am Sonntag einen Podestplatz durch Sturz vergeben, war der Tiroler diesmal als 19. ohne Chance auf einen Spitzenlatz.

"Im ersten Lauf war ich nicht ganz am Limit, im zweiten hatte ich unten Probleme", kommentierte Raich und gab zu, noch immer verärgert gewesen zu sein.

"Das am Sonntag wäre auf jeden Fall ein Podest geworden. Aber ich darf nicht nachweinen, sondern muss in die Zukunft schauen", sagte Raich.

Die heißt konkret: Slalom am Donnerstag. Den hat er hier 2004 schon ein Mal gewonnen.

Cheftrainer zufrieden

ÖSV-Herrenchef freute sich über Hirscher und auch Reichelt.

"Ligety war heute nicht zu schlagen, also kann man zufrieden sein", sagte der Vorarlberger. "Jetzt müssen wir weiterkämpfen und dranbleiben."

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