Wind verbläst den Super G in Bad Kleinkirchheim

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Der Weltcup-Rekord von Annemarie Moser-Pröll hat das Wochenende in Bad Kleinkirchheim überstanden.

Tief "Felix" brachte dem Veranstalter kein Glück, nach der Damen-Abfahrt musste auch der Super-G abgesagt werden. Die Sicherheit für die Läuferinnen war nicht mehr gegeben.

Die Arbeiter hatten zwar die zusammengeschmolzene Piste rennfertig hinbekommen, gegen den starken Wind waren sie aber machtlos.

 Arbeiten an der Piste greifen

Die Orkanschäden waren Sonntagfrüh beseitigt, die Sicherheitsnetze wieder installiert, aber die Piste war noch nicht renntauglich. Nach der Besichtigung sprach nicht nur Lindsey Vonn davon, dass es zu gefährlich sei.

"Wenn gestartet wird, werde ich mir ein paar ansehen, dann werden die Top-Sieben-Läuferinnen eine Entscheidung treffen. Es ist nicht die ganze Piste, aber genug Stellen, wo sich eine ein Bein brechen kann. Im Moment denke ich, ist es zu gefährlich", sagte die US-Amerikanerin, der nur noch ein Sieg auf die 62 von Moser-Pröll fehlt.

Mit Salz und Wasser wurde die Piste daraufhin bearbeitet und der Start erst von 11.00 Uhr auf 11.15 und dann auf 11.45 verlegt. Mit Rennbeginn legte dann allerdings wieder der Wind los, zudem setzte Schneefall ein.

Von den Österreicherinnen waren Regina Sterz und Cornelia Hütter über die "Kärnten - Franz Klammer" gegangen, ehe erst unterbrochen und nach langer Wartezeit um 12.45 Uhr endgültig abgesagt wurde.

"Teilweise bin ich vom Wind vertragen worden. Die Tore sind mir entgegengestanden, da musste ich Abstand lassen, das war schwierig", sagte Sterz, die den Pistenarbeitern aber ein Lob aussprach: "Sie war in einem Superzustand, sie haben sie perfekt hingebracht. Von da her gab es keine Diskussionen. Bei der Besichtigung hat das noch anders ausgeschaut."

Da sei bei einigen Toren eine sehr dünne Schneeschicht gewesen. Der Fönsturm und die Plusgrade im zweistelligen Bereich hatten der Schneeauflage schwer zugesetzt.

Wind bereitet Probleme

Glück hatte Hütter, die am Zielhang gegen eine Böe kämpfte. "Die Tore sind mir quer entgegengekommen. Das war richtig gefährlich. Da hast fast Angst, dass es dich aufspießt", sagte die Steirerin, die für alle im Ziel sichtbar einem vom Wind quergelegten Tor ausweichen musste.

"Es hat in Richtung Ideallinie geschaut, ich musste einen Umweg fahren, sonst hätte es mich zerlegt." Dass man die Piste so gut hingebracht hatte, habe sie gewundert. "Bei der Besichtigung hat das nicht so gut ausgeschaut."

"Nur noch auf Absage gewartet"

"Wir haben am Start nur noch auf die Absage gewartet, es hat keiner mehr damit gerechnet, dass gefahren wird, weil so der Wind ging", sagte Olympiasiegerin Anna Fenninger.

Während die Damen sich am Start nach der langen Unterbrechung gedulden mussten, wurden im Zielraum wegen der Windböen vorsorglich schon Transparente abgebaut. Die Absage schließlich überraschte niemanden mehr.

Mitleid mit Veranstaltern

"Zu diesem Zeitpunkt war die Absage absolut berechtigt, weil nicht an ein reguläres Rennen zu denken war", sagte ÖSV-Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum.

Es tue ihm leid für den Veranstalter. "Sie haben nach dem Sturm alles wieder in Gang gebracht. Wenn man so viel Aufwand betreibt und dann sieht man kein Rennen und das Publikum muss wieder enttäuscht heimgehen, dann ist es natürlich nicht fein."

Zweifel bei Besichtigung

Nach der Besichtigung hatte es nicht danach ausgesehen, dass die Piste rennfertig wird. "Wenn sie es salzen, kann es gut werden. Aber sie müssen das auf der ganzen Rennlinie tun", hatte Elisabeth Görgl gemeint.

"Sie müssen sicherlich einiges tun, damit es überhaupt möglich ist. So wie es momentan ist, ist es aus meinen Augen zu gefährlich, weil die Piste unten bricht. Wenn heute Trainingstag wäre, würde ich nicht fahren", betonte Nicole Hosp.

Letztlich war die Piste im guten Zustand, doch der Wind machte einen Strich durch die Rechnung. "Es ist eben ein Freiluftsport", sagte Sterz. Der Damen-Weltcup wird am Dienstag mit einem Nachtslalom in Flachau fortgesetzt.

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