"Warum kann das nicht woanders passieren"

Hirscher war extrem enttäuscht: "Was mir am Arsch geht, warum kann das nicht woanders passieren? In Levi wär's mir lieber gewesen." Hirscher war übrigens zurückgestiegen und kam als 23. in die Wertung.

"Mir geht es einfach irrsinnig auf den Keks, weil ich sauschnell war", sagte der zweifache Gesamt-Weltcup-Sieger.

"Einfädler ist Teil des Spiels"

Auf die Frage, wie oft ihm im Training Einfädler passieren, antwortete Hirscher: "So gut wie nie." Bremsen wird Hirscher aber auch in Zukunft nicht.

"Ein Einfädler ist halt Teil des Spiels. Aber ich werde weiter Gas geben", versprach Hirscher.

Jetzt wolle er sich mit einer guten Super-Kombi am Sonntag auf den nächsten Heim-Slalom am Dienstag in Schladming einstimmen.

Slalom-Verlegung richtige Entscheidung

Der Schachzug, den Slalom von Sonntag auf Freitag vorzuverlegen, war aufgegangen, denn an jenem Tag wäre kein anderes Rennen als der Torlauf möglich gewesen.

Zu dicht war der Schneefall und dementsprechend schlecht die Sicht im ersten Durchgang. Eine Herausforderung war auch der vom Kroaten Ante Kostelic sehr speziell gesetzte Kurs.

Extreme Kurssetzung im 1. Durchgang

"Da rückt das Feld enorm auseinander", sagte Hirscher in der Pause. "Da trennt sich die Spreu vom Weizen", meinte Neureuther, der 0,38 Sekunden dahinter Halbzeitzeiter war und vom "mit Abstand schwierigsten Slalomrennen, das ich in Kitzbühel jemals gefahren bin" gesprochen hatte, weil "die Sicht brutal, die Kurssetzung extrem und die Piste schlecht" gewesen seien.

"Es schmiert so richtig weg, da kommt man nie auf Zug, das ist eher so ein bisserl ein Gestolpere. Ich bin gut runtergestolpert." Im Finale stolperte er sogar zum Sieg.

Flutlicht-Premiere im Finale

Dank Flutlicht war die Sicht im zweiten Durchgang besser, die Piste freilich baute von Läufer zu Läufer ab.

Der 20-jährige Schweizer Daniel Yule hatte mit Startnummer 30 eröffnet, er lag dank Laufbestzeit bis zum Halbzeitneunten Kristofferson voran und wurde am Ende hervorragender Siebenter.

Feller bester Österreicher

Unmittelbar dahinter folgte mit Feller der beste Österreicher. Rang acht war das beste Ergebnis seiner Weltcup-Karriere.

An einen Start in Sotschi denkt dieser nicht: "Dass Olympia ein Thema ist, glaube ich nicht. Aber ich bin mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Ich bin froh, dass ich mit so einer guten Zeit ins Ziel gekommen bin."

Herbst-Patzer kostet Top-Platz

Es war der letzte Slalom vor der Olympia-Nominierung am Montag, Hirscher und Matt haben ihre Tickets fix, für die weiteren zwei Startplätze kommen Raich, Herbst und nun auch Feller infrage.

Herbst patzte nach sehr guter Fahrt im Schlussteil des zweiten Durchgangs und vergab einen möglichen Spitzenplatz.

"Drei Viertel bin ich super gefahren, natürlich tut das weh, aber meine Fahrerei passt", sagte der Zehnte. Benjamin Raich fädelte nach dem 14. Halbzeitrang im Finale ein. Wolfgang Hörl landete auf Rang 19.

Matt-Aus im 1. Durchgang

Bereits im ersten Durchgang ausgeschieden waren Marc Digruber und Mario Matt. "Die Piste hat schon nach zwei Läufern nachgelassen, das war schade. Ich war gut drauf eingestellt und habe alles probiert, bin einen sehr guten Lauf gefahren. Ich bin dann ein bisschen eingebrochen und nicht mehr von der Kante weg gekommen", sagte der Flirscher Matt.

Für Manfred Pranger ist der Traum von der Olympia-Teilnahme endgültig zerplatzt, der Weltmeister von 2009 in Val d'Isere muss einsehen, dass seine Zeit als Topläufer vorüber ist.

"Da braucht man nicht über Olympia reden. Ich habe alles gegeben, leider hat es wieder nicht so funktioniert. Es geht einfach nicht mehr, das muss man einsehen."

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