Berthold bestätigt: "Marcel hat in Zagreb eingefädelt!"

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„Ja, es stimmt! Marcel hat in Zagreb eingefädelt, sein Sieg hätte nicht zählen dürfen.“

Herren-Chef Mathias Berthold lässt im Gespräch mit LAOLA1 die Slalom-Bombe platzen und bestätigt damit teilweise einen Bericht der „Krone“, die den Fall am Samstag öffentlich machte.

„Wir haben es erst in der Vorbereitung auf Wengen im Video entdeckt, mussten bei Marcel aber fünf Mal schauen, bis wir es gemerkt haben.“

Auch Felix Neureuther, in Zagreb hinter Hirscher auf Platz zwei, hat ein Tor nicht korrekt passiert.

Der Läufer merkt nichts

Dass der neue Shooting-Star im ÖSV-Team auch im Slalom von Adelboden eingefädelt haben soll, wo er ebenfalls gewann, davon will Berthold vorerst nichts wissen. „Bis jetzt haben wir im Video noch nichts gefunden.“

Hirscher selbst wurde erst am Samstagvormittag von Berthold informiert, dachte zunächst an einen Scherz. „Zuerst hat er gelacht, aber als er gemerkt hat, dass ich nicht reagiere hat er schon geschluckt.

Ein schlechtes Gewissen braucht der Salzburger aber nicht haben: „Er kann ja nichts dafür, heute fahren die Läufer bei fast jedem Tor über die Stange drüber, kriegen Schläge aus allen Richtungen. Das merkt der Läufer nicht.“

Hujara: "Haben alles gecheckt"

Und in manchen Fällen auch die Trainer und Torrichter nicht. „Wir haben ein geschultes Auge, aber selbst wir sehen diese Dinge nicht. Der Einfädler in Zagreb ist auf meiner Position passiert und ich habe nichts gemerkt.“

FIS-Renndirektor Günter Hujara, von LAOLA1 in Kitzbühel mit den Vorwürfen konfrontiert, wusste von nichts. „Wir haben alles gecheckt. Wenn jemand eingefädelt hätte, wäre er disqualifiziert worden.“

Gänzlich ausschließen könne man es aber nicht, dass jemand mit irgendwas durchgekommen ist, so der Deutsche, der auch zugibt: „Wir tun wirklich alles, aber es stimmt, dass es schwer zu entdecken ist.“

Protestfrist endet nach 15 Minuten

Hujara weiß, dass die jüngsten Entwicklungen den Slalom erschüttern und nachhaltig verändern könnten, will aber erst Beweise sehen, bevor er sich Gedanken über mögliche Konsequenzen macht.

„Wir setzen alle technischen Möglichkeiten ein, machen was möglich ist, haben Torrichter bei jedem Tor. Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, wie man noch näher ran kommen könnte.“

Konsequenzen für Marcel Hirscher und Felix Neureuther wird es nicht geben. Denn die Protestfrist endet 15 Minuten nach dem Rennen.

ÖSV setzt Trainer vor den Bildschirm

Dass in Zukunft „auf Verdacht“ protestiert wird, glaubt ÖSV-Trainer Berthold nicht. „Erstens kostet jeder Protest 100 Franken und außerdem muss der Verdacht schon auch begründet sein.“

Zumindest im Österreichischen Ski-Verband gibt es erste Konsequenzen.

„In der letzten Saison hatten wir immer auch jemand am Bildschirm sitzen, der alles gecheckt hat, das haben wir zuletzt etwas vernachlässigt. Aber das werden wir wieder einführen.“

Stephan Schwabl

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