Scheiber: Die Super-Serie in Kitzbühel soll halten

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Mario Scheiber und Kitzbühel - das ist eine ganz besondere Beziehung.

Zwar ist der Osttiroler erst drei Mal die Abfahrt gefahren, seine Bilanz liest sich aber eindrucksvoll.

Denn „Scheibs“ hat einen zweiten und zwei vierte Plätze in der Statistik stehen.

„Mir taugt die Streif extrem. Die tausenden Fans, die Prominenten, die vielen Menschen daheim am Fernseher, all das motiviert mich und sorgt dafür, dass ich mich in Kitzbühel einfach wohlfühle“, erklärt der Osttiroler im Gespräch mit LAOLA1.

Kraft tanken bei der Familie

Das war am vergangenen Wochenende in Wengen noch ganz anders. Im Ziel hatte er als 40. vier Sekunden Rückstand auf Sieger Beat Feuz.

Auf die After-Race-Analyse hat der Speed-Spezialist mit der Vorliebe für Heavy-Metal verzichtet.

„Da würde ich heute noch sitzen! Ich bin lieber heim gefahren zur Familie, das bringt mir mehr als in irgendeinen Zettel oder ein Video reinzuschauen.“

Stattdessen wurden in St. Jakob im Defreggental die Batterien aufgeladen und gut regeneriert für den Saison-Höhepunkt in einem Weltcup-Winter ohne Großereignis.

Kopfkino mit Siegerehrungen

In der einen oder anderen ruhigen Minute hat Scheiber auch das Kopfkino angeworfen und noch einmal die Bilder von den abendlichen Siegerehrungen am Fuße des Hahnenkamms abgerufen.

Bilder, die ihm auch jedes Mal in den Sinn kommen, wenn er das Ortsschild von Kitzbühel passiert.

„Ich glaube sogar, dass das im Unterbewusstsein mitfährt und mir hilft, wenn die Form vielleicht einmal nicht so passt.“

Stunteinlage bei Steilhang-Ausfahrt

In diesem Jahr gehört der noch immer sieglose „Pechvogel“ im ÖSV-Team maximal zum erweiterten Favoritenkreis. Und das auch nur, weil er mit Platz zwei im ersten Training aufgezeigt hat.

„Da bin ich mit der Piste gut zurecht gekommen.“ Im zweiten Training lieferte Scheiber eine unfreiwillige Stunteinlage, als er bei der Steilhang-Ausfahrt ein paar Meter mit dem linken Ski am Netz gefahren ist.

„Ich bin in die Schläge gekommen und dann brutal abgetragen worden, bis ich mit dem Ski am Netz war.“ Aber alles kein Problem.

Herren-Chef muss um Locken bangen

Auf eine Kampfansage in Richtung der Topfavoriten Didier Cuche, Klaus Kröll oder Bode Miller („Er macht als Athletenvertreter einen guten Job!“) verzichtet der Jung-Papa.

Einzig Herren-Chef Mathias Berthold muss sich Sorgen machen. Um seine Locken nämlich, denn die sind dran, sollte Scheiber ausgerechnet in Kitzbühel der Premierensieg gelingen.

„Dann schleiche ich mich mit einem Rasierer in sein Zimmer und schneide ihm die Haare.“

"Fahre nicht des Geldes wegen"

Mit den 50.000,- Euro, die ein Abfahrtssieg wert ist, könnte er seinem „Vorgesetzten“ gleich mehrere Echthaar-Perücken kaufen.

Oder sich den einen oder anderen Wunsch erfüllen. Welchen, darüber zerbricht sich der Tiroler nicht den Kopf.

„Ich fahre nicht wegen des Geldes, sondern weil es mir Spaß macht. Und wenn du gut bist, dann kommt das Geld von alleine.“

Ziel: Eine vierte Siegerehrung

Und was soll am Samstag rauskommen? „Einmal ganz oben stehen wäre schön, aber gerade Kitzbühel ist kein Wunschkonzert."

"Mein großes Ziel ist, dass ich ein viertes Mal bei der Siegerehrung dabei bin. Dafür werde ich voll angreifen“, will sich Scheiber noch einmal steigern

„Zumindest mehr Weltcup-Punkte als in Wengen sollten es schon sein!“

Stephan Schwabl

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