Kitzbühel oder Schladming? "Am liebsten beides!"

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„Wenn du in Kitzbühel gewinnst, steigst du zur Legende auf!“

Aksel Lund Svindal hat Goldmedaillen von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften daheim hängen, gewann zwei Mal den Gesamt-Weltcup.

Eine Gondel bei der Hahnenkamm-Bahn, wie sie jeder Sieger bekommt, fehlt dem Norweger aber noch.

"Emotional mein größter Sieg!"

Nicht so Klaus Kröll. Seit dem Sommer 2009 können sich Touristen mit „seiner“ Gondel bequem hinauf zum Starthaus transportieren lassen

Im selben Jahr gewann der Steirer den Super-G – heute sagt er: „Emotional war das sicher mein größter Sieg!“

Getoppt nur vom Gewinn der Abfahrts-Kugel im letzten Jahr beim Weltcup-Finale in Schladming.

Wie viele Asse im Ärmel?

Natürlich kann sich der „Bulle aus Öblarn“ noch an jedes Detail seiner Triumphfahrt erinnern, das eigentliche Highlight war aber die abendliche Siegerehrung vor rund 20.000 Fans.

„Das war etwas ganz besonderes! Leider durfte ich es erst einmal erleben, aber vielleicht passiert es ja an diesem Wochenende noch einmal.“

Im dritten und letzten Training knallte er jedenfalls eine Bestzeit auf die eisige Streif und bestätigte seine Konkurrenten.

Die hatten in den letzten Tagen gemutmaßt, dass der 32-Jährige noch nicht alle Karten aufgedeckt und noch das eine oder andere Ass im Ärmel seines Rennanzugs hat.

Erst im Rennen am Limit

Das hängt mit seinem Motorrad-Unfall vom vergangenen Sommer zusammen, der ihn mehrere Wochen Vorbereitung gekostet hat.

„Normalerweise lasse ich mir im Training nicht zu viele Reserven, aber seit dem Unfall muss ich anders an die Sache herangehen“, möchte Kröll keine weitere Verletzung riskieren.

„Ich muss aufpassen, darum lege ich es abschnittsweise noch nicht auf der engsten Linie an und gehe erst im Rennen wirklich ans Limit.“

Immerhin: Beim Skifahren hat er keine Schmerzen, im knallengen Skischuh fühlt er sich sicher und wohl. „Da geht es dem Bein am besten, sonst könnte ich auf dem Niveau auch gar nicht fahren.“

Kampf ums WM-Ticket

In Wengen überzeugte er zuletzt mit Rang zwei auf der längsten Abfahrt im Renn-Kalender. Sein WM-Ticket in der schnellsten aller Disziplinen hat der Lokalmatador schon länger sicher.

Anders sieht es im Super-G aus. „Ich möchte in Schladming natürlich gerne zwei Mal um Medaillen fahren. Aber dazu braucht es noch eine bessere Leistung“, möchte sich Kröll im internen Duell mit seinen jüngeren Teamkollegen nicht auf den Erfolgen vergangener Tage ausruhen und schon gar nicht darauf hoffen, dass diese ihm das zweite WM-Ticket sichern.

„Im Training passt es schon ganz gut, ich erwarte mir viel für den Super-G, auch weil ich hier in Kitzbühel immer gut gefahren bin.“

Mit Favoritenrolle kein Problem, aber ...

Neben dem Kroaten Ivica Kostelic ist Kröll der einzige noch aktive Läufer, der auf der Streif gewinnen konnte.

Dass er von den ehemaligen Kitzbühel-Siegern Michael Walchhofer, Daron Rahlves oder Didier Cuche die Favoritenrolle umgehängt bekommt, erzeugt keinen zusätzlichen Druck beim rot-weiß-roten Aushängeschild der Abteilung Vollgas.

„Die Herren kennen sich aus in dem Geschäft, aber ich sehe es nicht ganz so.“ Kröll hat natürlich Svindal auf der Rechnung („So wie er in der Abfahrt auftritt, ist er in jedem Rennen Favorit!“), aber auch Teamkollege Hannes Reichelt.

„Er war in den ersten beiden Trainings sehr schnell, was er normalerweise nicht ist. Ihn gilt es auf jeden Fall zu schlagen!“

Kitzbühel für die WM-Abfahrt egal

Aber eigentlich, schickt Kröll nach, muss er sowieso alle schlagen, um eines der großen Ziele in diesem Winter zu erreichen.

Das andere ist natürlich die Weltmeisterschaft vor der eigenen Haustür. Ein Sieg hier in Kitzbühel würde in Schladming vieles leichter machen und viel Druck wegnehmen.

Zumindest für die umittelbare WM-Vorbereitung, denn: „Wenn man bei der WM steht, will man eine Medaille. Da ist relativ wurscht, was zwei Wochen vorher passiert ist.“

Müsste er sich entscheiden zwischen einer goldenen Gams oder einer Goldmedaille, würde Krölls Wahl auf letztere fallen. „Heuer würde ich Schladming nehmen, aber am liebsten wäre mir natürlich beides!“

 

Stephan Schwabl

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