Mit der Gams geliebäugelt

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Franz' Freud und Krölls Leid auf der Streif

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„Der absolute Wahnsinn!“ Max Franz konnte gar nicht mehr aufhören zu Grinsen. Wollte der junge Kärntner aber auch gar nicht.

16 Rennläufer lang stand er bei der Hahnenkamm-Abfahrt am Leaderbord.

Als erst Klaus Kröll (Startnummer 16) und dann Aksel Lund Svindal (Startnummer 18) die beiden Schnellsten aus den Trainings, seine Zeit nicht unterbieten konnten, begann Franz schon mit der ganz großen Sensation zu spekulieren.

„Da fängt man kurz einmal zu träumen und zu rechnen an und liebäugelt schon ein bisschen mit der Gams“, gab der 23-Jährige zu.

Nicht mit Riesensprung gerechnet

Am Ende wurde es Rang fünf, da der Slowene Andrej Sporn wegen einer zu hohen Bindungsplatte nachträglich disqualifiziert wurde.

„Das Ergebnis ist sensationell! Nach den Trainingsleistungen wäre ich mit einem 15. Platz schon zufrieden gewesen. Mit so einer Steigerung hätte ich wirklich nicht gerechnet“, freute sich Franz, der damit seinen Startplatz für die WM-Abfahrt fixiert hat und gemeinsam mit Hannes Reichelt und Klaus Kröll um Gold, Silber und Bronze rasen wird.

Wer den vierten Startplatz erhält, ist derzeit noch offen – am Mittwoch gibt der ÖSV sein WM-Team bekannt. Dann erfährt Klaus Kröll, ob er nur in der Abfahrt oder auch im Super-G Gas geben darf.

Reicht für keinen Blumentopf

Rang sechs beim High-Speed-Spektakel auf der ruppigen Streif war zwar die richtige Antwort nach der Enttäuschung vom Freitag, der „Bulle aus Öblarn“ hatte sich aber doch mehr erwartet.

Nur leider kam er nie so ins Fahren, wie im Abschlusstraining, bei dem noch der Einser aufleuchtete.

„Ich habe schon während der Fahrt gewusst, dass es nicht reichen wird“, war der Steirer deshalb auch nicht überrascht, dass es nicht für die zwischenzeitliche Führung und also Verdrängung von Teamkollege Franz reichen würde.

„Ich hatte keinen richtigen Fehler, aber bin nie auf Zug gekommen. Es war eine gute Fahrt, aber damit gewinnst du hier runter nichts.“

„War bereit zu riskieren!“

Wie es geht, zeigte Sieger Dominik Paris, der Kröll nur „ein bisschen“ überraschte. „Er hat in dieser Saison einen Riesenschritt nach vorne gemacht und auch schon in Bormio gewonnen. Wenn du unten so fährst, bist du ein verdienter Kitzbühel-Sieger.“

Am Druck und der Erwartung, sagt Kröll, sei es nicht gelegen. „Ich war bereit zu riskieren, habe gekämpft, aber es hat heute einfach nicht wollen sein.“

Jetzt geht es heim zum Kraft tanken und dann nach Saalbach, wo sich das Speed-Team auf die Heim-WM vorbereitet.

Mit Blickrichtung Schladming schickte Kröll noch im Zielraum eine Kampfansage an die Konkurrenz: „Dann klappt es halt bei der nächsten Abfahrt!“

Die findet bekanntlich in zwei Wochen statt. Wo? Natürlich bei der Weltmeisterschaft in Schladming! Und die, das hatte Kröll bereits im Vorfeld des Hahnenkamm-Wochenendes angekündigt, ist sein ganz großes Ziel.

 

Stephan Schwabl

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